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Vom Reisecenter zum Greisencenter

Die Deutsche Bahn will in den Reisezentren Stellen streichen. 30 Prozent der momentan 2350 Jobs sollen wegfallen.

Wie kommt man eigentlich an ein Ticket für die Deutsche Bahn? Nun, da gibt es die moderne Variante übers Internet. Ein wenig surfen, ein paar Daten eingeben, und am Ende online das Ticket kaufen. Ob es der günstigste Fahrschein ist, oder ob sie dabei die schnellste Verbindung von A nach B erwischt haben, sei einmal dahingestellt. Das Zusammentreffen von billigsten Tarif und schnellster Verbindung soll aber möglich sein.

Es geht auch, na sagen wir mal unkonventionell. Ein wenig Geduld, dann hat irgendein Discounter billige Bahnbillets im Angebot. Heute Lidl, morgen Tchibo. Mit den Festpreistickets kann man quer durch Deutschland reisen. Wer also gerade mal von Flensburg bis nach Garmisch-Partenkirchen will, kommt billiger wohl nicht weg.

Draufgänger wagen sich an die Fahrkartenautomaten. Menüführung per Touchscreen, Start- und Zielort sowie gewünschten Reisetermin eingeben, und schon hält man das gewählte Ticket in Händen.

Und dann gibt es ja noch den guten alten Schalter, hinter denen Bahnmitarbeiter freundlich beraten und Fahrscheine verkaufen. Heuer nennt die Bahn diese Stellen Reisecenter. Böse Zungen behaupten gar es seien Greisecenter. Weil eben in erster Linie Senioren, im Umgang mit Automaten und Internet nicht so versiert, dort ihre Fahrkarten erwerben.

Mehr Internet, weniger Schalter

Laut Bahn arbeiten jenseits vom Tresen 2350 Mitarbeiter. Und diese Zahl soll deutlich reduziert werden, weil immer mehr Verkäufe über das Internet getätigt werden. 700 Stellen in den Reisezentren sollen eingespart werden, teils durch natürliche Fluktuation, aber auch durch Versetzung in andere Abteilungen.

Wie immer stehen sich da zwei Sichtweisen gegenüber. Die Bahn argumentiert, dass die Einnahmen am Ticketverkauf durch die Reisezentren ständig zurückgehen. 2005 lag der Anteil noch bei 46 Prozent, Ende letzten Jahres nur noch bei 22 Prozent. In gleichem Maße nimmt der Verkauf per www und auch über Mobiltelefone zu.

Verbraucherschützer hingegen weisen darauf hin, dass vor allem Senioren auf die persönliche Beratung beim Verkauf angewiesen seien. Wartezeiten in den Zentren von bis zu einer Stunde kommen immer wieder mal vor – da sind Stellenstreichungen eher kontraproduktiv. Auch wenn die Bahn schätzt, dass im Jahr 2016 nur noch 17 Prozent aller Tickets über die Reisezentren verkauft werden.

(FN)


 


 

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