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Adenauers Auge

Im Tangoschritt auf Mörderjagd

Obwohl Kölner Politiker sich seit Jahrzehnten nicht mehr in der Landes- und Bundespolitik besonders profilieren, macht der Krimi-Autor Edgar Franzmann eine Kölnerin zur Bundeskanzlerin. Seine Barbara Jung gleicht mehr der NRW-Hanni als der Bundes-Mutti. Sie steht im Mittelpunkt eines Terror-Attentats auf dem militärischen Teil des Köln-Bonner Airports. Aber kölsche Mädchen lassen sich nicht unterkriegen, vor allem nicht, wenn Georg Rubin, Chefreporter des Boulevard-Blatts „Blitz“, ihnen hilft.

Wenn Journalisten Krimis dichten, machen sie gerne Reporter zu ihren Helden. So auch Franzmann, der viele Jahre beim EXPRESS auf dem Buckel hat, bevor er Chefredakteur der Internet-Publikation koeln.de wurde. Mit seinem neuen Thriller „Adenauers Auge“ (emonsVerlag) veröffentlicht er seinen dritten und (bisher) besten Köln-Krimi. Nach den Morden auf der „Millionenallee“ auf Melaten und um den „Richter-Code“ im neuen Dom-Fenster erobert Franzmann mit seinem Helden nun die schmutzige Seite der Politik

Der Afghanistan-Veteran und Scharfschütze Marcel Ponk erschießt während des Besuchs der Kanzlerin in ihrer Heimatstadt ihren Begleiter, den Wirtschaftsweisen Ingo Dahms. Der ist nicht nur Studienfreund der Politikerin, sondern auch der Geliebte ihres schwulen Mannes Roger. Dessen sexuelle Vorliebe stört die Kanzlerin allerdings nicht.

Obwohl Polizei, Verfassungsschutz und Militärischer Abschirmdienst die Hintergründe für das Attentat wie ein Staatsgeheimnis behandeln, wittert Georg Rubin eine große Story. Über seine Kontakte erhält er brisante Unterlagen und auch kompromittierende Fotos aus den Studententagen der Kanzlerin – oben ohne.

Nicht nur in Köln recherchiert Rubin gemeinsam mit dem „Blitz“-Fotografen ZACK. Auch in der Hauptstadt versucht er, die schmutzigen Intrigen und verwirrenden Machtspielchen der Politiker und ihrer Helfer bei den Geheimdiensten aufzudecken. Dabei spielt Adenauers Auge in einem Gemälde des „Alten“ im Büro der Kanzlerin eine entscheidende Rolle.

Viel Lokalkolorit verwendet der Autor für sein spannendes Buch. Insiderwissen über die Kölner Zeitungslandschaft und die Konflikte ihrer Macher amüsieren die Kenner. Der Autor hat offensichtlich eine neue Leidenschaft für den argentinischen Tango entdeckt, denn diesem Tanz mit vielen komplizierten Schritten verdankt der Leser die Aufklärung des Komplotts. Mit der Figur „Enrosque con Lapiz“ rettet Georg Rubin sein eigenes Leben und das der Kanzlerin.

Edgar Franzmann hat als Reporter und Journalist gelernt, sorgfältig und umfangreich zu recherchieren. Auch für dieses Buch hat er seine Hausaufgaben gemacht. So überzeugt er durch detaillierte Kenntnisse von Mordinstrumenten und des Internets. Sogar im Ossendorfer „Klingelpütz“, dem Gefängnis der Domstadt, hat er seine Quellenstudien betrieben.

(Ulrich Gross)


 


 

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