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Aufbewahrungspflichten

Auch Privatleute in der Pflicht

Generell können Privatpersonen Belege nach Erhalt des Steuerbescheids vernichten. Mieter und Hausbesitzer müssen jedoch besondere Vorschriften beachten. Für sie besteht zur Bekämpfung der Schwarzarbeit eine besondere Aufbewahrungspflicht. Wird ein Unternehmer mit Arbeiten rund um Haus, Wohnung oder Garten betraut, muss der private Auftraggeber darauf bestehen, innerhalb von sechs Monaten eine Rechnung zu erhalten. Die muss er dann zwingend zwei Jahre lang aufbewahren.

Betroffen hiervon sind neben herkömmlichen Bauleistungen auch Reparaturarbeiten, die Vermietung von Containern sowie Leistungen von Architekten, Reinigungsfirmen oder Gärtnern. Kann eine Handwerkerrechnung später auf Verlangen des Finanzamts nicht mehr vorgelegt werden, droht ein Bußgeld von bis zu 500 €. Daher sollten Mieter und Hauseigentümer sämtliche Rechnungen sorgsam ablegen, auch wenn sie vom Finanzamt als geprüft zurückkommen.

Sofern die privaten Einkünfte eines Jahres mehr als 500.000 € pro Person betragen, besteht eine Aufbewahrungspflicht für Unterlagen und Aufzeichnungen von sechs Jahren. Das betrifft Kapitalanleger, Vermieter, Arbeitnehmer, Pensionäre, Rentner sowie Verkaufsgewinne innerhalb der ein- oder zehnjährigen Spekulationsfrist. Bei Ehegatten wird die Grenze für jeden Ehegatten gesondert geprüft. Verluste aus anderen Einkünften können nicht gegengerechnet werden. Weist der Geschäftsführer z.B. ein Gehalt von 600.000 € und einen Mietverlust von 450.000 € auf, fällt er dennoch unter die neue Grenze. Erfasst werden alle Unterlagen und Aufzeichnungen, die für die Einnahmen und Ausgaben bedeutsam sind, z.B. Mietverträge, Depotauszüge oder Belege über Werbungskosten . Besteht diese Aufbewahrungspflicht, darf das Finanzamt sogar ohne Angabe von Gründen eine Außenprüfung durchführen.

Wird diese Pflicht nicht beachtet, drohen Sanktionen. So kann das Finanzamt ein Verzögerungsgeld von bis zu 250.000 € verhängen und Einkünfte hinzuschätzen.

ÿIst absehbar, dass die positiven Überschusseinkünfte für 2013 oberhalb der halben Millionengrenze liegen, kann die rechtzeitige Veranlassung von Werbungskosten in derselben Einkunftsart noch zum Unterschreiten der Schwelle führen und damit vor Betriebsprüfung und der Aufbewahrungspflicht retten.

(Redaktion)


 


 

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