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  • 10.04.2006,
  • |
  • Köln

Arbeitslosigkeit und Geburtenrückgang hausgemacht

Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist ganz wesentlich auf bestimmte Sicht- und Verhaltensweisen der Erwerbsbevölkerung und eine ausgeprägte Arbeitnehmerhaltung zurückzuführen.

Die im internationalen Vergleich - insbesondere mit den Nachbarländern Österreich und Schweiz - geringe Bereitschaft der Deutschen zur Selbständigkeit und ihre geringe Neigung, personenbezogene Dienste nachzufragen und anzubieten, sind wesentliche Gründe für ungenutzte Beschäftigungspotentiale.

Dies ergaben Arbeitsmarktuntersuchungen des Institut für Wirtschaft und Gesellschaft (IWG) Bonn.

Überparteilich, unabhängig und gemeinnützig arbeitet das private, wissenschaftliche Forschungsinstitut, das 1977 von Professor Kurt H. Biedenkopf und Professor Meinhard Miegel gegründet wurde. Beide bilden noch heute den Vorstand der in der Rechtsform eines eingetragenen Vereins geführten Institution.

Mit dem satzungsmäßigen Auftrag, Fragestellungen aus dem Bereich von Wirtschaft und Gesellschaft wissenschaftlich zu bearbeiten und für die Praxis aufzubereiten, bestimmt das IWG seine Arbeitsprojekte frei und leistet Auftragsforschung. In diesem Zusammenhang erstellte das Institut bereits Gutachten für das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), die Landesregierung Brandenburg, die Bertelsmann Stiftung und den Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e.V.

Im Hinblick auf die demographische Entwicklung in Deutschland ging das IWG Anfang der 90er Jahre beispielsweise den Ursachen des Geburtenrückgangs nach und kam zu einem interessanten Schluss: Nicht die Emanzipation der Frau, die Erfindung der Pille oder die frühe Industrialisierung ist für den Geburtenrückgang verantwortlich, sondern die ausgeprägte individualistische Kultur. Hält die Bevölkerung an dieser Kultur fest, wird sie weiter abnehmen und altern oder von so vielen Zuwanderern durchsetzt werden, dass deren Integration sehr schwierig wird.

Mit seiner praxisorientierten Arbeit will das IWG das wirtschaftliche und gesellschaftliche Umfeld politischen und unternehmerischen Handelns aufhellen und dadurch strategisches Planen erleichtern. In Vortrags-, Seminar- und Diskussionsveranstaltungen führt es Fachleute aus unterschiedlichen Wissens- und Arbeitsbereichen zusammen und dient als Forum für einen intensiven Gedanken- und Meinungsaustausch. Gleichzeitig pflegt das IWG Bonn enge Kontakte mit wissenschaftlichen Forschungsinstituten in West- und Osteuropa sowie mit außereuropäischen Institutionen.

 

Die Studien und Gutachten des Instituts sind im Buchhandel erhältlich. Die anfangs genannte 160 Seiten umfassende Studie zur Arbeitslosigkeit von Stefanie Wahl, der Geschäftsführerin des IWG, und Martin Schulte ist unter dem Titel „Arbeitslosigkeit abbauen – von Besseren lernen!“ im Olzog-Verlag (2005) erschienen (Preis: 20 Euro).

 

 

Weitere Informationen gibt es unter www.iwg-bonn.de

Tel. 0228/37204445.

(IS)


 


 

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