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Duftmarketing - Mehr Umsatz durch besondere Düfte

Mit ausgesuchten Düften den Umsatz ankurbeln – das ist die Idee des Kölners Georg Ortner, des Begründers des modernen Duftmarketings. Es erforscht die fundamentale Wirkung des Dufts im Gehirn und sieht unendliche Möglichkeiten jenseits von Parfum sowie Essen und Trinken. So schlägt er vor, alle Apple-Computer nach frischen grünen Äpfeln duften zu lassen – eine für jeden erfreuliche Verbesserung des Büroklimas.

Als die neuen 4711-Eigner Mäurer & Wirtz fünf neue Duftnoten der Fachwelt vorstellen wollte, engagierten die Aachener den Kölner. Der installierte in Kurhaus der alten Kaiserstadt seine Erfindung, die „Duftlounge“. Während auf 18 Großleinwänden Bilder von schönen Landschaften oder Events gezeigt wurden, stiegen „duft-synchron“ aus Düsen im Boden die entsprechenden neuen Parfum-Varianten den Teilnehmern in ihre Nasen. Alle waren sehr beeindruckt von diesem ungewöhnlichen Erlebnis.

In der Duftlounge Wohlgerüche schnuppern

„Die Duftlounge ist transportabel, kann zu Messen oder anderen Marketingveranstaltungen aufgebaut werden. Die Besucher sitzen in bequemen Sesseln, betrachten 360-Grad-Projektionen mit interessanten Regionen und schnuppern dazu die passenden Düfte – Lavendel an der Côte d’Azur, Provenzalische Kräuter wie in der Provence, frisches Heu aus den Alpen oder ausgewählte Parfums aus dem Schloss Schönbrunn“, schwärmt er. „Ein Dinner mit edlen Fischen in der typisch duftenden Luft des Hafens am Atlantik, Hummerschlemmen mit den Düften von Boston oder asiatische Genüsse, bei denen orientalische Wohlgerüche die Nasen schmeicheln – alles lässt sich so simulieren.“  

Ortner war bundesweit bekannt geworden durch das Projekt eines „Duftkanals“, der am Kölner Heumarkt gegenüber dem Maritim gebaut werden sollte. Für dieses von ihm entwickelte „Kino der Düfte“ hatte der Stadtrat bereits grünes Licht gegeben, Architektur-Pläne für den Neubau neben der Auffahrt zur Deutzer Brück waren bereits gezeichnet. Doch fünf Minuten vor dem ersten Spatenstich platzte die Neuer Markt-Blase und das Projekt wurde – ohne Ortners Verschulden - zum übel riechenden Rohrkrepierer.

Schon Eva nutzte im Paradies Duftmarketing

Hartnäckig und ideenreich arbeitete der aus Tirol stammende gelernte Parfumeur, der auch eine Reihe erfolgreicher eigener Düfte entwickelt und vermarktet hat, weiter an seiner Theorie des Marketing via die Nase. In seinen Referaten „Kosmos des Riechens“ erklärt er, wie die Nase als Informations- und Kommunikationsinstrument genutzt werden kann. „Mit Düften kann sich der Produzent im Unterbewusstsein seiner Zielgruppe zusätzlich verankern und eine noch stärkere Kundenbindung erzielen“, hat er erkannt.

Die These „Die Evolution bedient sich schon seit Urzeiten des Duftmarketings“ verlangt nach Beispielen. Ortner verblüfft mit einer Rückblende ins biblische Paradies: „Hätte Eva nicht einen wohlriechenden Apfel gewählt, um Adam zu verführen, wäre der vielleicht nicht so schnell in ihre Arme gesunken“. Was wäre aus der Welt geworden, hätte der liebe Gott nicht bewusst den Sex Appeal Evas durch den Duft des Apfels verstärkt?

Für Genuss ist die Nase kompetent

Dem Geruch spielt insgesamt eine viel stärkere Rolle in unserem alltäglichen Befinden als die meisten denken. Wer sich beim Essen die Nase zuhält, unterscheidet mit seiner Zunge nur fünf unterschiedliche Geschmacksrichtungen: süß, sauer, salzig, bitter und scharf. Die ganzen wunderbaren Feinheiten und Nuancen, die ein gutes Essen, einen hervorragenden Wein, eine ausgesuchte Zigarre ausmachen, werden über den Geruchssinn wahrgenommen.

In seinen Referaten über Duft-Marketing erklärt Georg „Die Nase“ Ortner den Geruchssinn und seine Bedeutung für den Genuss, Die Evolution des Riechens und Schmeckens, Kommunikation mit Gerüchen, Einsatzgebiete und Anwendungsbeispiele von Düften, Erlebniswelten der Sinneswahrnehmung.

