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Berggruen übernimmt Karstadt - ver.di begrüßt Entscheidung

(ddp-nrw). Das Ringen um eine Zukunft der insolventen Kaufhauskette Karstadt ist beendet. Der Finanzinvestor Nicolas Berggruen wird neuer Eigentümer. Der Gläubigerausschuss habe «mit deutlicher Mehrheit beschlossen», dass umgehend ein Kaufvertrag mit zwei Berggruen-Gesellschaften geschlossen werden soll, sagte Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg am Montag.

Damit erhielt der Favorit von ver.di den Zuschlag. In der Folge sprach die Dienstleistungsgewerkschaft von einer «vernünftigen Entscheidung». Mit der Entscheidung ist auch eine Zerschlagung des Konzerns vom Tisch. Vor fast genau einem Jahr war der Insolvenzantrag gestellt worden.

Zur Begründung des Zuschlags erinnerte Görg daran, dass die Gläubigerversammlung im November 2009 den Gläubigerausschuss aufgefordert hatte, besonderes Augenmerk auf die Fortführung des Warenhausbetriebs zu legen. Berggruen solle nun «zügig stabile Rahmenbedingungen für alle Beteiligten - insbesondere die Lieferanten sicherstellen». Der Vertrag solle nach einer Reihe von Bedingungen, darunter der kartellrechtlichen Genehmigung, vermutlich im August 2010 vollzogen werden.

Am Mittag war der Gläubigerausschuss zu seiner entscheidenden Sitzung zusammengekommen. Unmittelbar vor Beginn hatte sich ver.di für Berggruen ausgesprochen. Vor allem die Nachhaltigkeit seines Konzeptes habe dafür den Ausschlag gegeben, hieß es. Zudem hätten die geplante Finanzierung und die vorgesehenen Investitionen die Gewerkschaft überzeugt. Berggruen hatte erst vor wenigen Wochen eine Offerte abgegeben.

Zuletzt lagen außer von Berggruen auch vollständige Angebote der deutsch-skandinavischen Beteiligungsgesellschaft Triton sowie des Immobilienkonsortiums Highstreet für Karstadt vor. Laut einem Online-Bericht der «Welt» unter Berufung auf die Insolvenzverwaltung hatten alle drei Bieter ihre Angebote noch einmal nachgebessert. Das Konsortium um den russischen Investor Artur Pachomow war zu Beginn der Sitzung weiterhin nicht als vierter offizieller Bieter anerkannt.

Nach der Entscheidung soll am Mittwoch der Vertrag mit dem Käufer unterzeichnet werden. Den Schlussstrich will dann am Donnerstag das Amtsgericht ziehen und den Insolvenzplan endgültig genehmigen.

Medienberichten zufolge will der 48-Jährige Sohn des 2007 gestorbenen deutschen Kunstsammlers Heinz Berggruen einen Kaufpreis von 70 Millionen Euro zahlen sowie 240 Millionen Euro in den nächsten drei Jahren investieren. Berggruen hatte zuletzt Zugeständnisse der Vermieter gefordert. Zudem hatte er erklärt, die 120 Filialen erhalten zu wollen. Insgesamt beschäftigt Karstadt rund 25 000 Mitarbeiter.

Görg hatte bis zuletzt eine Zerschlagung Karstadts abgelehnt. Konkurrent Metro hatte mehrfach betont, einzelne Filialen mit seiner Kaufhaus-Tochter Kaufhof zu einer Deutschen Warenhaus AG verschmelzen zu wollen.

Laut Informationen der «Financial Times Deutschland» (Montagausgabe) aus Unternehmens- und Gläubigerkreisen wollte Metro im Laufe des Tages bei einem Scheitern der Gespräche im Gläubigerausschuss den Plan einer Auffanglösung für etwa die Hälfte der Karstadt-Häuser einreichen. Das Vorhaben sei mit Insolvenzverwalter Görg abgestimmt, habe es in den Kreisen geheißen.

Von Jürgen Wutschke und Michael Wojtek

(ddp-Korrespondent Ulrich Breitbach)


 


 

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