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  • 30.05.2006,
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  • Köln
Udo Müller

Außenwerber Ströer: Immer eine Nasenlänge voraus

Das neueste Produkt aus dem Hause Ströer ist interaktiv und nennt sich City Guide. Die Rede ist von der ersten Außenwerbung mit Internetanschluss, Drucker und Schnittstellen zu mobilen Geräten wie beispielsweise Handy. Die Kölner Ströer Out-of-Home Medien AG zählt seit vielen Jahren zu den ganz großen in der Branche. Was einmal in der Küche von Heinz W. Ströer begann, hat sich zu einem innovativen und expansiven Unternehmen im In- und Ausland entwickelt. Seit zwei Jahren bestimmt sein Compagnon, Udo Müller, den Erfolgskurs der Ströer-Gruppe. Wer ist Udo Müller, fragte business-on.de?

business-on.de: Herr Müller, als Sie 1990 mit Heinz W. Ströer die Ströer City Marketing GmbH gründeten, waren Sie gerade mal 28 Jahre jung und Heiner, wie er von Freunden und Geschäftspartnern genannt wurde, fast doppelt so alt. Er galt als rheinischer „Bonvivant“, als extrovertierter Typ. Sie haben sich hingegen einen Namen gemacht als cooler aber introvertierter Typ, was häufig auch als Arroganz ausgelegt wird. Wie kommen so unterschiedliche Charaktere zusammen und sind dann auch noch erfolgreich?

Udo Müller : Unsere Erfolgsbasis waren die gemeinsamen Werte und Überzeugungen. Ich versuche Vorbild zu sein, indem ich auf der Werteebene einen positiven Beitrag leiste, insbesondere indem ich Verantwortung für meine Mitarbeiter und die Menschen in meinem persönlichen Umfeld übernehme. Ganz entscheidend ist die persönliche Integrität. Meine Aussagen und Handlungen müssen für meine Gesprächspartner berechenbar und nachvollziehbar sein. Auf dieser gemeinsamen Basis haben Heiner Ströer und ich die Ströer Gruppe seit 1990 gemeinsam weiterentwickelt.

business-on.de: Eine große, überregionale Zeitschrift hat Sie mal als „Alleskönner“ tituliert. Abgebrochenes Medizinstudium, aber mit 19 bereits Verleger, mit 23 Gründer einer Werbeagentur und heute Vorstandsvorsitzender der Ströer Out-of-Home Media AG – welche Fähigkeiten machen Ihren Erfolg aus?

Udo Müller: Überdurchschnittliches Engagement, Berechenbarkeit, persönliche Integrität und der Wille zum Erfolg sind wichtige Eigenschaften. Darüber hinaus habe ich in meiner Zeit als Handballprofi gelernt, dass Geist und Körper eine Einheit sein müssen und Teamgeist zählt. Fitness ist wichtig, aber als Sieger geht das Team vom Platz, das von vornherein von seinem Sieg überzeugt ist.

business-on.de: 2004 starb Heinz Ströer. Was hat sich seitdem für den Unternehmer Udo Müller verändert?

Udo Müller: Mit seinem Tod ist vieles anders geworden. Ich musste eine deutlich höhere Verantwortung übernehmen. Manchmal spüre ich, dass er mir als Sparringpartner fehlt. Dann weiß ich: Heiner Ströer ist nicht zu ersetzen.

business-on.de: Die Ströer Gruppe ist gemessen an Bruttoerwerbserlösen und Anzahl Werbeflächen in Deutschland die Nummer eins, in Polen die Nummer eins und in der Türkei nach eigener Darstellung führend. Was sind für Sie die Voraussetzungen, um im Ausland Fuß zu fassen? Und wieviel Globalisierung braucht die Ströer Gruppe?

Udo Müller: Meine berufliche Vision ist, Ströer weltweit unter den führenden Anbietern von Out-of-Home-Medien zu etablieren. Derzeit sind wir bereits fünftgrößter Anbieter und in zehn Ländern präsent. Wir wollen uns weiterentwickeln und international als Maßstab für Qualität und Innovation anerkannt sein. Dabei verfolgen wir eine klare Strategie: wir investieren nur in Länder, in denen wir die Chance haben, Nummer eins oder Nummer zwei im gesamten Außenwerbemarkt oder in einem Teilsegment zu werden.

Politik, Wissenschaft und Medien fordern mehr gesellschaftliche Verantwortung von deutschen Konzernlenkern angesichts der Tendenz, in Billiglohnländer zu investieren. Von Werteverfall in den Topetagen oder Raubtierkapitalismus ist die Rede. Widerspricht diese Diskussion aus Ihrer Sicht der Wettbewerbsfähigkeit in globalen Märkten?

Die Antwort auf ihre Frage liegt für mich im Begriff Corporate Social Responsibility. Unternehmen sind gefordert, ihre gesellschaftliche Verantwortung ernst zu nehmen und nachhaltige Konzepte zu entwickeln, die zu ihrem Geschäftszweck passen. Je professioneller dies umgesetzt wird, desto besser für Unternehmen und Gesellschaft.

business-on.de: Der ideale Manger sollte eine Mischung von Alexander dem Großen, Albert Einstein und Thomas Gottschalk sein, so Managementexperten aus der Schweiz. Mit welcher Mischung würden Sie sich am liebsten beschreiben?

Udo Müller: Ich habe von vielen Menschen etwas lernen können und hoffe, dass das auch weiterhin so bleibt.

business-on.de: Vielen Dank für das Gespräch.

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(Karin Bäck)


 


 

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