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Astoria

Gastro-Trio am Adenauer Weiher





Der Club Astoria in Müngersdorf war fast 40 Jahre für Kölner tabu. Belgische Militärs hatten das große Restaurant am Adenauer Weiher gegenüber dem Stadion „besetzt“. Seit einigen Wochen ist das Astoria „zivilisiert“ – auch im Hinblick auf Atmosphäre und Preise. Wo früher als Kellner verkleidete Soldaten erst salutierten und dann das belgische Nationalgericht Steak mit Fritten und Salat servierten, herrscht seit ein paar Wochen ein ziviler lockerer Ton.

Aber die Tische besetzen auch nicht mehr Generale und Obristen aus dem Nachbarland, sondern Kölner Yuppies, Sportsfreunde und Geschäftsleute in den besten Jahren – natürlich in Begleitung ihrer attraktiven Damen. Der Club Astoria gegenüber dem Stadion in Müngersdorf war seit Kriegsende streng reserviert für belgische Offiziere. Nachdem sich die NATO-Freunde aus dem Westen Europas in ihr kleines, sympathisches Königreich zurück gezogen haben, können ganz normale Bürger das wunderschön im Grüngürtel gelegene Lokal erobern.

Wer als Kölner Bürger das wirklich seltene Vergnügen hatte, zum „belgischen“ Astoria Zutritt gehabt zu haben, kennt das Lokal nicht wieder. Wo früher ein ziemlich plüschiges und auch etwas verstaubtes Interieur die Besucher empfing, lädt jetzt ein modern eingerichteter offener und heller Gastraum zum Speisen und Trinken. Damals herrschte Anzug- und Krawattenzwang im Offiziersclub, Jeansträger waren „shocking“ und mussten draußen bleiben. Und mit Aperitifs wartete man in einer imposanten Bar geduldig, bis das Personal zum bestellten Diner bat. Dann erst kommandierte – nein: geleitete der Kellner-Soldat die honorigen Gäste zu ihrem Tisch.

Aqua Adenauer aus dem eigenen Brunnen

Seit Dipl. Kfm. Rolf Bechtold die Anlage erworben hat, weht ein frischer Wind in dem Gastro-Trio, das aus dem großen Restaurant im Bistro-Stil, einem kleineren für Gourmets und einem schönen Biergarten besteht. „Wir haben mehr als zwei Millionen Euro investiert, um diese Relikte aus der Militärzeit zu renovieren,“ berichtet Bechtold. Da das Gebäude mit seiner Fachwerkfassade unter Denkmalschutz steht, waren die entsprechenden Arbeiten besonders aufwändig. „Der Baukörper musste komplett entkernt werden. Da die belgischen Offiziere im Club auch übernachten konnten, wir aber keinen Hotelbetrieb aufziehen wollten, mussten auch diese Teile des Hauses umgebaut werden.“ Sogar ein eigener Brunnen wurde gebaut. „Wir könnten hier Mineralwasser abfüllen und vertreiben – vielleicht als Aqua Adenauer wegen der Nachbarschaft zum Weiher,“ schmunzelt der Chef, der auch das nur wenig entfernte „Landhaus Kuckuck“ neben dem Schwimmstadion besitzt.

Restaurant im Bistro-Stil und großer Biergarten

Heute ist Astoria ein moderner, zeitgemäßer Gastronomie-Betrieb mit drei sehr unterschiedlichen Abteilungen: das große, helle Restaurant im Bistro-Stil mit passender hochwertiger Dekoration und Möblierung. Neben Kölsch werden offene Weine ausgeschenkt. Die Karte ist übersichtlich, also ohne überflüssigen Schnickschnack, und bietet leckere Sachen zu bezahlbaren Preisen. „Unser Limit sind 20 Euro für ein Hauptgericht. Was wegen der hohen Einstandspreise teurer sein muss, kommt nicht auf den Tisch. Also z.B. auch kein üppiges Filetsteak” umreisst Rolf Bechtold als geschäftsführender Gesellschafter seine Preispolitik. Wir teilten uns zum Start eine perfekte Entenleberterrine (13,90 €), danach Hirschragout (14,90 €) und Taglia mit Hummersauce und Garnelen (14,50 €). Ein kleines Gerolsteiner stand mit 2,30 € auf der Rechung, ein Glas Spätburgunder vom badischen Klasse-Winzer Heger kostet 5,90 € (o,2 l). Da ist man aus der City in vergleichbaren Locations meist andere Kurse gewöhnt.

Im Sommer ist der Club Astoria eine optimale Adresse für schöne Sonnentage und warme, stimmungsvolle Abende. Denn hinter dem Fachwerkhaus hat der Wirt einen schönen großen Biergarten gebaut, der sich bis zum Adenauer Weiher hinzieht. Eine wirkliche Bereicherung des Open-Air-Angebots im Westen Kölns.

Jean Claude Bado im Astoria

Auf den Knüller muss man noch ein paar Tage warten: Jean Claude Bado, früher für seine Sternenküche im „La Poêle d’Or“ in der Komödienstraße geschätzt, geliebt und von manchen verehrt, übernimmt im Astoria ein kleines aber superfeines Gourmet-Restaurant, in dem er an seine alten Hochleistungen und die seines Vaters Roland (zunächst An St. Agatha, später in der Komödienstraße) anknüpfen will. „Wir werden alles dran setzen, wieder einen Michelin-Stern nach Köln zu holen, der dann über dem Adenauer Weiher leuchten soll,“ sagt Rolf Bechtold. Der berühmte Koch wird mit seinem Restaurant eine Art „Exclave“ im normalen Betrieb sein mit eigener Spitzen-Küche, die aus ausgewählten Einkäufen bei den besten Feinkost-Lieferanten und Direktimporten vom Gourmet-Mekka Rungis bei Paris gespeist wird. Dekoriert wird das Lokal mit Werken von Professor Erwin Bechtold, dem 82jährigen Onkel des Wirts, der auf Ibiza lebt und malt. Seine Arbeiten hängen in zahlreichen Museen in Europa, den USA und Asien, u. a. auch in der Fundacio Juan Miro in Barcelona und dem Museu del Govern Balear in Palma de Mallorca.

(Ulrich Gross)








 

Fotokennzeichnung:
Bild Nr. 1 © Modern möbliert, hell und offen ist der Gastraum im neuen Club Astoria


 

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Landhaus Kuckuck
Jean Claude Bado

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3 Kommentare

von autumnleaf
27.05.08 14:19 Uhr
Banket

Ich habe selbst Ihre restaurant/Bistro/Biergarten geshen...bein joggen dannach dort gesessen und etwas getrunken. Und dann habe ich mir gesagt....hier soll meine Tochter heiraten...aber sie ist erst 17 und wird 18 im Oktober. Es wird ein banket geben für 100 Personen mit Tanzen und singen....haben Sie da einen Klavier? Und wieviel nehmen Sie für 100 personen? ich werde sehr dankbar, wenn ich eine Antwort von Ihnen bekomme.

Mit Freundlichen grüßen!

von Autumnleaf
27.05.08 14:21 Uhr
Banket

Sory, ich habe vergessen Ihnen mitzuteilen, das gedachte bangket soll am 31.10 0der am 07.11. sein.

Viele Dank noch ein mal!

von Hella
22.04.09 19:00 Uhr
Klavier?

Guten Tag!
Haben Sie einen Klavier und ist es möglich bei einer größeren Feier bei Ihnen Klavier zu spielen ? Allerdings nur bei vorhandenem Klavier in einem ihrer Räume.
Mit freundlichen Grüßen

Anna Bauer