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Ärger an der Zapfsäule

Politik wirft Konzernen Preispolitik nach Ferienkalender vor

Die Kraftstoffpreise sorgen zu Beginn der Osterferien wieder für Ärger bei den Autofahrern. ADAC-Sprecher Maximilian Maurer sagte am Montag auf ddp-Anfrage in München, vor dem Hintergrund des schwachen Euro und des aktuellen Rohölpreises sei ein Anstieg der Benzinpreise einfach nicht angebracht.

Zwar seien zum Wochenanfang wie so oft die Preise leicht gesunken, doch müssten Verbraucher bereits in den nächsten Tagen mit einer Erhöhung rechnen. Ein Liter Superbenzin koste derzeit durchschnittlich 1,39 Euro, ein Liter Diesel 1,17 Euro.

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) sagte der «Bild»-Zeitung (Montagausgabe), dass er sich über die Preise «mächtig ärgere». Vor Feiertagen wie Ostern sei zu beobachten, wie die Preise an den Zapfsäulen auf breiter Front nach oben gingen. «Ob das mit rechten Dingen zugeht, untersucht ja gerade das Kartellamt», betonte er. Es sei sicher richtig und notwendig, dass den Konzernen noch genauer auf die Finger geschaut werde.

Auch Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) kritisierte, die Benzinpreise in Deutschland dürften sich «nicht nach den Ferienzeiten richten». Es sei unerträglich, dass die Ölkonzerne pünktlich zum Hauptreiseverkehr regelmäßig an der Preisschraube drehten. «Die Wut der Autofahrer kann ich gut verstehen», sagte Ramsauer.

SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles forderte unterdessen die Bundesregierung auf, zu den konzertierten Benzinpreiserhöhungen klar Stellung zu beziehen. Es sei ein «trauriges Spiel» geworden, dass das Kartellamt alljährlich lediglich mitteile, keine Nachweise für Preisabsprachen der Mineralölkonzerne erbringen zu können. Die Bürger könnten nicht mehr auf eine Lösung hoffen. «Das ist einfach Geldschneiderei», kritisierte Nahles nach einer Präsidiumssitzung in Berlin.

Die Energie-Expertin Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) riet, nicht vor Wochenenden, an Feiertagen und an Autobahnen zu tanken.

Der Auto Club Europa (ACE) fordert Discounter-Tankstellen an den deutschen Autobahnen. Hier sei vor allem Wirtschaftsminister Brüderle gefordert, sagte der ACE-Vorsitzende Wolfgang Rose den «Stuttgarter Nachrichten» (Montagausgabe). Der Politiker müsse «jetzt aktiv werden, damit auch preisgünstige Discounter aus dem Mittelstand und nicht nur teure Markentankstellen Kraftstoff im Bereich von Autobahnen anbieten können».

Der ADAC empfiehlt Autofahrern, die Preise an den Tankstellen zu vergleichen, um möglichst günstige zu finden. Ebenso sollten sich Verbraucher vor Urlaubsreisen in andere Länder über die dortigen Spritpreise informieren, um kostengünstiger zu tanken.

Der CDU-Wirtschaftsrat macht indes rein marktwirtschaftliche Ursachen für die hohen Preise verantwortlich. «Das ist eine überwiegend natürliche Entwicklung», sagte der Vorsitzende Kurt Lauk der «Rheinischen Post» (Dienstagausgabe). «Der Euro ist schwächer geworden, damit verteuert sich der Ölimport», erläuterte er. Die Preise beim Einkauf von Mineralöl schwankten zudem von Saison zu Saison stark. «Es ist nicht Aufgabe der Politik, hier etwas zu tun», sagte Lauk.

(ddp/poh/ton)


 


 

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