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Paul Bauwens-Adenauer

Unternehmer mit vielseitigem Engagement

Politisches Interesse im Blut

Bauwens-Adenauer: Ja, aber es ist eine Mixtur aus allem. Wichtig ist in erster Linie der Bezug zu Köln. Das war schon bei allen meinen Vorgängern so und Adenauer und Bauwens sind traditionelle Kölner Namen. Gefragt sind außerdem Kommunikationsfähigkeit und Engagement. Bei mir kommt hinzu, dass mich „Res Publica“ schon immer interessiert hat, das steckt sozusagen im Blut.

business-on.de: Wie viel Zeit beansprucht Ihr Ehrenamt als Präsident der Kölner IHK?

Bauwens-Adenauer: Im Schnitt summiert sich die Tätigkeit auf anderthalb Tage die Woche.

business-on.de: Geht das Engagement zu Lasten des Jobs als Geschäftsführer der Bauwens Group?

Bauwens-Adenauer: Es kommt ja auch etwas zurück, was für das Geschäft von Vorteil ist, da das Netzwerk zwangsläufig größer wird.

business-on.de: Können Sie als Präsident neben den repräsentativen und formellen Aufgaben auch etwas für die Stadt bewegen?

Masterplan-Köln für mehr Wachstum und Wohlstand

Bauwens-Adenauer: Sicherlich. Wobei vieles nicht an einer Person festgemacht werden kann. Aber in der Kommunikation lässt sich als vermittelnde Person eine ganze Menge bewegen. Ein Beispiel ist der Masterplan-Köln. Die Idee ist, eine langfristige Strategie in punkto Stadtplanung, Architektur und Platzgestaltung zu entwickeln und privat zu finanzieren. Als Gründer und Vorsitzender der „Unternehmer für die Region Köln e.V“ konnte ich inzwischen viele als Sponsoren mit ins Boot nehmen. Mit den Spenden wurde unser erstes großes Projekt, einen Masterplan für die Innenstadt zu entwickeln, gestartet. Als Basis haben wir das international renommierte Büro von Albert Speer beauftragt, ein städtebauliches Guthaben zu erstellen. Für mich ist der Masterplan vor allem auch ein Schlüssel für mehr Wachstum und Wohlstand in Köln.

business-on.de: Sie sind neben vielen anderen Engagements auch Vorsitzender des Wirtschaftsrats der CDU für Nordrhein-Westfalen. Der bundesweit organisierte unternehmerische Berufsverband hat rund 10.000 Mitglieder. Was macht der Wirtschaftsrat?

Bauwens-Adenauer: Er berät in erster Linie die CDU in marktwirtschaftlichen Fragen. Der Verband versteht sich sozusagen als ordnungspolitisches Korrektiv der CDU. Er agiert aber außerhalb der Partei.

business-on.de: Kommen wir noch einmal zu Ihrem Interesse an Res Publica. Ein Vorschlag von Ihnen sind wirtschaftlich größere Einheiten für NRW, beispielsweise drei große Regionen: Rheinland, Ruhrgebiet und Westfalen. Wie bringt man die einzelnen Städte und Kommunen dazu, dass beispielsweise ein Wirtschaftsraum Rheinland an Konturen gewinnt?

Bauwens-Adenauer: Ein guter Ansatz ist die Regionale 2010, ein Strukturprogramm der Landesregierung NRW für die Region Köln/Bonn, das mit Landesmitteln unterstützt wird. Das Projekt beweist, dass die Zusammenarbeit zwischen den Gebietskörperschaften und den Oberbürgermeistern immer besser funktioniert. Da tut sich eine Menge - auch unter der Decke -, so dass man sagen kann, Köln/Bonn und Umland ist heute in vielen Punkten eine ausgereifte Größe. An so ein wachsendes System ließe sich Düsseldorf und Umgebung ohne weiteres andocken. Das Ergbenis wäre ein Wirtschaftsraum, der international nicht zu übersehen ist und bundes- aber auch europaweit nicht übertroffen wird.

business-on.de: .. und wer müsste die Initiative ergreifen?

Bauwens-Adenauer: Prädestiniert wären die Oberbürgermeister von Köln und Düsseldorf als Vertreter der beiden größten Städte im Rheinland. Vorausgesetzt, sie sind zur Kooperation bereit. Man könnte sich aber auch vorstellen, dass dieser Prozess von den Verwaltungseinheiten unterstützt wird. Beispielsweise mit einer Institution, die die Wirtschaftsregion Rheinland greifbar macht, die ein gemeinsames Marketing schafft, die gemeinsame internationale Auftritte organisiert, die Wirtschaftsförderungen bündelt, usw.. Gewollt und gefördert werden muss das durch die Landesregierung nach dem Motto, wir unterstützen nur das, was ihr gemeinsam macht.

business-on.de: Das Antidiskriminierungsgesetz, gegen das Sie sich und der Wirtschaftsrat vehement gewehrt haben, ist nun doch gekommen. Ihr Kommentar?

Bauwens-Adenauer: Überflüssig wie ein Kropf.

business-on.de: Der Wirtschaftsrat der CDU fordert weiterhin einen massiven Bürokratieabbau ein. Wie erfolgreich kann das sein?


 


 

Dr. Patrick Adenauer
Karin Bäck
IHK Köln

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