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Festverzinsliche Kapitalanlagen: Segen oder Fluch?

Fitch schätzt, dass festverzinsliche Kapitalanlagen der PKV ca. 80% der gesamten Kapitalanlagen ausmachen. Diese festverzinslichen Kapitalanlagen werden von Anlagen in Banken (einschließlich Pfandbriefe) mit ca. 60% der gesamten Kapitalanlage dominiert. Der überwiegende Anteil dieser festverzinslichen Wertpapiere kann nicht an Sekundärmärkten gehandelt werden, wodurch die PKV
als „Buy and Hold“ Investor agiert. Im gegenwärtigen Marktumfeld bringen die Anlagen in nicht handelbaren festverzinslichen Wertpapieren Vorteile, da sie zu Nominalwerten bzw. Anschaffungskosten bilanziert werden. Beide Bilanzierungsansätze ignorieren temporäre Wertschwankungen und verhindern Abschreibungen.

Jedoch entstehen durch die illiquiden Wertpapiere nicht zu vernachlässigende Adressausfallrisiken. Eine Verschlechterung der Bonität eines Schuldners kann zu bedeutenden unrealisierten Verlusten führen. Zu den bedeutenden Schuldnern der PKV gehören deutsche Landesbanken sowie deutsche Geschäfts‐ und Immobilienbanken. Anlagen bei den größten Schuldnern übersteigen häufig 5% der gesamten Kapitalanlagen. Die meisten Banken, die unter den größten Schuldnern der PKV sind, haben bereits umfangreiche staatliche Hilfen erhalten. Hierdurch wird die Abhängigkeit der PKV von einem funktionierenden, staatlichen Rettungsschirm für Banken deutlich.

Allerdings wird ein Großteil der Kapitalanlagen bei Banken durch Sicherungssysteme geschützt. Diese Sicherungssysteme umfassen die Gewährträgerhaftung (bis Juli 2005) der Bundesländer für Landesbanken, den Einlagensicherungsfonds, sowie die individuellen Sicherungssysteme der deutschen Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Darüber hinaus hat die deutsche Bundesregierung wiederholt erklärt alle systemrelevanten Banken aufzufangen.

Fazit

Seit der Umsetzung der Gesundheitsreform aus dem Jahr 2007, stagniert das Neugeschäft der PKV. Fitch erwartet hierfür keine Änderung vor 2010. Bisher hatte die Finanzmarktkrise in erster Linie Auswirkungen auf die Ergebnisse der PKV. Solange die wesentlichen deutschen Banken durch die Regierung gestützt werden, erwartet Fitch keine ernsthaften Folgen für die Kapitalanlagen der PKV.
Anpassbare Rechnungszinsen und Beiträge können nach Ansicht der Agentur die negativen Konsequenzen anhaltender Niedrigzinsphasen oder inflationärer Phasen wesentlich abmildern.

(Redaktion)


 


 

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