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  • 05.04.2006,
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  • Köln

Ausländische Finanzindustrie: Deutsches Geschäftsumfeld gelobt

Die ausländische Finanzindustrie beurteilt den deutschen Markt gegenwärtig sehr positiv.

"Die Geschäfte unserer Institute laufen gut, die Unternehmen erschließen sich neue Geschäftsfelder und bauen ihre Aktivitäten am Finanzplatz aus.", sagte Dr. Michael Zitzmann, Vorsitzender des Vorstands des Verbandes der Auslandsbanken in Deutschland e.V., Geschäftsführer der Citicorp Deutschland GmbH und Mitglied des Vorstands der Citigroup Global Markets Management AG anläßlich der Jahrespressekonferenz des Verbandes am 28. März 2006 in Frankfurt/Main.

Zu der positiven Einschätzung, so Dr. Zitzmann, trage nicht zuletzt das regulatorische Umfeld bei, das sich in den vergangenen Jahren erheblich verbessert habe. Insbesondere die Arbeit der BaFin , deren unflexiblen Aufsichtsansatz der Verband in der Vergangenheit wiederholt kritisiert habe, werde von den Mitgliedsinstituten mittlerweile deutlich positiver beurteilt.

Als Beispiele für die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Industrie und Aufsicht nannte Dr. Zitzmann unter anderem die Umsetzung der europäischen Prospektrichtlinie und die zunehmend pragmatische Aufsicht über Investmentfonds sowie über den grenzüberschreitenden Dienstleistungsverkehr. Von einer massiven Verschärfung der Aufsicht seit Bildung der BaFin, die derzeit von anderen Bankengruppen kritisiert werde, sei zumindest bei Auslandsbanken nichts zu spüren. Allerdings habe es bei den Auslandsbanken auch keinen Anlaß hierfür gegeben.

Von erheblicher Bedeutung für den Finanzplatz sei die Novellierung des Investmentrechts, die erfreulicherweise als eine der vordringlichen Aufgaben der neuen Bundesregierung definiert sei. Insbesondere die Weiterentwicklung der deutschen Hedgefonds-Reglementierung sei dringend erforderlich.

So sollten Single-Hedgefonds zum Vertrieb an Privatanleger zugelassen werden, um einen Anreiz zu schaffen, diese Produkte auch in Deutschland aufzulegen. Erforderlich, jedoch leider bislang nicht vorgesehen, sei auch eine Überarbeitung des für Fonds geltenden Steuerrechts. Speziell die weitreichenden steuerlichen Transparenzvorschriften veranlaßten viele erfolgreiche ausländische Gesellschaften, auf einen Vertrieb ihrer Produkte in Deutschland zu verzichten.

Termingerechte Unternehmenssteuerreform Im Interesse des Standortes forderte Dr. Zitzmann eine umfassende und termingerechte Unternehmenssteuerreform. Dabei sei nicht nur die Reduzierung der Steuerbelastung von Bedeutung, sondern auch die Schaffung von mittelfristiger Planungssicherheit, die durch die volatile Steuerpolitik der letzten Bundesregierung völlig verloren gegangen sei.

Ergänzt werden sollte eine Unternehmenssteuerreform durch die Einführung einer Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge . Nur wenn allerdings gleichzeitig das Bankgeheimnis in Deutschland wieder etabliert werde, bestehe die Chance, das politische Ziel einer Rückführung im Ausland investierten Kapitals nach Deutschland auch wirklich zu erreichen. Die im vergangenen Jahr geschaffene Möglichkeit eines nahezu beliebigen Kontenzugriffs von Steuer - und Sozialbehörden treibe auch steuerehrliche Anleger zur Anlage ins Ausland.

http://www.verband-der-auslandsbanken.de

(ES)


 


 

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