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Pfeifen-King Peter Heinrichs

Mekka der Genuss-Raucher

Einhunderttausend Pfeifen, Millionen edle Zigarren aus den besten Anbaugebieten, 175 Millionen Zigaretten mit dem eigenen Label – der Kölner Tabakwarenhändler Peter Heinrichs (63) zählt zu den bekanntesten und größten der Branche. business-on.de sprach mit dem deutschen Pfeifen-King.

Wer heute an Zigaretten, Pfeifen oder Zigarren denkt, dem fallen meist zuerst ein: „Verbote in Restaurants, Krank durch Passivrauchen, Tödliche Gefahren, Luftverpestung“. Den europäischen Liebhabern von Tabakwaren wird das Leben in der Öffentlichkeit schwer gemacht. Und die Kaufleute, die mit den früher so heiß geliebten „Glimmstängeln“ handeln, klagen über die gesetzlichen und gesellschaftlichen Barrieren. Anders Peter Heinrichs, der mit vier Geschäften in Köln und Niederaußem seine Ware ausgesuchten „Genussrauchern“ anbietet. Er schuf ein „Mekka für Genuss-Raucher“. Gerade zurück von einer Reise zum berühmten Wallfahrtsort Lourdes, beantwortet der international erfahrene Kaufmann unsere Fragen.

business-on.de: Haben Sie die Madonna um Hilfe angefleht, weil in Deutschland inzwischen Raucher so stark angefeindet werden?

Peter Heinrichs: Ich war mit meiner Frau Gertrud schon öfters in dem Ort in den Pyrenäen. Wir nehmen nicht an den Wallfahrts-Ritualen teil, aber ich studiere gerne die einmalige Atmosphäre in diesem Pilgerstädtchen.

business-on.de:
Klagen Sie denn nicht über die restriktiven Anti-Raucher-Gesetze und die damit verbundenen Umsatzeinbußen?

Peter Heinrichs
: Ich kann nun wirklich nicht klagen. Ich verkaufe im Jahr etwa 175 Millionen Zigaretten meiner eigenen Marke „Peter Heinrichs“, die es in sieben Geschmacksrichtungen gibt. Ich habe immer 90 000 bis 100 000 Pfeifen in jeder Preis- und Qualitätsklasse vorrätig, mehrere Millionen Zigarren von sündhaft teuren – und entsprechend genussreichen - Havannas bis zu normal Konsum-Zigarren. In den USA gehöre ich, mit seinem lokalen Partner, zu den führenden Pfeifen-Importeuren.

Zigaretten mit Vanille- oder Kirsch-Geschmack

business-on.de: Wo kann man denn Ihre Zigaretten kaufen?

Peter Heinrichs: Natürlich in meinen beiden Läden in der Kölner Hahnenstraße sowie in dem Shop am Gürzenich und im „Chateau Henri“ in Niederaußem. Am stärksten ist meine Marke in den neuen Bundesländern vertreten, wird aber auch im Fachhandel für Tabakwaren im gesamten Bundesgebiet verkauft.

business-on.de: Ist das einfach ein neues Label auf bekannten Fabrikzigaretten aus einer der großen Produktionsstätten?

Peter Heinrichs: Nein, die Zigaretten habe ich selbst entwickelt. Sie bestehen aus Pfeifentabak und bieten so einen ganz anderen Rauchgenuss als die Standardware. Hergestellt werden sie nach allen Regeln der Zunft in einer kleinen Manufaktur in Belgien.

business-on.de: In welchen Geschmacksrichtungen liefern Sie?

Peter Heinrichs: Es gibt sieben Sorten, darunter Capuccino, Cherry, Cocos Menthol, Vanille und Whisky.

business-on.de:
Ihr neuester Coup ist die Cigarre Baron Ullmann. was steckt dahinter?

