Weitere Artikel
Christa Reinartz

Grand Dame in Kölns Spitzenhotellerie

Egal, wann und wo man sie trifft, sie ist ihrem unverwechselbarem Stil zu jeder Tageszeit treu: figurbetontes Kostüm, Highheels, perfekte Frisur. Alles in modisch leuchtenden, aber harmonisch abgestimmten Farben. Sie hat sich als Kämpfernatur bewährt, gilt als ehrgeizig, diszipliniert und äußerst korrekt. Seit sieben Jahren ist Christa Reinartz General Managerin des Dorint Hotel an der Messe und nicht nur bei den Kölnern sehr beliebt.

Unser Interview mit Dorint-Chefin Christa Reinartz findet in einem wahrlich edlen Ambiente statt: in der Konrad-Adenauer-Suite – ein luxuriöses Refugium von 160qm, in warmen Holzfarben, mit hellen Stoffen und Blick auf den Dom. Einen breiten Raum nimmt der Flügel im Wohnraum mit Bar ein. Neben Ess-, Arbeits-, und Schlafbereich lädt eine großzügige Badelandschaft mit eigener Sauna und einem Ankleidezimmer ein. Die Vorzüge der Suite haben bereits Sarah Connor und Bruce Darnell genossen. Das Dorint an der Messe wurde 2001 eingeweiht. Christa Reinartz hat dem Hotel bereits bei der Planung ihren ganz persönlichen Stempel aufgedrückt. Ihre Ausbildung zur Hotelkauffrau machte sie im Steigenberger Hotel in Bonn. Die Vollblut-Managerin ist seit zwanzig Jahren mit Dr. phil. Werner Reinartz verheiratet.

business-on.de: Passend zum Interview habe ich gerade das erste Kap Forum- Magazin bekommen, das dem Hotelzimmer gewidmet ist. U.a. haben darin zwei Kölner Design-Professoren, Uta Brandes und Paolo Tumminelli, ihre Wünsche in puncto Hotelzimmer und -Service auf witzige Art beschrieben.

Christa Reinartz: Jetzt fragen Sie mich wahrscheinlich, welche bei mir im Dorint erfüllt werden?

business-on.de: Genau. Aber vorab: Haben Business-Traveller eigentlich besondere Ansprüche an ein Hotelzimmer?

Amica-Zimmer für Business-Frauen

Christa Reinartz: Ja und sogar unterschiedliche je nachdem, ob Geschäftsmann oder Geschäftsfrau. Sie werden lachen, aber wir haben vor ein paar Jahren so genannte Amica-Zimmer speziell für viel reisende Frauen eingerichtet. Die Zimmer unterscheiden sich in der Ausstattung, angefangen bei der helleren Tagesdecke. Im Schrank findet die Businesslady Bügelbrett und Bügeleisen. Wir haben zwar im Haus einen Bügelservice, aber die Damen haben offensichtlich mehr Vertrauen in ihre eigenen Bügelkünste. Ansonsten gibt es natürlich im Badezimmer alles, was speziell Frau an Hygiene- und Pflegeprodukten braucht.

business-on.de: Uta Brandes wünscht sich u.a. als "frauentypische Sonderservices" Strumpfhosen, das kleine Schwarze für unvorhergesehene Fälle und am liebsten einen Butler.

Christa Reinartz: Strumpfhosen kann Frau Brandes bei uns am Empfang kaufen. Das kleine Schwarze haben wir nicht auf Lager. Aber wir würden Frau Brandes einen Butler besorgen, wenn sie uns damit beauftragt. Im Prinzip erfülle ich jeden Wunsch. Der Gast muss nur sagen, was er will und bereit sein, dafür zu zahlen. A propos Geschäftsmann. Ich habe in meiner Tasche immer Manschettenknöpfe für den Fall, dass unser Gast sie vergessen hat.

business-on.de: Paolo Tumminelli erinnert sich gern an die italienischen Grand Hotels aus der Belle Epoque. Aber als Business-Traveller will er eigentlich in einem Hotelzimmer nur gut schlafen und das scheitere häufig an der Matratze.

Christa Reinartz: Ich finde es auch toll in einem Grand Hotel abzusteigen, wenn nicht gerade, wie mir in einem 5-Sterne-Haus in Verona passierte, das Bett zusammenkracht. Was die Matratzen betrifft, sind wir hier hervorragend ausgestattet. Wir haben eine spezielle Bettauflage, die wird zusätzlich auf die normale Matratze gelegt. Darauf liegen Sie wie Prinzessin auf der Erbse. Unsere Gäste sind begeistert.

business-on.de: Tuminelli vermisst u.a. zwei Quadratmeter für seine morgendlichen Yoga-Übungen.

Platz für Yoga-Übungen

Christa Reinartz: Bei uns kein Problem, er muss es nur beim Buchen oder beim Einchecken erwähnen. Dann bieten wir ihm ein Zimmer an, was entsprechend geräumig ist, aber nicht unbedingt mit einem Aufpreis verbunden sein muss. Wir haben hier im Dorint 46 verschiedene Zimmer-Kategorien, mit denen wir fast alle individuellen Wünsche erfüllen können, angefangen beim Nichtraucher-Zimmer bis zum Babybett.

business-on.de: Das Dorint liegt in der Feinstaubzone. Wie geht man mit den Gästen um, die die Umweltplakette vielleicht gar nicht kennen, weil sie beispielsweise aus dem Ausland kommen?

Christa Reinartz: Auf unserer Website verweisen wir auf eine e-Mail-Adresse der Stadt Köln, wo sich der Gast hinwenden kann, um eine Plakette zu bekommen. Über City Marketing Köln, wo ich Mitglied im Vorstand bin, hatten wir angeregt, an der Hotel-Rezeption Plaketten zu verkaufen, aber das wurde abgelehnt. Sie müssen sich vorstellen, bis zur Köln Arena kommen sie noch ohne Plakette, Aussteller und Messebesucher noch bis Parkplatz 22, ab da ist Umweltzone. Für Fremde ist das der absolute Horror, vor allem ab dem 1. April. Seitdem wird ein Bußgeld von 40 Euro fällig. Für uns hat die Plakette insbesondere auch Konsequenzen als Tagungshotel. Stellen Sie sich vor, Sie planen hier eine Tagung mit 1.000 Leuten und alle müssen eine Plakette haben. Da sagen Sie als Veranstalter, das kostet mich zusätzliche 5.000 Euro, also gehen wir in eine andere Stadt. Die Feinstaubplakette ist in keinster Weise konsequent durchdacht.

business-on.de: Als 2003 die französiche Hotelgesellschaft Accor als Betreiber einstieg, wurde Ihr Haus umgetauft in Dorint Sofitel. Wie sind Sie damit zurecht gekommen?


 


 

Spitzenhotellerie
Dorint Hotel
Interview
Powerfrau

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Christa Reinartz" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: