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CeBIT soll Trendwende bringen- Schrumpfprozess der Leistungsschau verlangsamt

(ddp.djn). Seit Jahren sinkende Ausstellerzahlen und Konkurrenzveranstaltungen machen der CeBIT zu schaffen. Auf der am Dienstag startenden Computermesse in Hannover präsentieren sich mit 4157 Unternehmen so wenige Aussteller wie seit 20 Jahren nicht mehr.

Mit einer Verlagerung von der reinen Geräteschau zu einer lösungsorientierten Messe wollen die Veranstalter gegensteuern. Immerhin haben sie den Schrumpfungsprozess der CeBIT deutlich verlangsamen können. Suchmaschinen-Betreiber Google ist in diesem Jahr sogar erstmals mit am Start und präsentiert sein umstrittenes Street-View-Projekt. Hingegen zeigen andere renommierte Firmen wie der US-Computerkonzern Apple ihre Neuheiten wie den iPad weiter lieber in heimischen Gefilden.

«Wir brauchen diese Kommunikationsplattform», sagte der Präsident des Branchenverbandes Bitkom August-Wilhelm Scheer mit Blick auf die Messe in Hannover. Nach jahrelangem Wachstum ging der Umsatz der Informationstechnik, Telekommunikation und digitalen Unterhaltungselektronik in Deutschland im vergangenen Jahr um 4,3 Prozent auf 139,5 Milliarden Euro zurück. Im laufenden Jahr erwartet der Bitkom eine Stabilisierung auf 139,6 Milliarden Euro. 2011 wird ein Umsatzanstieg um 1,6 Prozent auf 141,8 Milliarden Euro erwartet.

«Unter dem Strich wird 2010 zum Übergangsjahr», sagte Scheer. Rückläufig sei weiter der Bereich Telekommunikation. Deren Umsatz werde 2010 um 1,1 Prozent auf 63 Milliarden Euro sinken. Für 2011 prognostiziert der Verband sinkende Umsätze - um 0,3 Prozent auf 62,8 Milliarden Euro. Während die Umsätze mit Sprachdiensten sinken, wachsen die Datendienste rasant. Aktuelle Smartphones verleihen dem mobilen Internet einen Schub. Der Bitkom erwartet für das laufende Jahr ein Absatzplus von 47 Prozent auf 8,2 Millionen Geräte. «Wir gehen davon aus, dass spätestens in drei Jahren mehr Smartphones verkauft werden als PCs», sagte Bitkom-Vizepräsident Achim Berg.

Im IT-Bereich geht Bitkom im laufenden Jahr von einem Wachstum in Höhe von 1,4 Prozent auf 64,4 Milliarden Euro aus. Für 2011 wird ein Anstieg um 3,8 Prozent erwartet. Grund sind vor allem sinkende PC-Preise. Der Durchschnittspreis für einen PC lag 2009 bei 521 Euro. Das sind zehn Prozent weniger als im Vorjahr.

Neuer Schwung durch Cloud Computing

Neuen Schwung könnte der IT-Standort Deutschland nach Ansicht von Scheer auch das Cloud Computing bringen. Dabei werden Nutzern IT-Dienste über die Netzwerke zur Verfügung gestellt. Denkbar sei eine «Cloud made in Germany» inklusiver gehobener Sicherheitsstandards. «Wir müssen da mitspielen», sagte Scheer. T-Systems wäre seiner Ansicht nach ein denkbares Unternehmen.

Zu schaffen macht der Branche indes weiter der Fachkräftemangel. Derzeit gebe es in Deutschland rund 20 000 offene Stellen, sagte Scheer. Nach Angaben des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) werden derzeit allein rund 15 000 Informatiker gesucht. Die Zahl der Studienanfänger im Bereich Informatik sei 2009 zwar auf 36 000 angestiegen. Die Abbrecherquoten seien aber immer noch hoch. An Universitäten breche fast jeder zweite Anfänger das Studium ab.

Von den ddp-Korrespondenten André Klohn und Ekkehard Beisker

(Redaktion)


 


 

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