Peter Heinrichs:
Georg Baron von Ullmann ist nicht nur Teilhaber des Bankhauses Sal. Oppenheim und Präsident des Aufsichtsrats dieser größten deutschen Privatbank. Er ist u. a. auch einer der erfolgreichsten europäischen Züchter von Rennpferden. Und Conaisseur edler Cigarren. Gemeinsam mit Senor Francisco Diaz Suarez hat er in der Dominikanischen Republik eine Cigarren-Manufaktur gekauft, in der nun hervorragende Produkte aus ausgesuchten Tabaken hergestellt werden. Das Deckblatt kommt aus Kamerun, die Einlage ist aus bester Ware der Dominikanischen Republik. Natürlich werden alle Cigarren per Hand hergestellt. Es gibt sie in den Formaten Churchill, großes Torpedo, kleines Torpedo, Corona und Robustes. Meine Firma gehört zu den ausgewählten Fachgeschäften für diese Cigarren in Deutschland, die u. a. im Hyatt-Hotel, im Grand-Hotel Schloss Bensberg und bei Steigenbergers den Genussrauchern angeboten werden.

Lieferant für Klingelpütz-Knackies

business-on.de: Im Jahre 2008 haben Sie den hundersten Geburtstag von Pfeifen Heinrichs gefeiert.

Peter Heinrichs: Ja, mein Großvater hat das Unternehmen 1908 zu Kaisers Zeiten in Köln gegründet. Es gab damals zwei führende Geschäfte für Tabakwaren und Raucherbedarf, eines davon gehörte meiner Familie. Ich habe mich mit 17 Jahren selbständig gemacht, nachdem mein Vater sehr früh gestorben war. Ich hatte keine müde Mark, musste Geld verdienen. Also habe ich einen Großhandel mit Zigaretten für Automaten aufgezogen. Ich hatte bis zu 2.500 dieser ‚stummen Verkäufer’, darunter in den Ford-Werken und im alten Klingelpütz, dem legendären Kölner Gefängnis

business-on.de: Was ist aus dem Unternehmen geworden?

Peter Heinrichs: Ich habe es später an die Lekkerland-Gruppe verkauft, inzwischen einer der ganz Großen im Automatengeschäft. Ich habe dann vor 45 Jahren hier in der Hahnenstraße mein eigenes Einzelhandelsgeschäft eröffnet, das ich ganz der Pflege des Rauchgenusses gewidmet habe. Es gibt weltweit wohl keine größere Auswahl an Tabakprodukten und Raucher-Utensilien als in meinen Kölner Geschäften und im Chateau Henri in Niederaußem. Wir betreiben auch sehr erfolgreich einen umfangreichen Versandhandel, in dem auch meine Frau Gertrud und meine drei Töchter sehr engagiert arbeiten.

business-on.de: Sie sind 1996 mit dem Deutschen Handelspreis ausgezeichnet worden? Was machte Sie preiswürdig?

Bei uns ist der Kunde nicht König – sondern Freund

Peter Heinrichs: Viele innovative Geschäftsideen. Vor allem: bei mir ist der Kunde nicht König. Denn wenn er mein König wäre, wäre ich ein Bettler. Mein Kunde ist mein Freund, den ich fair behandle, berate, bediene. Ich öffne mein Geschäft jeden Morgen um sechs Uhr, zwischen sechs und neun mache ich oft mehr Umsatz als während der restlichen elf Stunden des Tages. Denn so früh kommen die Manager und Chefs, die tagsüber keine Zeit, aber genug Geld für exklusive Tabake, Zigarren und Pfeifen haben. Ich gebe ein eigenes Magazin, das ‚Smoker Journal’, mit einer vierteljährlichen Auflage von 20.000 Exemplaren für meine Kunden heraus.

business-on.de:
Beeindruckend – ist das alles?

Peter Heinrichs:
In der Hahnenstraße habe ich neben meinem Stammgeschäft die „La Casa del Habano“ speziell für kubanische Qualitäten. Und im Keller dieses Ladens haben wir eine sehr gemütliche Lounge mit bequemen Sesseln, internationalen Drinks von Whisky und Wodka bis zu ganz besonderen Rum-Sorten aus der Karibik. Wir führen sogar kubanisches Bier, Cerveza Cristal. Diese Lounge ist montags bis freitags bis 22 Uhr und samstags bis 20 Uhr für alle geöffnet. Man muss das erlebt haben, diesen einmalige würzige Duft-Mixtur aus guten Cigarren, besonderen Pfeifentabaken, ausgesuchten Spirituosen und exzellenten Gesprächen. In Niederaußem, habe ich neben meinem Geschäft auch eine Cafeteria und ein kleines Museum, das auch sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet ist.

business-on.de: Was passiert in Ihrer Lounge außer unverbindlichen geselligen Treffen?

