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Allianz hält an Standort Köln fest

Die Allianz Deutschland AG (ADAG) rudert bei ihren Rationalisierungsplänen zurück und verzichtet bis Ende 2009 auf betriebsbedingte Kündigungen.

Bisher hat die Allianz einen Verzicht nur bis Ende 2007 zugesagt und wollte eine Verlängerung dieser Frist von sehr ambitionierten Kostenzielen abhängig machen. Wie das Wirtschaftsmagazin 'Capital' in seiner Online-Ausgabe www.capital.de unter Bezug auf interne Kreise berichtet, ist dies das zentrale Ergebnis der Verhandlungen des größten deutschen Versicherers mit den Arbeitnehmervertretern. Ausgangspunkt war der Plan, insgesamt 7.500 Arbeitsplätze abzubauen und elf der 21 Allianz-Standorte zu schließen. Bisher hatte das Management eine Einigung zum Jahresende angekündigt. "Wir sind auf der Zielgeraden", bestätigt nun der Gesamtbetriebsratschef Norbert Blix. ADAG-Chef Gerhard Rupprecht plant bis zum Freitag, den 24. November 2006 die 30.000 Mitarbeiter über das Eckpunkte-Papier zu informieren, das die Einigung festhält.

Nach 'Capital'-Informationen" können Beschäftigte in drei bedrohten Niederlassungen auf den Erhalt ihrer Jobs hoffen - allen voran in Köln, dem größten Allianz-Standort mit rund 1.200 Beschäftigten. Insidern zufolge sollen sich dort künftig bis zu 600 Mitarbeiter auf die Sachversicherung konzentrieren, dafür könnten aber in Hamburg Stellen verloren gehen. In Frankfurt und Dortmund soll sich das Geschäft auf die Sparten Lebensversicherung beziehungsweise Krankenversicherung konzentrieren. Wie viele Arbeitsplätze an diesen Standorten erhalten bleiben, ist noch nicht bekannt.

Mit dem Kompromiss reagiert die Allianz auf massive Proteste der Beschäftigten. Erst kürzlich hatten Arbeitnehmervertreter in der Münchner Zentrale mehr als 100.000 Unterschriften gegen das Aus der Kölner Geschäftsstelle überreicht. Die geplanten Schließungen kritisierte auch ein Gutachten der Unternehmensberatungen Kemper & Schlomski sowie Mohr Consulting, das der Allianz- Betriebsrat in Auftrag gegeben hatte.

 

Der Kündigungsverzicht der Allianz gilt laut 'Capital' nur für die wegfallenden Arbeitsplätze, nicht jedoch für die von Umbesetzung betroffenen Jobs. Über weitere Details und eine Verlängerung des Kündigungsverzichts bis 2012 wird weiter verhandelt

 

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Mit der nun erzielten Einigung kann Deutschland-Chef Rupprecht das Startsignal für die zahlreichen Umbaumaßnahmen im Konzern geben. Dabei dürfte die langsamere Gangart bei der Rationalisierung auch den internen Projekten zugute kommen. Die bisherigen Vorarbeiten sollen erheblich mehr Zeit beanspruchen als geplant. Insgesamt wollte das Unternehmen mit den Kürzungen bis Ende 2008 ein jährliches Sparpotenzial von 600 Millionen Euro realisieren.

(k.olbrisch)


 


 

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