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Ablehnung

Falsche Anrede bei Ablehnung einer Bewerberin

Spricht das Unternehmen eine Frau mit Migrationshintergrund in der Ablehnung ihrer Bewerbung fälschlich als „Sehr geehrter Herr …“ an, so besteht keine Vermutung dafür, dass die Bewerberin wegen der Rasse oder der ethnischen Herkunft benachteiligt wird.

Die falsche Anrede erlaubt nicht unbedingt den Schluss, dass die Bewerbung wegen des ausländisch klingenden Namens schon gar nicht gelesen worden ist.

Die Klägerin hat einen Migrationshintergrund, was an ihrem Namen erkennbar ist. Sie hatte sich bei der Beklagten um eine Stelle als lebensmitteltechnische Assistentin beworben. Ihre Bewerbung war abgelehnt worden, wobei das Ablehnungsschreiben mit „Sehr geehrter Herr …“ begann.

Die Klägerin leitete aus der falschen Anrede eine Diskriminierung wegen ihrer ethnischen Herkunft ab. Aus ihrer mit Foto eingereichten Bewerbung sei eindeutig hervorgegangen, dass sie weiblich sei. Daher belege die falsche Anrede, dass ihre Bewerbung wegen des an ihrem Namen erkennbaren Migrationshintergrunds von vornherein aussortiert und keines Blickes gewürdigt worden sei. Mit ihrer Klage verlangte sie eine Entschädigung in Höhe von 5.000 Euro.

Die Klage war erfolglos.

(TIPP) Die Verwechslung in der Anrede lässt keine Benachteiligung wegen der Rasse oder der ethnischen Herkunft vermuten. Es ist mindestens genauso wahrscheinlich, dass der falschen Anrede in dem Ablehnungsschreiben ein schlichter Fehler bei der Bearbeitung des Schreibens zu Grunde liegt.

Arbeitsgericht Düsseldorf, Urteil vom 9.3.2011, Az. 14 Ca 908/11

(VSRW-Verlag)


 


 

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