Peter Heinrichs: Wir veranstalten gemeinsam mit dem 1. Kölner Pfeifenclub Smoker Treffs, den nächsten am 9. Mai, weiter Pfeifen- und Zigarren-Seminare, beispielsweise am 8. Mai.

business-on.de: Im Kölner Stadtbild fällt Ihr Unternehmer auch durch Ihren besonderen Fuhrpark auf. Sind Sie Auto-Fan?

Peter Heinrichs: Den großen Truck habe ich gekauft, um die Peter Heinrichs-Zigaretten ais Belgien sicher nach Deutschland zu transportieren. Es wurden oft ganze Lkw samt ihren Ladungen gestohlen. Das konnten wir so verhindern. Dann habe ich noch einen Ford-Oldtimer „Fleur de Lyuis“ , einen Lotus und einen Fiat 500 im Einsatz.


 


 

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6 Kommentare

von Rauchfrei
21.04.09 14:34 Uhr
Der Unsinn des "Genußrauchens"

Es gibt kein "Genußrauchen". Rauchen ist immer die Freisetzung und anschließende Aufnahme von Giftstoffen in den Körper und zusätzlich das Verpesten der Umgebung. Denn Rauchen macht immer krank und stinkt immer. Wenn ich früher im Restaurant saß, war es mir egal, ob ich den Mief eines Genuß- oder eines Suchtrauchers ertragen mußte. Ehrlich gesagt: Ich konnte es gar nicht unterscheiden und wollte es nicht. Gut, daß es heute die Rauchverbote gibt. Ich muß diese Vergiftung nun nicht mehr dulden.

Noch etwas: Rauchen ist insgesamt vollkommen unnütz und es ist gut, daß immer weniger Menschen in diesem Land diesem dummen Laster anhängen.

von Raucher
21.04.09 15:18 Uhr
Re: Der Unsinn des "Genußrauchens"

Ich bin wohl ein Genussraucher, aber ich begrüße das Rauchverbot in Restaurants und meide das Rauchen im direkten Umfeld von Nichtrauchern. Ich bin alt genug und verstehe die Konsequenzen des Rauchens - aber das sollte jeder für sich entscheiden!
Ich möchte beim Essen auch nicht "zugequalmt" werden.

von schweizer
23.04.09 21:25 Uhr
blablabla

Gut das alle unnützen und dummen Laster endlich verboten werden. Nur noch nützliche und intelligente Laster sind zukünftig erlaubt.

von zigarrenraucher
07.05.09 08:55 Uhr

@rauchfrei.

Du kannst den unterschied zwischen Genussraucher (also Zigarre oder Pfeife) und Suchtraucher (Zigarette) nicht erkennen? Das ist sehr bedauerlich und tut mir leid. Ich glaube Du musst mal zum Nasologen gehen, denn das erkennt ja wohl jeder?! Kannst Du Zucker und Salz unterscheiden? :-)

von Rauchfrei
07.05.09 16:49 Uhr
Unterschiede?

"Du kannst den unterschied zwischen Genussraucher (also Zigarre oder Pfeife) und Suchtraucher (Zigarette) nicht erkennen?"

Nö, beides stinkt, macht unnütz Dreck und treibt mir die Tränen in die Augen. Wo ist also der Unterschied?

von Cruisersteve
26.07.09 21:38 Uhr
Genuss ist Kultur

Ein kluger Mann hat einmal gesagt: "Ein Mensch mit Kultur bereut keinen Genuss. Ein Mensch ohne Kultur kennt keinen Genuss."
Das trifft auch auf das Rauchen zu.

 

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