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  • 16.03.2006, 11:15 Uhr
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  • Köln

Der relativ runde Ball

Der Ball ist rund? Sagen wir es mal so: Er wird immer runder. Dass es so ist, dafür sorgt die Allianz aus adidas und Bayer MaterialScience.

„Wir stehen vor einer Aufgabe, die mindestens die Quadratur des Kreises, wenn nicht die Kugelmachung des Würfels bedeutet.“ – So beschrieb vor Wochen Angela Merkel die Schwere der vor ihrer Regierung liegenden Aufgaben. Ähnlich sahen adidas und Bayer MaterialScience, einer der größten Kunststoff-Produzenten der Welt, ihre Herausforderung zur Fußball-WM im eigenen Land: Einen per Definition runden Fußball noch runder, noch besser zu machen für das größte Sportereignis der Welt im Jahr 2006. Herausgekommen ist nach intensiver gemeinsamer Entwicklungsarbeit wahrhaft ein Hightech-Produkt, das auf den Namen „+Teamgeist“ hört.

Sein Name kann durchaus auch für die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen adidas und Bayer stehen. „Den ersten vollsynthetischen Ball haben wir zusammen 1986 zur WM in Mexiko entwickelt. Seitdem gab es für jede WM und Europameisterschaft ein neues Modell“, erklärt Thomas Michaelis, Projektleiter für die Ball-Entwicklung bei Bayer MaterialScience.

 

„An der weiß-schwarz-goldenen Kugel haben wir drei Jahre lang getüftelt. Das waren drei Jahre feinstes Doppelpass-Spiel, auch mit anderen Firmen weltweit.“ Denn Materialforschung, Design und Herstellung fanden auf mehreren Kontinenten statt.

 

 

Zum Schluss hat das erfolgreiche Team etwas vollbracht, was der ehemalige deutsche Nationalspieler Andreas Brehme einmal so formulierte: „Das Unmögliche möglich zu machen, ist ein Ding der Unmöglichkeit.“

Zu Beginn der Entwicklung gab es ein klares Anforderungsprofil. Michaelis: „Bei jedem neuen Ball gibt adidas Vorgaben, was Design und Performance anbelangt. Diesmal lautete das Ziel, den Ball noch runder zu machen – und sein Aussehen möglichst gut zu schützen.“ Doch wie rund ist rund?

Zur perfekten Kugel fehlt nur ein Prozent

Rund ist relativ: Den „+Teamgeist“ trennt nur ein Prozent von der perfekten Kugel. Das macht ihn besonders treffsicher und zielgenau. Ursache dafür sind die eingesetzten Materialien und die neuartige Konstruktion. Erstmals ersetzen zungenförmige und propellerähnliche Elemente die seit Jahrzehnten bekannten Fünf- und Sechsecke. Die Tüftler aus Herzogenaurach haben die Einzelflächen zudem von 32 auf 14 reduziert. Weniger Schnittkanten und mehr Rundungen bedeuten auch weniger Nahtstellen und Ecken in der Außenhaut – die Kicker treffen öfter eine glatte Fläche. Damit erhöht sich die Chance, das „Runde ins Eckige“ zu schießen.

Um den Ball gut in Form zu halten, erhöhten die Bayer-Beschichtungsspezialisten die Wanddicke des Balls auf 1,1 Millimeter, so dass er runder und glatter wird. Vier unterschiedliche Werkstoff-Schichten geben der „Pille“ den richtigen Kick. Entscheidend für die präzise Flugbahn des „+Teamgeist“ ist ein synthaktischer Schaum auf Basis von Polyurethanen. In der Schaumschicht befinden sich Millionen mit Gas gefüllter Mikrokügelchen. „Dadurch erhält der Ball nach der Verformung beim Schuss schnell wieder seine Kugelform für eine optimale Flugbahn“, erklärt Thomas Michaelis.


 


 

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