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Nur Erholung statt Aufschwung

(ddp.djn). Der Vorsitzende des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Wolfgang Franz, dämpft die Erwartungen an die konjunkturelle Entwicklung im neuen Jahr. Franz sagte am Freitag den ddp/Dow Jones Wirtschaftsnachrichten: «Im nächsten Jahr wird es eine Erholung, aber noch keinen Aufschwung geben.»

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus Zimmermann, warnte: «Wir haben die internationale Krise noch keineswegs endgültig überwunden.»

Franz verwies darauf, dass der Sachverständigenrat für 2010 eine Zuwachsrate des realen Bruttoinlandsprodukts in Höhe von 1,6 Prozent prognostiziert hat. Dabei gingen die Impulse «im Wesentlichen vom Export aus». Zimmermann sagte in einem ddp.djn-Interview, die «leichte gesamtwirtschaftliche Erholung» werde bei einem Wachstum von deutlich weniger als zwei Prozent zu schwach sein, um von einem selbst tragenden Aufschwung zu sprechen. Für eine Entwarnung sei es also «zu früh».

Mit Blick auf die Folgen der internationalen Finanzkrise für den Arbeitsmarkt fügte Zimmermann hinzu: «Die Bremsspuren sind möglicherweise schwächer als vielfach zunächst befürchtet.» Derzeit könne man «davon ausgehen, dass die Arbeitslosigkeit im nächsten Jahr im Durchschnitt nicht über vier Millionen Erwerbslose steigen wird». Dies seien allerdings «im Vergleich zu diesem Jahr immer noch eine halbe Million Arbeitslose mehr, die die Sozialkassen erheblich belasten». Franz sagte, für den Arbeitsmarkt gebe es «eine gute und eine schlechte Nachricht». Der Chef der sogenannten Wirtschaftsweisen fügte hinzu: «Die gute Nachricht: Wir werden weit unter den fünf Millionen registrierten Arbeitslosen bleiben, wie sie noch vor wenigen Monaten befürchtet wurden. Die schlechte Nachricht: Gleichwohl wird es im Jahr 2010 rund 500 000 registrierte Arbeitslose mehr geben als im Jahr 2009.» Franz fügte mit Blick auf die Debatte über Lohnerhöhungen hinzu, in den «von der Krise gebeutelten» Branchen stehe sicherlich die Beschäftigungssicherung im Mittelpunkt. Mit der beginnenden Erholung «sollte aber der Verteilungsspielraum wieder mehr ins Blickfeld rücken». Der Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim riet zugleich: «Dieser sollte nicht ausgeschöpft werden, um zur Schaffung neuer Arbeitsplätze beizutragen.» Zimmermann mahnte angesichts der Debatte über Staatshilfen zur Rettung deutscher Opel-Arbeitsplätze, die Automobilindustrie dürfe «nicht zur Kohlesubvention des 21. Jahrhunderts werden». Überkapazitäten auf dem Markt könne «nur der Markt selbst regeln». Zimmermann fügte hinzu: «Im Übrigen hat Brüssel dem Scheckbuchtourismus der einzelnen Staaten zur Rettung ihrer jeweiligen Opelstandorte ein klares Veto entgegengesetzt. Ich hoffe, bei dieser vernünftigen Linie bleibt es.» ddp.djn/jsc/jwu

(ddp)


 


 

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