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Kreditklemme

BonnSoir stellt fest: Die Kreditklemme kommt

Eine der zentralen Fragen der Unternehmensführung wurde gestern im Rahmen einer lebhaften Podiumsdiskussion unter Leitung von Klaus Houben bei BonnSoir – Das Mittelstandsnetzwerk Bonn/Rhein-Sieg e.V. diskutiert: „Wie kann die Liquidität des Unternehmens gesichert werden?“

Verschärft durch die Finanz- und Wirtschaftskrise sehen sich die Entscheider der mittelständischen Wirtschaft derzeit mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert. Restriktivere Kreditvergabe der Banken, Rating und Basel II, die Auswirkungen der Publizitätspflicht von Bilanzen und die damit verbundenen neuen Anforderungen an die Informationspolitik – dies sind nur einige Stichworte für die Probleme, die den Unternehmern derzeit auf den Nägeln brennen.

„Ich muss als Unternehmer wissen, wovon ich rede, wenn ich von einer Bank einen Kredit will.“, fasste Frans Vermee, Inhaber der Frans Vermee GmbH aus Remagen, seine Einstellung zum Bankgespräch zusammen.

Die Kenntnis der entscheidenden Ratingfaktoren, der entsprechenden Kennziffern des Unternehmens und ein effektives Controlling seien für ihn die Erfolgsfaktoren, die ein Bankenrating für den Unternehmer nicht zu einer Belastung werden lassen. Eine ähnliche Einstellung hat Christine Arck, Geschäftführerin der Hefe Arck GmbH aus Bonn. Neben der täglichen Kontrolle der Buchhaltung (zur Buchhaltung Definition) auf ein- und ausgehende Zahlungen sieht sie einen weiteren Schwerpunkt ihrer unternehmerischen Tätigkeit in der Außenkommunikation.

Das Gespräch mit Banken, Kreditversicherungen und Auskunfteien müsse vom Unternehmen aktiv gesucht, deren Bewertungsfaktoren hinterfragt und damit die Darstellung des Unternehmens bei Dritten aktiv mitgestaltet werden. „Und dies frühzeitig, nicht erst wenn eine Finanzierung ansteht“, erläuterte Arck ihre Einstellung zur Unternehmensführung. Aus wissenschaftlicher Sicht ergänzte Prof. Dr. Bernd Weiss, Hochschule Bochum, die Diskussion: Nach Untersuchungen seines Instituts haben Unternehmen in der Vergangenheit der eigenen Kreditwürdigkeit (zur Kreditwürdigkeitsdefinition) zu wenig Interesse gewidmet, sind sich über die Konsequenzen der Pflicht zur Veröffentlichung der Jahresabschlüsse oftmals nicht im klaren und setzen den Schwerpunkt zu wenig im Bereich Kreditmanagement. Daneben sei der Jahresabschluss nicht nur aus steuerlicher Sicht zu gestalten, sondern jeder Unternehmer müsse seinen Steuerberater verpflichten, die Auswirkungen auf Ratingsysteme zu berücksichtigen und ihm zu erläutern. Dass die Jahresabschlüsse und Ratings 2010 schlechter ausfallen werden und damit die Finanzierungssituation für Unternehmen schwieriger wird, gab Philipp Brüse, Vertriebsdirektor der Sparkasse KölnBonn, unumwunden zu. Gleichzeitig zeigte er aber Perspektiven auf: „Das Rating ist nicht alles. Die Kreditentscheidung wird von Menschen getroffen.“ Nach seiner Auffassung sollte der Unternehmer dem Banker im Gespräch Marktumfeldanalysen, Planzahlenrechnung, Geschäftszweck und die Aktivitäten des Unternehmens präsentieren, damit auch bei schlechteren Kennzahlen in 2009 eine Lösung für die Kreditvergabe gefunden werden könne.

Die Bonität des eigenen Unternehmens pflegen, eine Überprüfung des gebundenen Kapitals – zum Beispiel die eigenen Forderungen konsequent einfordern – und die detaillierte, tagesaktuelle Kenntnis aller relevanten Unternehmenskennzahlen, so lassen sich die Tipps der Podiumsgäste an die rund 160 anwesenden Unternehmer zusammenfassen.

(Redaktion)


 


 

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