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Wirtschaftsethik

BonnSoir brachte über 200 Unternehmer in Rheinbach hinter Gitter

Über 200 mittelständische Unternehmer und Führungskräfte diskutierten am Dienstagabend auf Einladung von BonnSoir – Das Mittelstandsnetzwerk Bonn-Rhein- Sieg e.V. über das Thema „Wirtschaftsethik“. Die Veranstalter hatten den Veranstaltungsort, die Justizvollzugsanstalt in Rheinbach, mit Bedacht auf das Thema abgestimmt: direkter können Konsequenzen unethischen Handelns nicht vor Augen geführt werden.

Die Podiumsgäste des Abends – Friedrich Apostel (Staatsanwaltschaft Bonn), Matthias Fischer (Image Film Produktion, Sankt Augustin), Dr. Ing. Peter H. Grasmann (Umweltakademie e.V., München), und Jürgen Suhr (Bundesstadt Bonn) bezogen klare Positionen und ließen an ihren Einstellungen zu Ethik (Lesen Sie hier: Ethik Definition) im Wirtschaftsleben keinen Zweifel aufkommen.

Oberstaatsanwalt Friedrich Apostel ist der festen Überzeugung, dass „jeder Unternehmer weiß, was richtig und was falsch ist“. Die Praxis zeige, dass beispielsweise beim Thema Korruption eine „Hühnerleiter des Anfütterns“ existiere. „Man fängt unten an und schaut, wer was nimmt“. Hier sei es die Führungsaufgabe des Unternehmers, für klare Regeln in seinem Betrieb zu sorgen. Eine ähnliche Auffassung vertrat auch Jürgen Suhr, Anti- Korruptionsbeauftragter der Bundesstadt Bonn: „Die Fürsorgepflicht des Unternehmers gegenüber seinen Mitarbeitern schließt auch die Korruptionsprävention ein.“ Da die Rechtssprechung gerade im Bereich der Annahme von Geschenken fließend sei, müsse den Beschäftigten ein klarer Rahmen gesteckt werden.

Die Anforderungen für ethisches Handels in der Wirtschaft definierte Dr. Ing. Peter H. Grassmann: Eine Grundhaltung sei zu definieren, die Weiterbildung und Kontrolle der Mitarbeiter zu gewährleisten. Die Forderung nach Werten sei inzwischen auch international weit verbreitet. Doch „das Thema Ethik ist breit. Es stellt sich für jedes Unternehmen und jede Branche anders dar“, erläuterte Grassmann weiter. Die Vermittlung der Werte müsse im stets existierenden Ordnungsrahmen stattfinden, d.h. den existierenden Gesetzen, der persönlichen
Verantwortung und auch die Unternehmen einer Branche müssten lernen, sich entsprechend aufzustellen. Praxiserfahrungen aus dem regionalen Mittelstand steuerte Matthias Fischer, Geschäftsführer der Image Film Produktion aus Sankt Augustin bei. Natürlich kämpfe jeder Unternehmer gerade in wirtschaftlichen Krisenzeiten um jeden Auftrag, stehe vor der Entscheidung, im Ernstfall einen für das Unternehmen (überlebens-)wichtigen Auftrag abzulehnen. Doch auch Fischer betonte: „Ich bin der Unternehmer und entscheide, was ich meinen Mitarbeitern vorlebe und was ich von Ihnen erwarte“.

Die intensiven Gespräche beim anschließenden Get Together - wie Wirtschaftsethik vom alltäglichen wirtschaftlichen Handeln abzugrenzen ist, wie man sich und seine Mitarbeiter vor struktureller und Gelegenheitskorruption schützen kann und nicht zuletzt der Erfahrungsaustausch, wie die Umsetzung ethischer Prinzipien in regionalen mittelständischen Unternehmen gehandhabt wird - rundeten den Abend ab.

(Redaktion)


 


 

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