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Steueraspekte

Firmenwagen: Neue Steueraspekte lassen sich jetzt verwenden

Überlässt der Arbeitgeber einem Mitarbeiter ein Betriebs-Kfz, sollten Lohnbüro und Arbeitnehmer beachten, dass es zu dieser Thematik in jüngster Zeit einige Entwicklungen gegeben hat, die Arbeitnehmer bei der Berechnung von Lohnsteuer auf den geldwerten Vorteil oder beim Abzug von Werbungskosten im Rahmen der Einkommensteuererklärung 2010 berücksichtigen sollten:

  • Stellt der Chef einem Mitarbeiter unentgeltlich ein betriebliches Kfz für dienstliche Fahrten zur Verfügung, wurde bislang eine private Mitbenutzung unterstellt, sodass der hieraus resultierende Nutzungsvorteil mit monatlich 1 Prozent des Bruttolistenpreises als Arbeitslohn zu versteuern war – sofern kein Fahrtenbuch geführt wurde, das das Gegenteil bewies. Dieser sog. Anscheinsbeweis der Privatnutzung kann aber nicht einfach unterstellt werden, so der BFH mit Urteil vom 21.4.2010 (Az. VI R 46/08). Verbietet der Arbeitgeber Privatfahrten mit dem Betriebs-Pkw, entfällt die Besteuerung eines geldwerten Vorteils nach der Listenpreis-Regel. Wird der Wagen dennoch verbotswidrig privat genutzt, führt dies nicht zu Arbeitslohn.
  • Beim Außendienstmitarbeiter bemisst sich der geldwerte Vorteil für die Fahrten Wohnung-Arbeit anhand der Tage, an denen er den Betriebssitz des Arbeitgebers aufsucht. Dieser Ansatz – abweichend von der pauschalen Ermittlung – gelingt aber nur, wenn die geringen Besuche am Firmensitz dem Finanzamt gegenüber durch ein Fahrtenbuch nachgewiesen werden (BMF-Schreiben vom 12.3.2009, Az. IV C 5 – S 2334/08/10010).
  • Wird der Firmenwagen im Rahmen von Park & Ride nur für die kurze Strecke von der Wohnung bis zum Bahnhof genutzt, kommt die Pauschalregelung von 0,03 Prozent nur für diese Fahrstrecke in Betracht. Dies akzeptiert die Finanzverwaltung statt der längeren Route von der Wohnung zur Arbeitsstätte, wenn das Kfz vom Arbeitgeber nur für diese Teilstrecke zur Verfügung gestellt worden ist oder für die restliche Teilstrecke eine auf den Arbeitnehmer ausgestellte Jahres-Bahnfahrkarte vorgelegt wird (BMF, Schreiben vom 23.10.2008, Az. IV C 5 – S 2334/08/10010).
  • Ist ein Fahrzeug aufgrund seiner objektiven Beschaffenheit und Einrichtung typischerweise so gut wie ausschließlich nur zur Beförderung von Gütern bestimmt (zum Beispiel Werkstattwagen), entfällt die Besteuerung ganz (BMF, Schreiben vom 18.11.2009, Az. IV C 6 – S 2177/07/10004, Tz. 12).
  • Den geldwerten Vorteil für die Privatnutzung und die Fahrten zwischen Büro und Wohnung ermitteln die Arbeitgeber aus Vereinfachungsgründen zumeist pauschal mit einem Prozent vom Listenpreis. Oft ist es aber günstiger, die tatsächlich für die Privatfahrten angefallenen Kosten geltend zu machen. Dies muss dem Finanzamt über ein Fahrtenbuch nachgewiesen werden. Hier hat der BFH in einer Reihe von Urteilen die strenge Sichtweise der Finanzverwaltung bestätigt, dass dieser Nachweis ordnungsgemäß geführt werden muss. Angestellte sollten sich diese Anforderungen zu Herzen nehmen, damit die Arbeit nicht im Nachhinein umsonst war.

(VSRW-Verlag)


 


 

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