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JahresKongress 2007 des TelekomForum

Die Röhre im Netz – ICT-Treiber, Trends und Potenziale

„ICT – Treiber, Trends und Potentiale“, so das Thema des kürzlich stattfindenden TelekomForum JahresKongress in München. Zahlreiche hochrangige Experten referierten während der zweitätigen Veranstaltung über das weite Thema der Netze. Thomas Möller, freier Journalist, gibt die Eindrücke der großen Trendveranstaltung über den gesamten Themenkreis rund um Information und Communication Technology wieder.

Mit dem 11. JahresKongress hat die wichtigste jährliche Veranstaltung des TelekomForum ein neues Gesicht bekommen. Das TelekomForum, der Geschäftskundenbeirat der Deutschen Telekom, hat seinen diesjährigen JahresKongress, der im Arabella Sheraton Grand Hotel in München stattfand, zur großen Trendveranstaltung über den gesamten Themenkreis rund um Information und Communication Technology weiterentwickelt, entsprechend auch der Titel: „ICT – Treiber, Trends und Potentiale“.
Jan Hofer, der Tagesschau-Chefsprecher und TV-Moderator, führte – wie auch in den Vorjahren – durch das Kongressprogramm. Der Erfolgsautor Frank Schätzing setzte mit seinem Vortrag „Im Netz der Welt – wie unser Planet kommuniziert“ den adäquaten Schlusspunkt des Kongresses.

Auf die eine oder andere Weise berührten alle Referate das Thema der Netze, und wenn es einen großen ICT-Trend gab, den der JahresKongress aufgezeigt hat, so war es wohl dieser: Die Zukunft von Informations- und Kommunikationstechnologie liegt in den Netzen, in deren Konvergenz und in den neuen Services und Applikationen, die die neue, noch enger verknüpfte Netzwelt uns bringen wird. Telefonie, Datenübertargung, TV – all dies wächst zusammen. Triple Play gehört die Zukunft.

Eckart Pech, bei der Detecon als CEO Americas für den nord- und südamerikanischen Kontinent verantwortlich, stellte die Zukunft des Internetfernsehens ganz ins Zentrum seines Vortrags „Beyond IPTV“. Während seit dem Jahr 2000 im Bereich der Telekommunikation eine Billion Euro Börsenkapital verloren gegangen sei, so Eckart Pech, verspreche IPTV heute neue Umsätze und neue Dienste. Von 2005 bis 2010 könnte die Zahl der IPTV-Abonnenten weltweit um 72 Prozent auf 49 Millionen wachsen. Schon heute sei IPTV besonders stark in Märkten wie Hong Kong, Frankreich, Belgien und den Niederlanden, aber noch vergleichsweise schwach etwa in Deutschland, Südkorea und den USA. „IPTV bringt vier wesentliche Neuerungen“, so Eckart Pech. Zum einen den Electronic Program Guide, der gegebenenfalls die Zapping-Neigung reduziert; zum anderen ein High-Definition-Bild von hochauflösender Qualität; Video on Demand, das über eine Settop-Box das Herunterladen des gewünschten Streifens aus einer Videothek von Tausenden von Filmen ermöglicht; sowie als viertes einen digitalen Videorekorder. Verizon ist mit seinem FiOS TV einer von zwei großen IPTV-Anbietern in den USA, der andere ist AT&T. „Verizon war allerdings aggressiver“, stellte Pech fest. FiOS TV hat mehr als 180 Kanäle, 20 davon in High Definition. In den USA waren Ende 2006 sechs Millionen Haushalte mit IPTV versorgt und jährlich werden es drei Millionen mehr, bis 2008 dürften es 23 Millionen werden. Von den zurzeit 270.000 IPTV-Abonnenten in den USA sind rund 70 Prozent Triple-Play-Subscriber, die für 100 Dollar im Monat neben TV zugleich Datenübertragung und Internettelefonie nutzen. „Eine interessante Neuerung im IPTV-Dienst sind die sogenannten Widgets – personalisierte Informationseinblendungen mit Infos beispielweise zu Wetter, Sport oder Aktien“, berichtete Eckart Pech. Die nächste Stufe von IPTV ist „Our TV“. Stichworte dazu sind Kreation, Ubiquität, Community, Interaktivität, Konvergenz und Personalisierung. Zum Thema Kreation wies Eckart Pech darauf hin, dass der Content zwar vom Provider kommen kann, sich heute aber ebenso vom Nutzer selbst generieren lässt. „HD-Videokameras kosten heute nur noch 2.000 Dollar“, sagte Eckart Pech, „und denken Sie daran – zugegeben ein unschönes Beispiel – wo die Zuschauer die Hussein-Hinrichtung gesehen haben: auf YouTube.“ Auch größere Interaktionsmöglichkeiten werde das neue IPTV bieten, mit Voting und Polling, mehreren Kameraperspektiven, mit interaktiven Anzeigen und auch Versteigerungen. „Aus meiner Sicht entwickelt sich hier ein ganz neuer, involvierender Zugangskanal“, so Eckart Pech, „ein Zugangskanal, der wirklich disruptives Potenzial hat, für die Nutzer und die Werbeanbieter.“

Viele andere Referenten berührten auf dem JahresKongress ebenfalls das Thema Internet-TV, so auch Dr. Martin Sonnenschein, Vice President und Leiter der A.T. Kearney Global Communications, High Tech & Media Practice in Europa. In seinem Vortrag „Perspektiven für die Telekommunikationsbranche” wies Martin Sonnenschein allerdings auch darauf hin, dass gerade in Deutschland Triple Play noch am Anfang steht. „Märkte wie Frankreich und Hong Kong haben sich dagegen schon weit entwickelt.“ Warum das so ist? „In Deutschland ist zum einen die Bandbreitenverfügbarkeit noch geringer und zum anderen die Durchdringung und Verfügbarkeit des Free-TVs besonders hoch“, erläuterte Martin Sonnenschein. Dass Triple Play sich über kurz oder lang auch in Deutschland durchsetzen wird, scheint sicher. Offen ist nur, wann das geschieht.

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(Thomas Möller)


 


 

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