„In Zeiten ähnlicher Produkte, Qualitäten und identischer Preise wird die emotionale und reflexartige Kundenbindung immer wichtiger. Der Geruchssinn kann dazu einiges beitragen. Er wirkt am direktesten von alle unseren Sinnen in die emotionalen Regionen unseres Gehirns. Wenn man es richtig interpretiert, auf eine sehr attraktive und sympathische Art und Weise,“ doziert er.

(Ulrich Gross)


 


 

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3 Kommentare

von Feines Näschen
14.01.09 20:02 Uhr
nicht so übertreiben, bitte

Der Artikel scheint mir doch sehr zur Übertreibung zu neigen.
Wer bitte ist Georg Ortner? In diversen Literaturdatenbanken findet man zwar eine Vielzahl von Veröffentlichungen zum Thema Duftmarketing und Duftwirkungen, allein dem Namen Ortner begegnet man dort nicht! Weder in der Verbunddatenbank der deutschen Bibliotheken, noch bei Amazon, noch in der wissenschaftlichen Suchmaschine von Google.

Meine Recherchen ergeben jedenfalls, dass eher die Herren Jellinek (Die psychologischen Grundlagen der Parfümerie, Erstauflage 1951, 4. Auflage von 1994) sowie Knoblich & Schubert (Marketing mit Duftstoffen, Erstauflage 1989, mittlerweile in der 4. Auflage von 2003) als Pioniere des modernen Duftmarketings im deutschsprachigen Raum gelten dürften. Auf Herrn Ortners "Theorie des Marketings via Nase" darf man vor diesem Hintergrund gespannt sein. Ob sie bei der Vielzahl der bereits vorliegenden Veröffentlichungen und Modelle noch was Neues bringt?

Um zu glauben, dass Apple-Computer nach grünen Äpfeln riechen sollten, muss man wohl kaum die fundamentalen Duftwirkungen im Gehirn erforschen. Dafür reicht eine Straßenbefragung unter Passanten. Wenn sich jemand einen Orden für neurologische Duftforschung ans Revers heften darf, dann wäre es meiner Meinung nach die amerikanische Psychologin Rachel Herz, die sich in ihren Forschungen modernster neurologischer Messverfahren bedient.

Dass Duftmarketing zu mehr Umsatz führen kann, ist auch nichts Neues. Interessant wäre es zu erfahren, unter welchen Umständen dies passiert. Denn es gibt einige Beispiele, wo Duftmarketing keine oder sogar negative Umsatzwirkungen zeigt.
Dass Herr Ortner die Umsatzsteigerung durch Duftmarketing auch noch als seine Idee reklamieren darf, wage ich angesichts fehlender Veröffentlichungen zu bezweifeln (siehe die diversen Fachveröffentlichungen anderer). Wer etwas behauptet, sollte dies auch belegen können.

Recht einzigartig dürfte auch die Zuordnung von Schärfe zum Geschmackssinn sein. Sachkundige ordnen Schärfeeindrücke dem Trigeminalsystem zu. Sicherlich: es gibt eine fünfte Geschmacksrichtung. Dass dies jedoch "scharf" sein soll, wäre mir neu.

Immerhin: ein Pionier des Duftkinos im deutschsprachigen Raum scheint Herr Ortner in der Tat zu sein. Ein Blick in die Patentdatenbank zeigt unter dem Titel "Duftraum mit einer Luftströmung mit wechselnden Düften" einen Eintrag aus dem Jahr 1996.

von Georg Ortner
16.01.09 09:28 Uhr
Stellungnahme

Zu diesem Artikel gibt es einen kritischen Kommentar. Deshalb meine Stellungnahme:

Weder maße ich mir an, der Begründer des Duftmarketings zu sein noch habe ich mit irgendwelchen wissenschaftlichen Publikationen solch einen Anspruch gestellt.

Das beste Vorbild und Anwenderin des Duftmarketings ist sicher die Natur selbst und das seit weit über 100 Mio Jahren. Z.B. locken viele Pflanzen mit Duftstoffen ihre "Kunden", die Insekten, an. Wenn man allein die Bedeutung des dadurch initiierten Bestäubungsvorgangs für die Nahrungskette der Menschen würdigt, so erkennt man die Wirksamkeit und die Seriosität des Dufteinsatzes und die sich daraus ergebenden Chancen. Die Techniken der Natur (Bionik) haben mich immer wieder fasziniert und inspiriert, natürlich besonders auch auf dem Duftgebiet.

