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Corporate Behaviour

Corporate Identity Teil 3: Das Leben hinter dem Logo

Die Corporate Identity soll einer Organisation den Status einer Persönlichkeit verschaffen. Die Kunst einer guten CI liegt dabei in der Konsequenz ihrer Umsetzung und muss in allen Teilbereichen statt finden: Von der Idee und Philosophie über das Erscheinungsbild, die Kommunikation bis zur ausgelebten Unternehmenskultur. Im dritten Teil der Serie zum Thema Corporate Identity betrachten wir das Corporate Behaviour (CB) - das Verhalten der in einem Unternehmen Tätigen untereinander und nach außen.

Noch grundsätzlicher als die Corporate Communication spiegelt das Corporate Behaviour die Identität einer Organisation wider. Wesentlich umfassender, wenn auch bisweilen subtiler, werden hier Werte, Normen und Intensionen repräsentiert. Dabei geht es um die Umsetzung der Unternehmensphilosophie im täglichen Umgang miteinander und untereinander.

Kultur ist Organisation - Organisation ist Kultur

Kommunikative Unisex-Toiletten wie die in einer bekannten amerikanischen Anwalts-TV-Serie sind sicherlich ein Extrembeispiel für eine konsequent angewandte Unternehmenskultur. Natürlich gibt es auch hier rechtliche zu beachtende Grundlagen. Aber auch wenn Gemeinschaftsbäder nicht möglich sind, so fördert bereits ein respektvoller Umgang, flache Hirarchien, aber auch Betriebsfeiern, Projektgruppen und Mitspracherechte nachweislich die Motivation der Mitarbeiter. Dies führt zwangsläufig zu einer stärkeren Identifikation mit dem Unternehmen. Und das hat noch nie geschadet!

Daran wird aber auch recht schnell deutlich, wie umfassend und schwerlich eingrenzbar dieser Bereich der Unternehmensaufstellung ist. Er wirkt sich auf alle und allen Ebenen des Arbeitsalltags aus. Dass gerade dieser jedoch häufig unterschätzt und in Folge dessen vernachlässigt wird, ist noch immer leidige Realtität. Die Diskrepanz zwischen Anspruch und tatsächlichem Auftreten einer Organisation kann dabei marginal bis dramatisch und belustigend bis unerträglich ausfallen, keinesfalls jedoch im Interesse des Unternehmens sein!

Risikofaktor Mensch

Das Kultur mit den Menschen steht und fällt, die sie pflegen und ausleben, überrascht natürlich niemanden. Besonders deutlich zeigt sich das in personalintensiven Branchen. Die Gastronomie ist hierfür immer wieder ein wundervolles Beispiel. Man erlebt dort bisweilen schon mal sogenannte „schlechte Tage“ und bezieht sich dabei nicht zwangsläufig auf die Qualität der Speisen.

Da lässt man als Gast - ganz gleich ob berechtigt oder nicht - das Essen via Service in die Küche zurückgehen, erlebt man nicht selten ein Schauspiel vergleichbar dieser Art: Kurz nach Eintreffen des Tellers in der Küche wird es laut. Darauf folgt Stille im gesamten Restaurant und wenig später ein um Fassung und kunstvolles Lächeln bemühter Service am Tisch. Eine zitternde Stimme versucht nun, sich überzeugend im Namen des Lokals bei Ihnen zu entschuldigen. Sie wird von „Wir“, „hohem Anspruch“ und „noch nie passiert“ sprechen. Sehr überzeugend.

Der Kunde ist König

Da sitzt man nun also als Gast, fühlt sich wie Kunde und kein bisschen König. Aber was würde man als solcher jetzt auch noch wollen? Hatte man sich doch auf ein harmonisches Abendessen in angenehmer Atmossphäre gefreut, frei von Stress, Termindruck und leidigen Diskussionen. Eben genau auf den Genuss, der einem seitens eines solchen Lokales immer wieder glaubhaft in Aussicht gestellt wird. Nicht mehr. Aber keines Falls weniger!

In der Regel ist es natürlich nicht nötig, sich wie Könige zu behandeln. Respektvoller Umgang und gesunder Menschenverstand reichen zumeist vollkommen. Ganz gleich, ob es sich um Kollegen, Vorgesetzte oder Kunden handelt. Erst wenn alle Strukturen einer Organisation wirklich zusammen arbeiten, entsteht eine kompakte und schlüssige Innen- und Außenwirkung. Natürliche Motivation ist wesentlich deutlicher wahrzunehmen, als viele das für möglich halten. Wenn jeder jeden von Qualität und Wertigkeit eines Unternehmens überzeugt, wirkt sich das zwangsläufig auch auf dessen Produkte und Leistungen aus. Umgekeht allerdings auch. Lächeln ist eben nicht gleich Lächeln.

(Dr. Sascha A. Lehmann)


 


 

Stefan Elmshäuser
Marketing
Corporate Identity
Corporate Design
Corporate communication
Corpora

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