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GmbH & Still

Die stille Beteiligung an der GmbH: Motive, Erscheinungsformen, Besteuerung

Typische GmbH & Still

Bei der typischen GmbH & Still ist der stille Gesellschafter mit einem Darlehensgeber vergleichbar. Anders als dieser ist der stille Gesellschafter aber am Gewinn und Verlust der GmbH beteiligt. Die Beteiligung am Verlust kann vertraglich ausgeschlossen werden (§ 231 HGB). Eine Beteiligung am GmbH-Vermögen, insbesondere an deren stillen Reserven, ist ausgeschlossen. Weiterhin kann der Stille keinen entscheidenden Einfluss auf die Geschicke der GmbH nehmen. Der typisch stille Gesellschafter bezieht daher Einkünfte aus Kapitalvermögen.

Atypische GmbH & Still

Die atypische GmbH & Still ist gesellschaftsrechtlich eine Mischform, da der atypisch stille Gesellschafter über die Gewinn- und Verlustbeteiligung hinaus auch am Vermögen der GmbH beteiligt ist. Steuerlich wird die atypische GmbH & Still mehr oder weniger der GmbH & Co. KG gleichgestellt – lediglich mit dem Unterschied, dass letztere auch nach außen (Dritten gegenüber) auftritt. Der atypisch stille Gesellschafter ist aber nicht – wie der typisch stille Gesellschafter – bloß Finanzier der GmbH, sondern er steigt mitunternehmerisch in die GmbH ein.

Die atypische GmbH & Still führt zu einer Kombination (zur Kombination Definition) der steuerlichen Vorteile einer Personengesellschaft bei gleichzeitiger Haftungsbeschränkung. Der atypisch stille Gesellschafter bezieht als Mitunternehmer Einkünfte aus Gewerbebetrieb.

Angemessene Gewinnverteilung

Grundsätzlich können die Vertragsbeteiligten die Höhe der dem stillen Gesellschafter zustehenden Gewinnbeteiligung frei vereinbaren. Sind aber einzelne oder alle GmbH-Gesellschafter zugleich stille Gesellschafter, gilt es, verdeckte Gewinnausschüttungen durch überhöhte Gewinnausschüttungen zu vermeiden. Daher ist die durch die GmbH ausgeübte Tätigkeit und Haftung vorab angemessen zu vergüten.

Einer besonderen Angemessenheitsprüfung der Gewinnbeteiligung müssen sich stille Gesellschafter aus dem Familienkreis unterziehen. Dabei ist zu unterscheiden zwischen geschenkter stiller Einlage und mit Eigenmitteln erworbener stiller Einlage.

Wurde die stille Einlage schenkweise eingeräumt, ist die Gewinnverteilungsabrede dann angemessen, wenn die durchschnittliche Rendite bis zu 15% des tatsächlichen Werts der stillen Beteiligung beträgt. Bei ausgeschlossener Verlustbeteiligung verringert sich die Renditegrenze auf 12%.

Bei nicht schenkweise eingeräumter Beteiligung ist eine Gewinnzuweisung bis zu einer durchschnittlichen Rendite von 25 % bei fehlender Verlustbeteiligung und von 35% bei Beteiligung auch am Verlust angemessen.

Auswirkungen der Unternehmensteuerreform 2008

Die Unternehmensteuerreform 2008 hat für die GmbH & Still gravierende Neuerungen bzw. Folgen für die Besteuerung gebracht. Das gilt zunächst für die Zinsschranke, die ab 2008 eingeführt und mit Wirkung ab 1.1.2010 etwas entschärft wurde.

Während die atypische GmbH & Still eine Mitunternehmerschaft darstellt und damit für die Einlagen der Stillen keinen Kapitalertrag, sondern Gewinnanteile mit der Folge abwirft, dass insoweit die Zinsschranke nicht in Frage kommt, verhält sich dies bei der typisch stillen Gesellschaft ganz anders.

Ist danach ein typisch stiller Gesellschafter, ein Angehöriger oder Rückgriffschuldner mit mehr als 25% gleichzeitig auch an der GmbH beteiligt und übersteigt die Fremdkapitalvergütung an diese Personen 10% des gesamten Nettozinsaufwands der GmbH, ist diese Vergütung nur bis zu 3 Mio. E des Nettozinsaufwands bei der GmbH voll, im übrigen nur zu 30% abzugsfähig. In einem Veranlagungsjahr nicht zum Abzug zugelassener Zinsaufwand kann in die folgenden Jahre vorgetragen werden.

Besteuerung der GmbH (Geschäftsinhaber)

Die GmbH (= Geschäftsinhaber) kann die an den typisch stillen Gesellschafter gezahlten Gewinnanteile als Betriebsausgaben abziehen. Die bilanzielle Erfassung hat im Zeitpunkt ihres wirtschaftlichen Entstehens zu erfolgen, wobei die Zinsschranke zu beachten ist (§ 8a KStG i. V. m. § 4h EStG).

Gewerbesteuerrechtlich müssen nach § 8 Nr. 1c GewStG dem Gewinn aus Gewerbebetrieb 25% der Gewinnanteile hinzugerechnet werden.

Ist der stille Gesellschafter auch am Verlust beteiligt, hat das eine Verlustminderung bei der GmbH zur Folge. Soweit keine speziellen gesellschaftsvertraglichen Regelungen getroffen sind, gilt § 232 Abs. 2 HGB. Danach ist die Verlustbeteiligung des stillen Gesellschafters auf die Höhe seines Kapitalkontos beschränkt.

GmbH als stiller Gesellschafter

Ist der stille Gesellschafter z.B. eine andere GmbH, unterliegen bei dieser die Gewinnanteile der Gewerbe- und Körperschaftsteuer.

Hinsichtlich der steuerlichen Berücksichtigung der Verlustanteile muss danach unterschieden werden, ob die Verlustanteile die Einlage übersteigen oder nicht.


 


 

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