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Dieter Zetsche

Daimler-Chef Zetsche betrachtet Nutzfahrzeugsektor mit Sorge

(ddp-bwb). Der Nutzfahrzeugmarkt bereitet dem Daimler-Vorstandsvorsitzenden Dieter Zetsche besondere Sorgen. «Wir haben hier einen extremen Abschwung zu verzeichnen», sagte Zetsche in einem Gespräch mit den ddp/Dow-Jones-Wirtschaftsnachrichten in Stuttgart. In den USA sei seit zwei Jahren der Markt um 40 Prozent geschrumpft. «Dazu kommen jetzt nochmals 20 bis 30 Prozent», befürchtete der Daimler-Chef. Auch in Europa und Japan seien dramatische Rückgänge zu verzeichnen. «Wir müssen davon ausgehen, dass wir weltweit gesehen 40 Prozent zu 2008 einbüßen», sagte Zetsche.

Ob die notwendigen Anpassungen der Produktionen allein durch Kurzarbeit oder nötigenfalls durch Kündigungen zu regeln seien, könne derzeit nicht abgesehen werden. «Wir müssen über einen gewissen Zeitraum weniger Autos bauen als wir verkaufen. Da gibt es bei allen Herstellern noch alte Bestände. Die müssen wir abbauen», erläuterte Zetsche. Dann werde man «mit der auf den Markt angepassten Produktion beginnen». «Wenn die prognostizierten 40 Prozent Rückgang zutreffen, dann werden wir 40 Prozent weniger Autos bauen», sagte Zetsche. Kein verantwortlicher Unternehmer könne Kündigungen grundsätzlich und schon gar nicht in der heutigen Zeit prinzipiell ausschließen.

Gedämpft optimistisch sieht der Daimler-Chef die Entwicklung im Pkw-Bereich. Dort verzeichne Mercedes seit einigen Monaten auch ohne die neue E-Klasse einen Trend zu steigenden Auftragseingängen. Am gesamten wirtschaftlichen Umfeld habe man allerdings wenig Freude. Nur minimale Kaufimpulse für Mercedes sieht Zetsche aufgrund der Abwrackprämie: «Lediglich A- und auch B-Klasse profitieren ein wenig.» Es seien eher die Fahrzeuge der Einstiegsklasse, die gut liefen. Aber dort werde es «einen Gegeneffekt geben, wenn das Fest vorbei ist». «Da ist ein neues Preisniveau etabliert worden. Für viele Anbieter wird es im nächsten Jahr ein Dilemma geben», stellte Zetsche fest.

Staatlichen Hilfen für Opel steht der Vorstandschef zwiespältig gegenüber. «Wenn es eine tragfähige zukunftsträchtige Perspektive für ein Unternehmen gibt, das kurzfristig aufgrund externer Faktoren in einer Finanzierungsklemme steckt, dann kann es legitim sein, wenn der Staat dort zeitlich begrenzt eingreift», sagte er. Aber er halte es nicht für akzeptabel, dass der Staat versuche, strukturelle Entwicklungen der Industrie zu verhindern, oder regulierend eingreife gegen die Marktgesetze. Das mache die Wirtschaft insgesamt schwächer und anfälliger.

ddp/nom/mwa

(ddp)


 


 

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