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Le Merou

Raffinierte Fische am Dom

Hummer und Steinbutt, Wolfsbarsch und Jakobsmuscheln gedeihen im Schatten des Doms prächtig. Und vertragen sich bestens mit Iberico-Schweinen, Rehrücken oder Fasanenbrust. Denn diese Leckerbissen gehören in die Küche und auf die Teller des Restaurants „Le Merou“ der Fünfsterne-Herberge Dom-Hotel.

Nach dem delikaten Zackenbarsch wurde das stilvolle Restaurant benannt, das am schönsten Platz der Domstadt liegt. So wie Piazza San Marco in Venedig oft als „Wohnzimmer“ der Bürger und Besucher der Lagunenstadt genannt wird, so wirkt der Roncalliplatz wie die Veranda der Kölner. Die mächtige gotische Kathedrale, das Römisch-Germanische Museum, der Heinzelmännchen-Brunnen – das ist der einmalige Rahmen für das mehr als 150 Jahre alte prächtige Hotel. Fehlt nur noch, dass abends, zur blauen Stunde, heitere iatlienische Musik live aus den weit offenen Fenstern der Ustinov-Bar klingt. Das wäre dann die kölsche Parallele zum berühmten Café Florian am Markusplatz.

Kölsche Blutwurstravioli mit Trüffel

Leider fehlt noch das Live-Konzert – aber dafür ist das Essen im Restaurant des Dom-Hotels weit besser als in den kleinen Ristorante direkt am San Marco. Lassen Sie sich verwöhnen durch eine Haute Cuisine-Variation von „kölschem Kaviar“ – nämlich „Kölsche Blutwurstravioli mit Sommertrüffel, Rote Beete-Salat und karamelisierten Renetten“ (16 Euro) oder „Marinierte Gänseleber auf Vollkornpolenta und frischen Pfifferlingen“ (17 Euro). Danach entsprechend der Jahreszeit vielleicht „Rehrücken in der Brotkruste gegart mit Steinpilzen und Rote Beete“ (39 Euro) oder „Fasanenbrust im Pancettamantel auf Champagnerkraut und gratiniertem Kartoffelpüree“ (32 Euro).

Das „Le Merou“ führt den Zackenbarsch im Namen, weil Edelfische im Mittelpunkt der Karte stehen soll(t)en. Aber die Kölner scheinen die Flossenträger nicht allzu sehr zu lieben. Klassische Fischrestaurants halten sich nicht, wenn man mal vom „Scampino“ in Mülheim absieht. Auf der Bonner Straße hat ein ehrgeiziges Fisch-Bistro dicht gemacht, in der Wolfstraße nahe dem Neumarkt versucht schon der dritte oder vierte Wirt sein Glück.

Zum Glück für Fisch-Fans pflegen Jürgen Sziegoleit, Generaldirektor des Dom-Hotels, und Grischa Jankowiak (31), sein Küchenchef, ihre Liebe zu den schuppigen Bewohnern von Meeren und Flüssen: der „Gegrillte Atlantik-Hummer auf rheinischem Bohneneintopf und Balsamicobirne“ (42 Euro) ist eine gewagte Kombination von regionaler mit internationaler Küche. Gewagt und sehr gelungen. „Steinbutt auf getrüffeltem Rahmspinat und Nussbutter“ (34 Euro) oder „Wolfsbarsch auf Oliven-Stammkartoffeln, Tomaten und Rucolapesto“ (31 Euro) verdienen jeden Respekt des Feinschmeckers.

Naturgemäß kann solch eine Restaurantbesprechung nur ein Streifzug durch die Speise- und Getränkekarte sein. Deshalb hier auch nur noch zwei kleine Verführungen zu „Amerikanischer Kürbistarte mit Ingwereis, Vanilleespuma und Cranberrychutney“ (10 Euro) oder zu „Armer Ritter von italienischer Panettone mit Quittenkompott und Torroneparfait“ (10 Euro)

Die ganze kulinarische Herrlichkeit kann man auch smart als Menu genießen: das Dreigang-Menu gibt es ab 45 Euro, vier Gänge kosten zwischen 66 und 80 Euro, sechs Gänge 80 Euro (alle Preise können je nach Angebot variieren).

Zarah liebte Matjes Hausfrauen Art

Fische haben eigentlich Tradition im Dom-Hotel, seit Stammgast Zarah Leander regelmäßig Matjesheringe Hausfrauenart orderte. Schmuse- und Schmalzsänger Al Martino sagt man nach, er habe dort Rheinischen Sauerbraten besonders geliebt, Benny Goodman nachts Pumpernickel gekaut und Jimmy Hendrix sein Abendessen am liebsten getrunken habe – in Form von erstklassigem Scotch.

Das „Le Merou“ wurde eingerichtet nach den Plänen und Empfehlungen des Pariser Zweisterne-Kochs Michel Rostang, dem gastronomischen Berater der Le-Méridien-Gruppe, zu der das Dom-Hotel gehört. Der Raum unter den Arkaden war bis 1988 nur bei schönem Wetter für die Gäste nutzbar, weil er zum Museum hin offen war. Mit Fußbodenheizung, Bambusparkett und Impalanero-Marmor sowie illuminierter Glasgestaltung ist das Restaurant jetzt die „gute Stube“ des Hotels, das als stolzer Zeuge vergangener Grandezza das Stadtbild prägt.

Küchenchef Grischa Jankowiak hat bei Joachim Wissler gearbeitet, dem Dreisterne-Koch im Grandhotel Schloss Bensberg. Am Dom leitet er ein Team von 24 Mitarbeitern. In der Küche bestens aus kennt sich auch Hotelchef Jürgen Sziegoleit, denn er ist gelernter Küchenmeister und hat schon in berühmten Ein- und Dreisterne-Restaurants gearbeitet. Bevor er nach Köln kam, war er Chef in der Romanoff Bar auf den Bermudas.

(Ulrich Gross)


 


 

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