Weitere Artikel
Interview mit André Fahnenbruck

"Das, was gestern noch eine Akte war, ist vielleicht morgen ein Papiertaschentuch…"

0
0

Vernichtung von Akten oder anderen wichtigen Unterlagen ist mittlerweile ein sehr wichtiges und bedeutendes Marktsegment geworden. Ein Branchenbereich in dem es allerdings nicht nur auf das simple Shreddern dieser Materialien ankommt, Vertrauen und zeitgemäßes Knowhow sind hier besonders gefragt. Wir sprachen mit einem der Geschäftsführer von Reisswolf-Köln über die starke und kontinuierliche Entwicklung seines Unternehmens welches vor kurzem das 25-jährige Markenjubliäum feiern konnte.

business-on.de: 25 Jahre gibt es die Marke REISSWOLF, Glückwunsch zum Jubiläum – wie hat sich die Dienstleistung Ihres Unternehmens in diesem Vierteljahrhundert gewandelt?

André Fahnenbruck: Gestartet sind die REISSWOLF Betriebe mit der Vernichtung von Akten und digitalen Datenträgern – soweit diese Ende der 80er Jahre bereits in den Unternehmen vorhanden waren. Die Philosophie der Marke und die Leidenschaft unseres Tun und Wirkens haben sich in der Akten – und Datenvernichtung richtungweisend entwickelt. Unsere Sicherheitsanforderungen gehen z. T. über die gesetzlichen Vorgaben hinaus. Das kennen und schätzen unsere Kunden, die ihre Erwartungen an die Leistungs- und Lösungsfähigkeit unseres Unternehmens stetig erhöht haben. So entwickelten sich unter der Marke REISSWOLF weitere Geschäftsfelder; von der sicheren Lagerung und Archivierung sensibler, aufbewahrungspflichtiger Dokumente und Unterlagen bis hin zur Digitalisierung der Eingangspost und großen Aktenbeständen. Heute bieten wir unseren Kunden ganzheitliche Dokumentenmanagementsysteme an, die eben in Gänze oder auch partiell angefragt werden.

business-on.de: Wie wurde denn das Jubiläum gefeiert, welche Marketing-Aktionen wurden ausgeführt oder laufen noch?

André Fahnenbruck: Die Marke REISSWOLF ist in diesem Jahr 25 Jahre alt. Ein wahrhaftiger Grund zum Feiern. Eine Idee zu haben, verlässliche Partner zu finden und eine Kooperation mittelständiger Unternehmen zu gründen ist das Eine. In 25 Jahren die Position des Marktführers zur erreichen das Andere. Das gelingt nur mit qualifizierten und ausgewählten Mitarbeitern. Daher haben wir uns entschlossen, unsere Mitarbeiter in den Mittelpunkt der Jubiläumsfeierlichkeiten zu stellen. Aus allen REISSWOLF Betrieben Deutschlands sind über 280 Mitarbeiter an den Nürburgring gereist. Dort sind wir eingetaucht in die Erlebniswelt dieser phantastischen Rennstrecke, haben uns auf den neuesten Stand in Sachen Datenschutz gebracht und natürlich auch ein bisschen gefeiert.

Unseren Kunden und Besuchern unserer Website haben wir die Möglichkeit eingeräumt – im Rahmen des Jubiläums – eine Pkw – Ladung Akten kostenneutral vernichten zu lassen. Unter www.reisswolf-koeln.de kann man sich den Coupon herunterladen und die Akten noch bis Ende Dezember an unserem Standort in Köln – Rodenkirchen selbst anliefern.

business-on.de: „secret. service“ ist ein Claim des Unternehmens, um darzustellen, dass mit sensiblen Daten äußerst diskret umgegangen wird. Welche Ansprüche werden an die Mitarbeiter des Unternehmens gestellt, welche Qualifikation sollten sie haben, um diesem Anspruch gerecht zu werden?

