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Verletzung

AG Köln zum Schadensersatz wegen Verletzung durch geworfene Kamelle an Karneval

Jecken sollten vor allem auf herumfliegende Kamelle achten. Wer nämlich dadurch auf einem Karnevalsumzug verletzt wird, hat kaum eine Chance auf Schadensersatz. Das ergibt sich aus einem aktuellen Urteil des Amtsgerichts Köln.


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An Karneval ist es häufig üblich, dass von den Wagen kleine Wurfgeschosse in Form etwa von Schokolade, Bonbons, Pralinen geworfen werden. Dabei sollte man gut aufpassen. Sonst kann es schnell zu unangenehmen Verletzungen kommen.

So war es wohl auch in einem Fall, über den das Amtsgericht Köln zu entscheiden hatte. In diesem Verfahren verlangte eine Frau Schadensersatz in Höhe von 1.500 ,- €, weil sie an Rosenmontag durch zwei von einem Festwagen geworfenen Schokoladenriegel am linken Auge verletzt worden sei. Der Wurf sei mit großer Wucht erfolgt. Aufgrund dessen habe sie im Krankenhaus mehrfach operiert werden müssen und leide noch heute unter Schmerzen und einer erheblichen Beeinträchtigung ihrer Sehkraft. Der beklagte mutmaßliche Veranstalter und der verantwortliche Karnevalsverein bestritten dies.

Das Amtsgericht Köln wies mit Urteil vom 07.01.2011 die Klage der Frau ab (Az. 123 C 254/10). Die Kölner Richter bedauern zwar, dass es nach ihrer Darstellung zu dieser schweren Verletzung gekommen ist. Trotzdem kann hierfür normalerweise kein Schadensersatz verlangt werden. Diese setzt nämlich die Verletzung einer Verkehrssicherungspflicht durch den Veranstalter oder den jeweiligen Verein voraus. Daran fehlt es hier jedoch, weil viele Jecken den Wurf von Kamelle geradezu erwarten und sich der Eintritt von Verletzungen nie ganz durch zumutbare Sicherungsmaßnahmen ausschließen lässt. Überdies ist dieses Risiko jedem Besucher eines Karnevalsumzuges bekannt. Anders sieht das nur dann aus, wenn er vorsätzlich mit Kamelle „beschossen“ wird. Aber dies sollte er dann im Zweifel auch nachgewiesen werden können.

(Christian Solmecke)


 


 

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