Seit über 30 Jahren im Thema betätige mich deshalb aus Überzeugung als Promotor für Duftmarketing. Vielfach eingeladen als Referent bei Medizinkongressen, Unternehmen und Marketing-Clubs kann ich dabei mit vielen pro - Argumenten für unsere Nase aufwarten. Dabei ist meine Parfumeursausbildung mit den notwendigen Kenntnissen
der Riechstoffchemie (über 3.000 Duftstoffe) und auch eine weit reichende biologischen Ausbildung sehr hilfreich. (Daß es sich beim Sinneseindruck „scharf“ um einen Schmerzreiz des Trigeminus handelt, ist dabei sicher auch mein stets vorgetragener Kenntnisstand und ist dem Autor des Artikels beim Verfassen wohl entgangen.)

Der Vortrag „Kosmos des Riechens“ beleuchtet in verständlicher Sprache die komplexe Thematik des Riechens aus den verschiedensten Blickwinkeln. Dabei fließen sowohl das Wissen von hoch spezialisierten Experten aus betroffenen Teilgebieten wie z.B. Neurologie oder Mikrobiologie ein, als auch eigene Beobachtungen, Erkenntnisse und Entwicklungen.

Duft als Bestandteil des Erscheinungsbildes eines Unternehmens ( CI, corporate identity, ) ist ein viel versprechendes Marketingthema der Zukunft. Der Zuhörer wird informiert, was Duftstoffe dabei leisten können und was nicht und was bei deren Einsatz zu beachten ist. Dabei gilt es auch, einige Vorurteile abzubauen, tlw. mit Halbwahrheiten aufzuräumen und neue Technologien für wirkungsvolle Anwendungen zu entwickeln. Diese Anliegen sind mir dabei sehr wichtig.

Als Unternehmer (Zusatzausbildung Betriebswirt mit naturwissen-schaftlichem Schwerpunkt) konnte ich bereits viele praktische Erfahrungen und Erfolge beim Einsatz von Duftstoffen für innovative Marketingkonzepte sammeln. Dabei entstanden viele, tlw. patentierte Entwicklungen mit eigenem Werkzeugbau, welche zu beachtlichen Umsätzen mit weltbekannten Firmen geführt haben. (z.B. Esteé Lauder, Deutsche Telekom, Villeroy & Boch, Bayer und viele mehr)

Mit einigen weiteren Neuentwicklungen arbeite ich ständig daran, die faszinierende Welt des Riechens noch besser verständlich zu machen, dabei auch dem Duftmarketing neue Impulse zu geben und weitere Entscheider für dieses spannende Thema zu begeistern.

Köln, 16.01.09,
Georg Ortner

von Rosa damascena
12.12.09 18:38 Uhr
kurze Erwiderung für "Feines Näschen"

Bin erst jetzt auf diesen Beitrag zum Thema "Duftmarketing" gestoßen und wundere mich, dass die Diskussion immer noch nicht weiter ist..

Ein Beispiel ist das folgende Zitat von 'Feines Näschen': "Dass Duftmarketing zu mehr Umsatz führen kann, ist auch nichts Neues. Interessant wäre es zu erfahren, unter welchen Umständen dies passiert. Denn es gibt einige Beispiele, wo Duftmarketing keine oder sogar negative Umsatzwirkungen zeigt."

Wenn das Duftmarketing nicht funktioniert, liegt das meist ganz einfach daran, dass es von reinen Marketingmenschen durchgeführt wird. Diese haben vielleicht einiges Know-how in Sachen Betriebswirtschaft, aber keine große Ahnung von der Physiologie des Riechens, geschweige denn von Düften und ihren Wirkungen. Die physische und psychische Wirkung von Düften ist eine sehr junge Wissenschaft - und äußerst komplex. Es existiert zwar Jahrtausende altes Erfahrungswissen über die Wirkungen natürlicher Düfte, z.B. der von natürlichen ätherischen Ölen. Diese Wirkungen kennen aber nur Aromatherapeuten, die eine sehr umfangreiche Ausbildung speziell zu diesem Thema durchlaufen haben - und eine kleine Handvoll ausgezeichneter Parfumeure, die sich dieses Wissen ebenfalls im Laufe ihrer langen Berufspraxis angeeignet haben.

Wenn man dann auch noch die technischen Aspekte beherrscht, die Düfte angemessen in die Raumluft zu bringen, wird das Duftmarketing mit großer Sicherheit erfolgreich sein.

V. Heitmann
www.duftleben.de

 

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