André Fahnenbruck: Unsere Mitarbeiter sind auf das Bundesdatenschutzgesetz verpflichtet. Alle Mitarbeiter besitzen ein einwandfreies, polizeiliches Führungszeugnis. Durch interne und externe Schulungen werden die Mitarbeiter mit den Neuerungen und den Novellierungen des Gesetzgebers in Sachen Datenschutz konfrontiert. Auch bei der ständig geforderten Weiterentwicklung und Diversifikation unseres Dienstleistungsportfolios ist die Weiterbildung der Vertriebsmannschaft auf die Bedürfnisstruktur unserer Kunden und den damit einhergehenden Lösungen unabdingbar. Ständig wachsende und dynamische Prozesse bedingen dynamische und sich rasch anpassende Mitarbeiter. Wir sind froh, stolz und glücklich, solche Mitarbeiter zu haben.

business-on.de: Ist es für Sie als Spezialisten schon erkennbar, dass die realen Papierberge in Unternehmen kleiner werden, weil viel mehr Schriftstücke auf elektronischem Weg bearbeitet werden?

André Fahnenbruck: Tendenziell schon. Aber die Anzahl der e-Mails nimmt rapide zu. Und noch immer drucken die Mitarbeiter der Unternehmen vermeintlich wichtige e-Mails aus und heften diese in Ordnern ab. Übrigens archivieren die wenigsten Mitarbeiter der Unternehmen ihre e-Mails datenschutzkonform – vielleicht ist das auch ein Grund dafür, dass weiterhin viel gedruckt wird.

Allerdings hat die Nachfrage nach datenschutzkonformer Vernichtung von digitalen Datenträgern – wie Festplatten – in den letzten Jahren stark zugenommen.

"Was uns zur Vernichtung anvertraut wird, landet im Shredder"

business-on.de: Welche Leistungen bietet REISSWOLF an, um auch Daten in Bits und Bytes sicher zu vernichten?

André Fahnenbruck: In unseren Sicherheitshallen stehen Hochleistungsshredder mit entsprechenden Schneidwerkzeugen. In einem separaten Arbeitsschritt werden digitale Datenträger, wie Festplatten, CDs oder DVDs physisch zerkleinert. Dabei erreichen wir eine Korngröße, die eine Rekonstruktion der Daten ausschließt. Das Löschen oder Überschreiben von Festplatten gilt als deutlich weniger sicher als die physische Vernichtung.

busines-on.de: Aus dem bedauerlichen Einsturz des Kölner Stadtarchivs ergab sich unmittelbar nach der Katastrophe für Ihr Unternehmen der Auftrag für die Bergung, den Abtransport und die Einlagerung der wertvollen Archivstücke. Ein Job, der Ihre Mitarbeiter an die Leistungsgrenzen brachte, der Ihrem Unternehmen aber auch gesteigerte Bekanntheit und enorme Reputation einbrachte. Wie haben Sie diese Zeit erlebt, wie ist der Stand der Dinge momentan?

André Fahnenbruck: Eine Tragödie für die Stadt und die Kultur – ganz zu schweigen von dem Verlust zweier Menschenleben. In der Tat war dieser Archiveinsturz für uns als Unternehmen und für die Mitarbeiter eine Herausforderung der besonderen Art. Für Unglücke dieses Ausmaßes hat man keinen Masterplan. Das Tagesgeschäft geht weiter und nur durch den wirklich aufopferungsvollen und permanenten Einsatz aller Mitarbeiter stemmt man eine solche Aufgabe. Alles was Beine hat, laufen kann oder einen Lkw bewegen darf, war im Einsatz – wochenlang, samstags wie sonntags. An dieser Stelle danke ich aber auch ausdrücklich unseren langjährigen Kunden, die nicht immer pünktlich bedient werden konnten. Aber man spürte eine Form von Solidargemeinschaft in dieser Stadt und so hatte man für unsere, daraus resultierenden Engpässe, sehr viel Verständnis.

