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„Ist unsere Gesundheit noch finanzierbar?“

war das Thema des Symposiums, das die Alumni gewählt hatten. Rund 2.500 Absolventen der Kölner Universität sind in diesem Netzwerk Mitglied, u.a. auch Kölns OB Fritz Schramma und der griechische Staatspräsident Dr. Papoulias. Angesichts von rund 200.000 Ehemaligen noch eine kleine Minderheit, die aber von der Leitung der Hochschule sehr geschätzt wird. „Der Jahresetat der öffentlichen Universität von Berkley beträgt etwa 1,5 Mrd. Dollar. Davon wird ein Drittel durch Alumni aufgebracht,“ rechnete Prof. Freimuth dem Auditorium vor.

 

Neuer Präsident der KölnAlumni ist der Kardiologe Prof. Erland Erdmann als Nachfolger des emeritierten Marketing-Wissenschaftlers Prof. Dr. Richard Köhler. Mit einer Reihe von Zahlen und Fakten verdeutlichte er das Thema: 85 Länder der Welt geben im Jahr weniger als 100 US-Dollar pro Kranken aus, weitere 85 Staaten 100 bis 2000 $, dann schließlich 22 Länder mehr als 2.000 Dollar. Zur letzten Gruppe gehört auch Deutschland. Rund ein Drittel aller Krankheiten sind ernährungsbedingt, könnten also durch eine vernünftigere Lebensweise vermieden oder geheilt werden. Die Kosten für Therapien stiegen in der Vergangenheit im Jet-Tempo. So kostete ein Herzinfarkt 1980 weniger als 100 Mark, heute werden im Schnitt 8.000 Euro für die Behandlung aufgewendet. „Trotzdem ist die Letalität nur um den Faktor 3 gesunken“, gibt er zu bedenken.

Wann kommt der Gesundheits-Soli?

Erdmann hatte für die akademische Diskussion bekannte Fachleute gewinnen können: Wolfgang Pföhler, Vorstandsvorsitzender der Rhön-Klinikum AG vertrat die These „Krankenhäuser kann man kostendeckend betreiben“. Seine Gesellschaft unterhält rund 5.300 Betten in 45 Kliniken, hat rund eine Million Beschäftigte, und macht 65 Mrd. Umsatz. U.a. hat sie die Uni-Kliniken Gießen und Marburg vom Land Hessen übernommen und betreibt diese jetzt als Privatunternehmer. „Die Privatisierung wird sich in den nächsten Jahren verstärken“, prophezeit der Manager.

Prof. Dr. Eckart Fiedler, ehedem Vorsitzender der Barmer Ersatzkasse und frisch ernannter Honorarprofessor der Uni Köln (Lehrstuhl für Gesundheitsökonomie und klinische Epidemiologie)und, sprach zum Komplex „GKV-Finanzierung: Top oder Flop?“ . Er betonte, dass sich der Gesundheitssektor in Gegensatz zu vielen anderen Branchen als „Jobmotor“ entwickelt habe. Die Beiträge in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) seien von 1980 bis 2005 um 25% gestiegen, die Jobs hätten sich von 1,05 auf 3,25 Mio verdreifacht. Die Realisierung von Ulla Schmidts Gesundheitsreform sieht er erst in der Legislaturperiode nach 2009 und prophezeit ferner die Erhebung eines „Gesundheits-Soli“ mit Einbeziehung aller Einkunftsarten in die Beitragsbemessung.

„Die Sicht der Gesundheitsökonomie – lösbare Probleme?“ behandelte schließlich Prof. Dr. Jürgen Wasem vom Lehrstuhl für Gesundheitsmanagement an der Universität Duisburg-Essen. Mit einem simplen Vergleich alarmierte seine Zuhörer: In der OECD zahlt Deutschland die dritthöchsten Kosten, das„Ergebnis ist aber schlechter als Platz. 10.
„Man wird in Zukunft Kosten und Nutzen bei vielen Behandlungen stärker abwägen müssen,“ forderte er.


 


 

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