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Untergang des Briefmonopols?

Briefmarkt zwischen gelb und grün

Gleichbehandlung bei der Mehrwertseuer

Beide Anforderungen sind durch die geringe Zeitspanne nur innerhalb regionaler Grenzen zu erfüllen, erklärt Michael Kiesswetter, weswegen sich die Pin West Mail, für die Lizenz D, d.h. für die Sendungsverfolgung, entschieden hat. Das bedeutet, dass der Lauf des Briefes anhand von Daten im IT-System nachvollziehbar sein muss. Das sei zwar ein bisschen teurer, weil man dafür spezielle Software benötigt, aber der Kunde bekomme einen besseren Service als bei der herkömmlichen Post, beteuert der Geschäftsführer. Seine Zustellpreise liegen 20 Prozent unter denen der DAPG und das, obwohl man Mehrwertsteuer zahlen muss. „Wir leben schon jetzt mit Hürden, aber die Gleichbehandlung bei der Mehrwertsteuer wäre für uns das wichtigste.“ Zumindest würde mit dem Wegfall des Postmonopols auch die Beschränkung auf höherwertige Dienstleistung aufgehoben sein.

„Schick es grün“

West Mail startete 2005 als Gemeinschaftsunternehmen der Verlagshäuser Rheinische Post und Westdeutsche Zeitung sowie der Unternehmensgruppe M. DuMont Schauberg. Das Interesse der Verlage an privaten Briefdienstleistern ist naheliegend. Die Auflagen der Tageszeitungen zeigen einen Trend nach unten und die Stückkosten bei den Zustelldiensten nach oben. Um die Lücke zu füllen, müssen sich die Verlage zusätzlichen Leistungen öffnen, beispielsweise für die Beförderung von Briefen. Andererseits profitiert West Mail von einem starken Partner, der den Rücken für Wachstum frei hält. Um allerdings mit den großen Playern mithalten zu können, braucht man eine Dachorganisation mit nationaler Bedeutung. Daher ist die strategische Allianz mit der PIN Group, Sitz in Luxemburg, ein weiterer wichtiger Meilenstein im Wettbewerb um Marktanteile gewesen. Seitdem nennt sich das Unternehmen Pin West Mail mit dem Slogan „Schick es grün“. Ende des Jahres wollen die Verleger als Gesellschafter bei der PIN einsteigen. Wie erst kürzlich aus der Presse zu erfahren war, wird die Axel Springer AG, vorbehaltlich der kartellamtlichen Genehmigung, Mehrheitseigner der PIN Group werden.

Das Einzugsgebiet der Pin West Mail erstreckt sich inzwischen von Emmerich bis Bonn. An rund 3,5 Mio. Haushalte werden täglich bis zu 200.000 Briefsendungen verteilt. Die Zustellung erfolgt noch ausschließlich im Auftrag von gewerblichen Kunden, aber man denkt bereits über eine sukzessive Erschließung von Privatkunden nach. Briefkästen sollen aufgestellt, PIN-Briefmarken gedruckt werden und vielleicht gibt es irgendwann eimal auch die Sonntagszustellung. In dem Geschäft ist offensichtlich noch viel Musik drin.

(Karin Bäck)


 


 

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