Natürlich hat sich der Bekanntheitsgrad unserer Marke und unseres Hauses erhöht. Vor allem ist den Bürgerrinnen und Bürgern bewusst geworden, dass REISSWOLF weit mehr macht und kann als Akten und Daten zu vernichten.

Aktuell werden weitere Archivalien aus dem Grundwasser geborgen. Nach der Erstversorgung an der Bergungsstelle durch Mitarbeiter des Historischen Archivs der Stadt Köln transportieren wir das nasse Archivgut in umliegende Kühlhäuser, wo sie auf die Weiterverarbeitung und Restauration warten.

business-on.de: Nutzen denn auch Privatkunden Ihre Dienste, und wenn ja, wie stellt sich das dar?

André Fahnenbruck: Ja, natürlich. Viele Bürgerinnen und Bürger haben begriffen, dass persönliche Unterlagen – wie die Steuererklärung o. ä. nichts in der „blauen Tonne“ verloren haben. Unabhängig von unserem eben beschriebenen Jubiläumsangebot können Privatpersonen ihr Akten und Daten für eine Pkw - Pauschale in Höhe von € 30,-- bei uns vernichten lassen. Selbstverständlich erhält man ein Protokoll über die ordnungsgemäße Vernichtung nach BDSG.

Bei größeren Mengen bedienen wir private Haushalte auch in gewohnter Weise vor Ort. Unser Vertrieb stellt den Bedarf fest und wir wickeln die datenschutzkonforme Übernahme der Unterlagen, den GPS – überwachten Transport und die finale Vernichtung ab.

business-on.de: Kommt es auch vor, dass Unternehmen Ihre gesamte Vergangenheit auf einen Schlag entsorgen, sprich dass viele zig Jahre alte Akten zur Vernichtung übergeben werden? Akten, von teils historischer Bedeutung, die erhaltenswert wären? Versuchen Sie Kunden dann zu überzeugen, da vielleicht nochmals zu sondieren und wirkliche Highlights aufzuheben?

André Fahnenbruck: Dazu müssten wir ja Einblick in die Unterlagen unserer Kunden haben. Das haben wir nicht. In erster Linie sind die gesetzlichen Aufbewahrungsfristen für den Kunden maßgebend und bindend. Unsere Aufgabe besteht nicht darin zu hinterfragen, ob ein Dokument der Vernichtung zugeführt werden darf oder nicht. Was uns zur Vernichtung anvertraut wird, landet im Shredder. Ob Dokumente historischen Wert oder historische Bedeutung für das jeweilige Unternehmen haben, wissen die Kunden selbst am Besten.

Wir veröffentlichen auf unserer Homepage alljährlich die aktuellen Aufbewahrungsfristen. Dies ist eine hilfreiche Orientierung für unsere Kunden.

business-on.de: Wie viele Tonnen Papier werden denn pro Jahr von der gesamten REISSWOLF – Gruppe – respektive von REISSWOLF Köln vernichtet – und was passiert mit dem geshredderten Material?

"Das, was gestern noch eine Akte war, ist vielleicht morgen ein Papiertaschentuch…"

André Fahnenbruck: Die gesamte REISSWOLF – Gruppe vernichtet in Deutschland Akten und Daten von ca. 120.000 t pro Jahr. Die REISSWOLF Köln GmbH hat dabei einen Anteil von ca. 12%.

Nach der bundesdatenschutzkonformen Vernichtung der Akten und Daten wird das geshredderte Material recycelt und in die papierverarbeitende Industrie überführt. Aus diesem Sekundärrohstoff entsteht Hygiene – und Haushaltspapier.

Das, was gestern noch eine Akte war, ist vielleicht morgen ein Papiertaschentuch…

(Redaktion)



Empfehlen Sie diesen Artikel weiter!

0
0

 

Fotokennzeichnung:
Bild Nr. 1 © REISSWOLF Köln Akten- und Datenvernichtung GmbH


 

André Fahnenbruck
Reisswolf
Köln
GeschäftsführerDatenvernichtung
Akte
Unterlagen
Dokument
Festplatten

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "André Fahnenbruck" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden