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  • 17.09.2010, 13:02 Uhr
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  • Köln-Bonn
Alimente

Immer weniger unterhaltspflichtige Väter zahlen

Da seit Januar 2010 höhere Freibeträge für Familien mit Kindern gelten, ist auch der Mindestsatz der Alimente angestiegen - und das im Durchschnitt um 13 Prozent. Damit sollten die Familien und alleinerziehenden Mütter eigentlich besser gefördert und unterstützt werden, doch für manche alleinerziehende Mütter ist dieser Schuss wohl eher nach hinten losgegangen.

Durch den angestiegenen Mindestsatz erhöhte sich auch die Anzahl der zahlungsunwilligen und teils auch zahlungsunfähigen Väter enorm. Viele wollen nicht mehr Geld zahlen und sind aufgrund der Erhöhung schlichtweg oft nicht mehr in der Lage, zu zahlen. Die Leidtragenden in diesen Fällen sind meist mal wieder die Mütter. Sie sind es, die bei den Behörden einen Vorschuss zur Unterhaltszahlung erbitten, obwohl sie eigentlich nichts dafür können.

Betroffenen bleibt oft nur der Weg zum Amt

Dass es für die Alleinerziehenden natürlich nicht gerade angenehm ist, zum Amt gehen zu müssen und dort um Vorschuss zu bitten, ist nachvollziehbar. Doch vielen Müttern bleibt einfach keine andere Wahl. Nicht zuletzt durch die gleichgebliebenen Einkommen fällt es vielen Vätern schwer, die durchschnittlich 13 Prozent höheren Alimente aufzubringen. Manch einer sieht da keinen anderen Ausweg mehr als die Zahlungen ganz einzustellen. Einige wenige kommen auch auf kreativere Ideen und verlangen eine Abstammungsanalyse, landläufig wohl eher unter Vaterschaftstest bekannt. Da laut aktuellen Studien rund 5 Prozent aller Kinder sogenannte Kuckuckskinder sind, kommen immer wieder auch Fälle vor, in denen sich der vermeintliche Vater tatsächlich durch einen Vaterschaftstest vor der Zahlung der lästigen Alimente befreien konnte. Doch den Schritt werden wohl auch nur Väter wagen, die einen begründeten Verdacht haben, dass das Kind gar nicht von ihnen sein könnte. Auch wenn inzwischen immer mehr Anbieter auf dem Markt sind und ein Vaterschaftstest in den letzten 20 Jahren immer billiger geworden ist, sind die durchschnittlichen Vaterschaftstest Kosten von 400 bis 500 Euro auch nicht gerade ein Schnäppchen.

Auch immer mehr Mütter verweigern die Zahlung

Doch nicht nur viele unterhaltspflichtigen Väter sondern immer auch mehr Mütter verweigern die Zahlungen für ihre Kinder. Zwar ist es nur ein geringer Prozentsatz von Frauen, der unterhaltspflichtig ist, allerdings zahlen ganze 90 Prozent entweder zu wenig oder gar keinen Unterhalt mehr. Dies geht aus aktuellen Zahlen der Bundesregierung hervor.

Öffentliche Hand muss immer öfter einspringen

Durch die immer weiter steigende Zahl zahlungsunwilliger/zahlungsunfähiger Väter und Mütter steigen natürlich auch die Ausgaben der Kommunen und der Sozialämter immer weiter an. Zwar müssen die Ämter nur den Mindestsatz an Unterhalt zahlen, wenn der Vater oder die Mutter ihren Zahlungspflichten nicht nachkommt. Trotzdem gehen die Kosten schon jetzt in die Millionen. Alleine in Sachsen wurden in den letzten Jahren 17 Millionen Euro an Unterhaltsvorschuss an alleinerziehende Elternteile ausbezahlt.

(Redaktion)


 

 

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