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Opposition wirft Sommer «unqualifizierte Angriffe» vor

(ddp-nrw). Die Äußerungen von Schulministerin Barbara Sommer (CDU) über ein Leistungsgefälle zwischen Gymnasien und Gesamtschulen sorgen weiter für heftigen Streit zwischen Landesregierung und Opposition. In einer Aktuellen Stunde des Landtags in Düsseldorf verteidigte sich Sommer am Donnerstag gegen Kritik. Sie habe auf eine «Tatsache» hingewiesen, deren «Fakten» nicht länger ignoriert werden könnten. SPD und Grünen warfen der Ministerin «unqualifizierte Angriffe» vor.

Sommer wandte sich zugleich gegen Spekulationen, die Landesregierung wolle die Gesamtschulen schließen. «Das Gegenteil ist der Fall. Wir wollen die Gesamtschulen unterstützen«, sagte die Ministerin. Ziel sei es, dass die Gesamtschulen ihre Schüler genauso gut auf das Abitur vorbereiten könnten wie die Gymnasien. «Ich will, dass alle gleiche Startchancen haben», betonte Sommer. 

Nach Angaben des Schulministeriums hatten beim Zentralabitur 2008 die Abiturienten an den Gymnasien mit einer Durchschnittsnote von 2,59 besser abgeschnitten als an den Gesamtschulen mit 2,87. Zugleich gab es an den Gesamtschulen in der Quote nahezu viermal mehr Durchgefallene als an den Gymnasien. Sommer hatte daraufhin erklärt, die Gesamtschulen schafften es bislang nicht, ihre Schüler auf ein »vergleichbares Niveau« wie an den Gymnasien zu bringen. 

SPD-Bildungsexpertin Ute Schäfer kritisierte, obwohl es an Gesamtschulen und Gymnasien seit zwei Jahren das Zentralabitur gebe, bestünden nach wie vor unterschiedliche Startbedingungen. Die bildungspolitische Sprecherin der Grünen, Sigrid Beer, warf Sommer vor, die Gesamtschulen schlecht zu reden. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Notenpunkten seien »lächerlich gering«. 

Sommer warf SPD und Grünen dagegen vor, während ihrer gemeinsamen Regierungszeit dafür gesorgt zu haben, dass die soziale Herkunft über die Bildung entscheide. Zugleich sei die Gesamtschule von Rot-Grün aus »ideologischen Gründen schön geredet" worden. Die Landesregierung habe nun die Ergebnisse gefunden, die von SPD und Grünen versteckt worden seien.

Die Ministerin verwies erneut darauf, dass es beim Zentralabitur 2008 mit der Durchschnittsnote 2,63 das beste Ergebnis seit Beginn der Dokumentationen 1992 gegeben habe. Damit könnten die Abiturienten stolz auf ihre Leistungen sein und sollten nicht auf die «Miesmacher und Ewiggestrigen» der Opposition hören. 

Unterdessen erneuerte Koalitionspartner FDP seine Forderung nach Abschaffung der Gesamtschuloberstufen. Diese seien die »selektivste Schulform« im Bildungswesen, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der Fraktion, Ralf Witzel. Keine andere Schulform trenne sich innerhalb von nur drei Jahren von fast der Hälfte der Schüler.

(Quelle: alle im Landtag)

(Redaktion)


 


 

Barbara Sommer
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