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Apple vs. Apfelkind

Markenrechtstreit endet zugunsten von Bonner Café-Besitzerin

Weil sich ihre Firmenlogos zu ähnlich seien, wird Christin Römer vom IT-Riesen Apple verklagt. Zwei Jahre lang kämpft die Café-Besitzerin aus Bonn darum, ihr Apfellogo behalten zu dürfen. Mithilfe medialer Unterstützung und Solidaritätsbekunden aus aller Welt gelingt der 34-Jährigen schließlich das Undenkbare: Sie zwingt den Konzerngiganten in die Knie.

Es lässt unweigerlich an die Legende von David und Goliath denken: Zwei Jahre lang zog sich der Markenrechtstreit zwischen Apple, mit einem Gewinn von 7,3 Milliarden Euro die derzeit wertvollste Marke der Welt, auf der einen Seite und Christin Römer, Besitzerin des Bonner Cafés Apfelkind, auf der anderen Seite. Der Technologieriese befürchtete eine „extreme Verwechslungsgefahr“ beider Firmenlogos. Römers Apfelkind – ein roter Apfel mit dem Profil eines Kindergesichtes – sei dem angeknabberten Apfel Apples zu ähnlich. Doch Apfel scheint nicht gleich Apfel; das musste der Weltkonzern nun einsehen und einigte sich mit Römer außergerichtlich. Apfelkind darf sein Logo behalten. Allein auf das Recht, das von ihr selbst entworfene Apfelkind-Logo auf Computern oder Computer-Zubehör zu vertreiben, musste Römer verzichten. Doch damit kann die 34-jährige Café-Besitzerin gut leben. Immerhin ginge es hinsichtlich der Namens- und Logofindung niemals um Technologie.

Logo-Streit schenkt Apfelkind-Café Popularität

Als Römer im April 2011 ihr Café für Mütter und Kinder eröffnete und das Logo zusammen mit dem Firmennamen patentieren ließ, dachte die Bonnerin an Natur, Gesundheit und Frische. Um dies auszudrücken, schien der Apfel perfekt. Apple assoziierte jedoch anderes mit dem Apfelkind-Logo und drohte Römer im September 2011 mit einer Geldstrafe. Die Café-Besitzerin fühlte sich erst geschmeichelt von der Tatsache, dass der US-Konzern überhaupt von ihrem kleinen Café Notiz nahm. Doch einschüchtern ließ sie sich nicht von den Apple-Anwälten. So lehnt sie das Angebot des Konzerns, auf weitere Maßnahmen zu verzichten, sofern Römer verschiedene Klassen ihres Markenrechts aufgeben würde, mit dem Kommentar „ich lasse mich nicht kaufen“ ab. Im Mai 2013 dann kommt der IT-Riese erstmals auf Römer zu und sendet einen Anwalt extra aus München nach Bonn, um sich vor Ort ein Bild des Cafés zu machen. Der Anwalt macht Zugeständnisse, sieht wohl ein, dass Kuchen, Kaffee und spielende Kinder seinem Mandanten nicht wirklich schaden können. 

Das Ziel scheint eine außergerichtliche Einigung zu sein, die jüngst zugunsten Apfelkind ad acta gelegt wurde. Nicht nur darf Römer ihr Logo behalten, auch hat die Auseinandersetzung der Bonnerin letztendlich sogar geholfen. Durch den medialen Rummel, den der Markenrechtstreit in den vergangenen zwei Jahren mit sich zog, wurde das Café Apfelkind zu einer regelrechten Berühmtheit. Zahlreiche Blogger nutzten das Café als Treffpunkt für online Hetzkampagnen gegen Apple und täglich suchen Touristen aus den USA und vor allem aus Japan Christin Römer auf, um ihre Solidarität zu bekunden. Dafür wollte sich die Bonnerin gerne erkenntlich zeigen und hofft weiterhin auf eine Zusammenarbeit mit Apple. Eine Hilfsaktion für Kinder schwebt ihr als gemeinsames Charity-Projekt vor. Doch dazu, so wie zum gesamten Logo-Streit, hat sich Apple bislang nicht geäußert.

(Christian Weis)


 


 

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