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Andrea Niehaus

Dank Zufall zum Traumjob

Die Direktorin des Deutschen Museums Bonn, Dr. phil. Andrea Niehaus, ist eine junge, lebendige und vielseitig interessierte Frau. Wenn sie durch "ihr" Museum führt, wird man schnell in den Bann ihrer Begeisterungsfähigkeit gezogen. Die Kunsthistorikerin liebt ihren Job, denn es ist ihr Traumjob.

Andrea Niehaus studierte Kunstgeschichte in Kiel, München und Florenz. In der Hauptstadt der Toskana entdeckte sie schnell ihre Liebe zu Italien und den alten italienischen Meistern. Kunstgeschichte war eigentlich die zweite Wahl. Ursprünglich wollte sie Bildhauerin werden. Um so erstaunlicher ist, dass sie ein Jahr nach der Promotion in einem Museum landete, das nur zwei Themen kennt: Naturwissenschaften und Technik. Ziel war, ein wissenschaftliches Volontariat bzw. eine Museumsausbildung zu absolvieren. Während des Volontariats lernt sie, wie man ein Museum macht. Ihr damaliger Chef, Dr. Peter Friesz, war ein sehr guter Lehrer, so die Kunsthistorikerin. Als er das Museum verließ, bewarb sie sich als seine Nachfolgerin und bekam die Stelle. Das war 2001.

business-on.de: Frau Niehaus, ursprünglich wollten Sie gar nicht Kunstgeschichte studieren?

Andrea Niehaus: Das stimmt. Ursprünglich wollte ich Künstlerin, das heißt Bildhauerin, werden. Das klappte auf Anhieb nicht so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Deswegen habe ich gedacht, fang erst mal mit Kunstgeschichte an. Das Studium hat mir dann so gut gefallen, dass ich dabei hängen geblieben bin.

business-on.de: Für welche kunstgeschichtliche Epoche haben Sie ein besonderes Faible?

Liebe zur Renaissance

Andrea Niehaus: Während des Studiums habe ich meine Liebe für Italien und die Renaissance entdeckt. Für Bildhauer wie Michelangelo oder Donatello empfinde ich große Bewunderung. Mein besonderes Interesse galt schon in der Schulzeit dem Naturalismus, was sicherlich meine Vorliebe zur Renaissance erklärt.

business-on.de: Sie haben mit 30 über ein Renaissance-Thema promoviert. Wie ging es dann weiter?

Andrea Niehaus: Nach der Promotion verdiente ich zunächst als freie Kunsthistorikerin mein Geld. Der Zufall wollte, dass ich in der Zeit auch für das Deutsche Museum München arbeiten konnte. Über diese Schiene bin ich schließlich nach Bonn gekommen ohne zu wissen, dass ich hier mal Direktorin sein würde. Vieles ist ja auch Schicksal im Leben.

business-on.de: Fünf Jahre später haben Sie die Leitung des Deutschen Museums Bonn übernommen. Wer entscheidet über die Besetzung des Direktoren-Postens?

Andrea Niehaus: Das entscheiden zwei Gremien. Einmal die Stadt Bonn, weil wir von ihr finanziert werden. Und zweitens der Generaldirektor des Deutschen Museum München, weil wir ein Ableger vom Stammhaus sind. Das heißt, ich habe zwei Chefs. Die Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann und Professor Dr. Wolfgang Heckl in München.

business-on.de: Sie waren gerade mal 35, als Sie zur Direktorin ernannt wurden. Gab es Bedenken, dass Sie vielleicht zu jung für diese Verantwortung sind?

Experimentierfeld für junges Blut und Mut

Andrea Niehaus: Ich glaube, man hat das sogar begrüßt. Mein Vorgänger, Dr. Friesz, war auch sehr jung. Er hatte die Chance, das Museum aufzubauen und das ist ihm hervorragend gelungen. Der Charakter des Hauses hat viel von einem Experimentierfeld. Und dazu gehört einfach junges Blut und der Mut, was neues auszuprobieren. Das gefällt den Stadtvätern und –müttern und meinem Chef in München, weshalb man diese Linie auch beibehalten wollte. Außerdem hatte ich natürlich den Vorteil, dass ich bereits bekannt war.

business-on.de: Fühlen Sie sich als Powerfrau?

Andrea Niehaus: Ich will nicht sagen, dass ich mit dem Begriff Powerfrau hadere, aber ich habe damit so gewisse Probleme. Sicher ist, dass man in diesem Job wahnsinnig viel Energie braucht. Das ist kein Acht-Stunden-Tag. Ich arbeite beispielsweise sehr gern in Netzwerken und das bedeutet, dass ich häufig noch abendliche Veranstaltungen wahrnehme. Wenn man dazu nach acht Stunden Büro keine Lust und keine Energie hat, dann kann man diese Verantwortung nicht übernehmen. Meine Kollegen/Kolleginnen und ich wollen schließlich etwas bewegen. Ich vergleiche uns gern mit einem Uhrwerk, das ganz schnell läuft. Damit es nicht zum Stillstand kommt, braucht man sehr viel persönliche Power und möglichst viele Schmiermittel, auch in Form von Geld. Das heißt, Fundraising gehört zwangsläufig zum Job.

business-on.de: Über ein Mangel an potentiellen Sponsoren vor Ort können Sie sich wahrscheinlich nicht beklagen?

Andrea Niehaus: Richtig, aber man braucht auch gute Ideen für Projekte, die überzeugen.

business-on.de: Wieviele Mitarbeiter stehen Ihnen zur Seite?

Andrea Niehaus: In der Schaltzentrale, sprich Uhrwerk, sind wir fünf Personen. Der Betrieb des Museums, das heißt Kasse, Bewachung, Putzen, etc., ist ausgegliedert in eine GmbH. Der dritte Bereich ist der Bildungsbereich für Kinder und Jugendliche. Das machen freie Mitarbeiter, beispielsweise Studenten. In diesem Pool kann ich auf etwa dreißig Personen zurückgreifen.

business-on.de: Wie kommen Sie denn mit der rheinischen Mentalität zurecht?


 


 

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1 Kommentar

von medium-berlin
10.04.08 00:56 Uhr
zufall?

actio=reactio. wer an zufall glaubt sollte lotto spielen und vom glück träumen anstatt vom erfolg.

 

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