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  • 15.09.2006,
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Chance für den Mittelstand: Private Equity

Die noch anhaltende schwache Wirtschaftskonjunktur, zahlreiche Insolvenzen und der daraus resultierenden restriktiven Bankpolitik, insbesondere durch Basel II, hat die Kreditvergabe der Banken an Firmen erschwert. Private Equity-Fonds können ein alternativer Ausweg für mittelständische Unternehmen sein...

Der schlafende Riese „Mittelstand“ ist der Wachstumsmotor der deutschen Wirtschaft. Doch stellt sich kleinen und mittleren Unternehmen in der hartnäckigen Wirtschaftsflaute immer stärker die Existenzfrage in Form der Finanzierungsfrage. Dabei fehlt es keines Falls an Ideen oder an Innovationen, sondern hauptsächlich fehlt es an Mitteln zur Finanzierung von Forschung oder der weiteren Entwicklung. Demnach kann sich der Mittelstand eine vernachlässigte Behandlung von Finanzierungsfragen immer weniger leisten; der Ruf nach neuen Finanzierungsmöglichkeiten wird deutlich lauter. Leider finanzieren sich deutsche Unternehmen immer noch zum größten Teil über Kredite ihrer Hausbank; dabei bietet der Kapitalmarkt nicht nur für börsennotierte Unternehmen interessante Möglichkeiten und Chancen. Vor allem die Bedeutung alternativer Modelle wird zunehmend stärker. In diesem Zusammenhang sind besonders Stichwörter wie Private Equity , Mezzanine – oder Venture Capital zu hören.

Infolge zahlreicher Insolvenzen deutscher Unternehmen und der daraus resultierenden eingeschränkten Vergabepolitik des Bankwesens, insbesondere im Zusammenhang mit BaselII, zählt der Private Equity - Markt heute zu den am stärksten wachsenden Sektoren der internationalen Finanzmärkte.

Private Equity bezeichnet laut Definition privates Beteiligungskapital und wird nicht börsennotierten Unternehmen von Investoren (z.B. Private Equity - Gesellschaften oder Venture Capital-Gesellschaften) in Form von wirtschaftlichem Eigenkapital oder eigenkapitalähnlichen Mitteln zur Verfügung gestellt.

Die ersten Private Equity - Fonds entstanden in den siebziger Jahren in den USA und in Großbritannien. In Deutschland sind sie erst seit Mitte der neunziger Jahre aktiv. Ihr Geschäft ist die Übernahme, der Umbau und Wiederverkauf von Unternehmen durch den Einsatz von Eigenkapital. Entweder werden die gekauften Unternehmen für einen befristeten Zeitraum, im allgemeinen beträgt die Laufzeit zwischen drei und zehn Jahren, von der Börse genommen oder sind dort noch gar nicht notiert gewesen.

Investor: Freund oder Feind?

Der Vorteil dieser Finanzierungsform ist, dass in der Regel auf die Stellung von Sicherheiten verzichtet wird, was zu einer Stärkung der Eigenkapitalquote sowie zu einer Verbesserung des wirtschaftlichen Unternehmenswert führt. Dies ermöglicht Unternehmen eine evetuelle weitere Aufnahme von Fremdkapital. Ein weiterer Pluspunkt ist das von den Investoren geleistete Betreuungs- und Beratungsangebot, welches jedoch vom zuständigen Investor abhängig ist.

Da es sich bei den Kapitalnehmern jedoch in erster Linie um kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) handelt, wird der Vorzug der Beratung von vielen Unternehmensführern meist eher als Bedrohung wahrgenommen.

Gründe hierfür können in der Angst vor Kontrollverlust liegen. Bei der Aufnahme von Beteilungsfonds können Entscheidungen nicht mehr alleine vom "Firmenoberhaupt" getroffen werden. Der Investor hat gleichberechtigtes Stimmrecht. Da er meist langfristige Ziele verfolgt und seine Entscheidungen nach den Finanzkennziffern des Unternehmens richtet, sind die eingeschlagenen Wege für den Unternehmer nicht immer einsichtig. Ein souveräner Auftritt, exzellente Branchenkenntnis sowie ein hohes Maß an Verständnis für die Denkweisen des Mittelständlers sollten demnach zu den Voraussetzungen eines gutes Investors gehören.

Private Equity ist riskant; der Kapitalgeber muss mit dem völligen Verlust des eingesetzten Kapitals rechnen. Im Gegenzug locken im Erfolgsfall Renditen von jährlich 15 bis 40 Prozent, daher wird in der Regel auf laufende Zinszahlungen seitens des Kapitalnehmers verzichtet. Vielmehr wird der Gewinn durch die Veräußerung der Beteiligung am Ende der Investitionsphase erzielt.

Weitere Informationen zu Private Equity -Gesellschaften unter: www.bvk-ev.de, www.hightech-pe.com, www.equity-finance.de, www.ikb-pe.de

(Olbrisch Katharina)


 


 

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