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Grube zum neuen Bahn-Vorstandsvorsitzenden bestellt

(ddp-nrw). Der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn (DB) hat in einer Sondersitzung am Samstag in Essen den bisherigen Daimler-Vorstand Rüdiger Grube zum neuen Vorstandsvorsitzenden bestellt. Er trete sein Amt am 1. Mai an, teilte die Bahn mit. Sein Vertrag laufe fünf Jahre. Der 57-jährige Grube sei zugleich Vorstandsvorsitzender der Personen- und Güterverkehrstochter DB Mobility Logistics AG.

Gleichzeitig habe der bisherige DB-Vorsitzende Hartmut Mehdorn im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat zum 30. April seinen Posten niedergelegt. Mehdorn war in der Datenaffäre zunehmend unter Druck geraten und hatte seinen Rücktritt angeboten.

Der DB-Ausichtsratsvorsitzende Werner Müller kündigte an, das Gremium werde Mehdorn am 25. Mai im Deutschen Technikmuseum in Berlin offiziell verabschieden. Mehdorn habe in den fast zehn Jahren an der Spitze der Bahn «eine Ära geprägt und sich bleibende Verdienste erworben». Vor allem die erfolgreiche Sanierung und Modernisierung der DB werde mit seinem Namen verbunden bleiben.

Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hatte den gebürtigen Hamburger Grube Anfang April in Abstimmung mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier (SPD) vorgeschlagen und bereits der Öffentlichkeit vorgestellt.

Grube hatte als seine vorrangige Aufgabe die «lückenlose Aufklärung» der Datenaffäre genannt. Hierzu will er bis zum 1. Juni konkrete Ergebnisse vorlegen. Kunden stellte er eine Serviceverbesserung in Aussicht.

Nach Presseinformationen will die Deutsche Bahn dem scheidenden Vorstandschef Mehdorn 4,9 Millionen Euro zahlen. Wie die «Süddeutsche Zeitung» (Samstagausgabe) berichtete, sollen damit alle Ansprüche aus Mehdorns Vertrag abgegolten werden. Der Vertrag wäre ursprünglich bis Mai 2011 gelaufen. Ein Bahn-Sprecher wollte den Bericht nicht kommentieren.

Nach einem Vorabbericht des Nachrichtenmagazins «Focus» sieht sich die Deutsche Bahn bei den umstrittenen Massenüberprüfungen ihrer Mitarbeiter im Recht. In seiner Stellungnahme zum vorläufigen Abschlussbericht des Berliner Datenschutzbeauftragten Alexander Dix habe der Konzern sein seit Jahren praktiziertes Überwachungssystem verteidigt, das auch Schaffner oder Lokführer unter Verdacht stellte. «Maßnahmen der allgemeinen Korruptionsbekämpfung» seien «ohne konkret-individualisierbare Anlässe zulässig», zitierte das Blatt aus dem Bericht.

ddp/mwo/mwa

(ddp)


 


 

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