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Energieversorgung

Rheinenergie findet keinen Partner

Der Kölner Versorger muss sein Gaskraftwerk im Kölner Stadtteil Niehl nun doch allein bauen. Bei Baukosten von 400 Millionen Euro für den Aufbau der Anlage und den Ausbau des Fernwärmenetzes hofft Rheinenergie nun auf neue Fördermittel.

Wichtigste Investition der letzten 10 Jahre

Rund 350 Millionen Euro sind für den Bau des Kraftwerks veranschlagt. Die restlichen 50 Millionen Euro fließen in den Ausbau des Fernwärmenetzes, der maßgeblich für die Rentabilität der Anlage verantwortlich ist. Gerne hätte das Unternehmen finanzielle Unterstützung in Anspruch genommen, doch sieht es nun so aus, als ob es die Kosten allein tragen müsse.

Interessenten hätte es indes gegeben, so Vorstandsvorsitzender Dieter Steinkamp bei der Präsentation der Jahreszahlen. Allerdings habe sich im Ende keiner davon beteiligt. Grund sei die unsichere Lage auf dem Energiemarkt.

Kapazitätsmarkt für konventionelle Kraftwerke

In der Politik und der Energiebranche erörtert man seit Längerem die Einführung eines sogenannten Kapazitätsmarktes. Damit sollen konventionelle Kraftwerke Reserven für die schwankende Erzeugungsleistung erneuerbarer Versorgungsquellen bereitstellen. Wie sich das Gaskraftwerk künftig entwickelt, könne derzeit allerdings nur gemutmaßt werden.

Steinkamp betonte, dass man das Projekt allein finanzieren könne. Mit jedem weiteren Partner könne allerdings die Wirtschaftlichkeit gesteigert werden. Dabei geht es Rheinenergie vor allem um die Fördergelder des Landes für Fernwärmeprojekte. Bereits seit zwei Jahren verhandelt das Unternehmen mit dem Land um die Zuschüsse. Ein Ergebnis ist noch immer nicht in Aussicht.

Viele neue Investitionen von Rheinenergie

Investitionsprojekte gebe es derweil genug, so Steinkamp weiter. Rheinenergie plane eine neue Rheinquerung zwischen Niehl und Mühlheim. Neben Stromkabeln und Gasleitungen soll sich darin auch eine Fernwärmeröhre befinden. Hierfür plane man 12 Millionen Euro ein. Weiterhin sollen die Leitungen vom Kraftwerk Leverkusen-Opladen zum Stromnetz erneuert werden.

Leichter wird es für das Kraftwerk „Niehl 3“ angesichts der aktuellen Energiesituation nicht. Das zeigen die Zahlen des letzten Jahres. Zwar stieg der Umsatz auf 2,4 Milliarden Euro, doch sank der vorsteuerliche Gewinn auf 175 Millionen Euro. Grund hierfür ist die sinkende Rentabilität konventioneller Kraftwerke. Auch die Beteiligung am spanischen Solarkraftwerk Andasol erwies sich als Fehlschlag. Nun will Rheinenergie zusammen mit seinen Partnern den spanischen Staat verklagen. Die Regierung habe die Förderbedingungen massiv verschlechtert.

Gaspreiserhöhungen hätten die Kunden dennoch nicht zu fürchten, so Vertriebsvorstand Uwe Schöneberg. Allein beim Strom müsse man die Entwicklung der Preise abwarten.

(Florian Weis)


 


 

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