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Arcandor verteidigt Antrag auf Staatshilfen

(ddp-nrw). Die beiden Handelskonzerne Arcandor und Metro haben ein für Mittwoch (27. Mai) vereinbartes Treffen über eine mögliche Zusammenlegung der Warenhaustöchter Karstadt und Kaufhof verschoben. Der Arcandor-Vorstandsvorsitzende Karl-Gerhard Eick bereite sich stattdessen auf die für Donnerstag (28. Mai) geplante Sitzung des staatlichen Bürgschaftsausschusses vor, sagte ein Arcandor-Sprecher am Dienstag in Essen. Dabei handele es sich aber keineswegs um eine Absage der Gespräche, sondern lediglich um eine Verschiebung.

Der Ausschuss, in dem unter anderem Vertreter von Bundesfinanz- und Bundeswirtschaftsministerium sitzen, berät über Bürgschaftsanträge. Die Verschiebung der Gespräche sei im Einvernehmen erfolgt. Der Metro-Vorstandsvorsitzende Eckhard Cordes habe durchaus Verständnis für den Wunsch von Eick gezeigt.

Arcandor benötigt nach eigenen Angaben für seine Finanzierung 650 Millionen Euro Staatsbürgschaft und 200 Millionen Euro Kredit. Ansonsten droht die Insolvenz. Zu Arcandor gehören die drei Geschäftsfelder Einzelhandel (Karstadt), Tourismus (Thomas Cook) und Versandhandel (Primondo mit Quelle, Hess Natur). Für den Konzern arbeiten etwa 86 000 Menschen, davon 53 000 in Deutschland.

Unterdessen verteidigte Karstadt-Chef Stefan Herzberg die Forderung nach Staatsbürgschaften. Zugleich wies er in der «Westdeutschen Allgemeinen Zeitung» (Mittwochausgabe) den Vorwurf zurück, allein Managementfehler seien für die schwierige Situation verantwortlich. «Vor dem Sommer 2008 waren wir immer in der Lage, unsere Probleme selbst zu meistern. Das hat sich durch die Krise an den Finanzmärkten dramatisch geändert», sagte er.

Nach Ansicht Herzbergs muss Arcandor vor weiteren Gesprächen über ein mögliches Bündnis zwischen Kaufhof und Karstadt eine Bürgschaft erhalten. «Zunächst einmal müssen wir die Insolvenz abwenden», sagte er. Der Karstadt-Geschäftsführer verwies zugleich auf die Diskussion über mögliche Staatshilfen für den angeschlagenen Autobauer Opel. Die Arbeitsplätze bei Arcandor seien nicht weniger wichtig.

(ddp)


 


 

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1 Kommentar

von und-doch
26.05.09 16:41 Uhr
mit Sicherheit Managementfehler

Ich arbeite seit 8 Jahren bei KQ/Arcandor und kann aus erster Hand sagen, dass das Unternehmen organisatorisch nicht in der Lage ist die Probleme in den Griff zu bekommen. Zu stark sind die alt eingesessenen Führungskräfte mit ihren eigenen Bonus-Modellen und Seilschaften. Bisher ist jeder Vorstand daran gescheitet. Wegen dieser Unfähigkeit bleibt m. E. nur die Insolvenz und damit die Möglichkeit, dass andere von außerhalb des Unternehmens diese Strukturen aufbrechen. Karstadt und auch Quelle ist von innen tot gewirtschaftet worden und dies hat nichts mit der Finanzkrise zu tun!

 

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