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Demografischer Wandel

Ältere Arbeitnehmer: Unternehmen profitieren von Wissen

Unternehmen müssen sich aufgrund des demografischen Wandels und eines dramatischen Fachkräftemangels mittel- bis langfristig auf immer mehr ältere Arbeitnehmer einstellen. Vor allem der große Erfahrungsschatz vieler langjährig Beschäftigter ist für die meisten Betriebe mittlerweile unerlässlich geworden, wobei sich die Befürchtungen, die Belegschaften könnten dadurch weniger tatkräftig werden, als unbegründet erweisen.

Zu diesen Ergebnissen kommen Arbeitsmarktforscher des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) in ihrer repräsentativen Bevölkerungsbefragung. So hält es jeder zweite über 50-Jährige für wichtig bis sehr wichtig, durch eigenen Einsatz mit jüngeren Kollegen mitzuhalten.

"Sind Unternehmen wegen des demografischen Wandels dazu gezwungen, immer mehr ältere Arbeitnehmer einzustellen, profitieren sie eher, als dass sie einen Schaden davon tragen. Oft in diesem Zusammenhang angeführte Vorurteile, dass Ältere weniger zuverlässig sind, oft zu spät kommen oder zu lange Krankheitszeiten haben, sind unhaltbar. Mein Eindruck ist vielmehr, dass ältere Mitarbeiter verlässlich sind und großes Interesse zeigen, neue Technologien schnell zu erlernen und diese auch effizient weiterzuentwickeln", unterstreicht IW-Referent Bernd Meier gegenüber pressetext. Diese Einschätzung teilte auch Hermann Lackner, Leiter Business Development bei der ED Gesellschaft für Expertenwissen mbH und Initiator der Initiative "Erfahrung Deutschland" im Gespräch mit pressetext.

Den Experten zufolge seien viele Unternehmen bereits dazu übergegangen, sich aktiv auf die Gegebenheiten einzustellen. Infolgedessen zähle das Erfahrungspotenzial und die Fähigkeit zur Umsicht gegenüber den (jüngeren) Kollegen sowie der Wille Verantwortung zu übernehmen mehr als die rein körperliche Leistungsfähigkeit. Die Zahlen verdeutlichen die hohe Motivation älterer Arbeitnehmer: 55 Prozent der Befragten halten ihren Arbeitgebern mit steigendem Alter die Treue, wobei die "Generation 50-Plus" dem Unternehmen besonders verbunden sind - bei den unter 30-Jährigen sind es hingegen nur 43 Prozent. Neben dem Selbstbild älterer Arbeitnehmer fällt auch das Fremdbild der Gesellschaft und Wirtschaft positiv aus. Eine Befragung von Personalverantwortlichen aus über 15.000 Betrieben ermittelte 2002, dass nur 15 Prozent grundsätzlich nicht zur Einstellung Älterer bereit sind, mehr als die Hälfte hingegen hatte keine Vorbehalte.

"In den Unternehmen hat ein Umdenken hinsichtlich älterer Beschäftigter stattgefunden, wobei viele bereits aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt haben", erläutert Meier auf Nachfrage von pressetext. So sei die Aufgeschlossenheit vor allem bei jüngeren Chefs deutlich zu spüren. Dies bestätigt sich in den Umfrageergebnissen, da über 70 Prozent der jungen Chefs nichts dagegen haben, Ältere einzustellen. Rund 44 Prozent der Befragten sind zudem der Auffassung, dass die "Generation 50-Plus" genauso viel leistet wie die Jüngeren. Vor diesem Hintergrund zahle sich auch ein langfristig geplantes Wissensmanagement für die Unternehmen aus, verdeutlicht Meier abschließend.

(Foto: pixelio.de)

(pte)


 


 

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