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Wellnesscenter

Entspannung und Regeneration in vollkommener Schwerelosigkeit

In der Mittagspause völlig losgelöst neue Kräfte „tanken“: Das Kölner Massage – und Wellnesscenter Samudra schafft mit dem Floating-Tank einen neuen Entspannungstrend. Etwas widersinnig sind sie ja schon, unsere heutigen Ansprüche an das Entspannen und Erholen: Schnell, effektiv, unkompliziert und vor allem langanhaltend sollte es sein. Gestresst in die Mittagspause und vollkommen erholt und regeneriert zurück im Büro?

Diese Kombination soll jetzt möglich sein, dank einem neuen Wellness-Trend, dem sogenannten „Floaten“. Hierbei müsse man nichts weiter tun, als sich für eine Stunde in einen isolierten Tank, gefüllt mit einem Gemisch aus ca. 700 Liter Wasser und 300 Kilogramm Salz aus dem Toten Meer zu legen und sich im wahrsten Sinne des Wortes von Stress und Verspannungen hinweg treiben zu lassen. 1954 von John C. Lilly entwickelt, ist der Floating-, oder auch Samadhi-Tank ein gegen Licht und Geräusche aller Art abgeschottete Raum, welcher Menschen im Inneren auf konzentriertem Salzwasser liegen lässt. Der Mensch schwebt auf dem 35, 5 C. hautwarmen, 30 prozentigem Salzwasser, hört und sieht aber NICHTS.

Wahrnehmungsreize von außen, wie Sehen, Hören und Fühlen, sind auf ein Minimum reduziert, so dass man sich nach einer Stunde im Pool so erholt fühlen soll wie nach einem langen Schlaf. Bisher konnte man diese Erfahrung nur im Ausland erleben, seit vier Jahren nun auch im Kölner Wellness-Center Samudra, der – bis auf wenige Clubs in Berlin - einzigen Floating-Möglichkeit Deutschlands. Betritt man das versteckte Gebäude über eine kleine Holzbrücke, die über einen angelegten plätschernden Fluss hinweg führt, und beschreitet auf einem roten Teppich, vorbei an zwei buddhistischen Willkommens-Figuren den Eingang, liegt der Stadttrubel bereits ein Stück hinter einem. Ziel des Floatens ist es, Geist und Körper auf eine Reise ins Innere Ich zu schicken – und die beginnt Dank der beruhigend fremden Ausstattung schon am Empfang.

„Einmal Entspannung, bitte“

Von einer Mitarbeiterin werde ich zu einer Kabine im unterem Stockwerk geführt. Ausgestattet mit einer eigenen Dusche, Handtücher, Shampoo, Creme, Vaseline „zum Schutz vor kleinen Hautverletzungen“ und in einer Ecke – natürlich - der Tank. Nach einer kurzen Einweisung, schließt sich die Tür hinter mir und ich stehe alleine vor der überdimensionalen Badewanne.

Der Floating Tank sieht genauso aus, wie in vielen bisherigen Artikeln und Berichten beschrieben: eine skurrile Mischung aus Weltraum Toilette der fernen Zukunft und einem Plastik-Sarg. Es bedarf also einiger Überwindung, den Deckel nach oben zu klappen und sich ins Innere zu begeben. Noch mehr Überwindung kostet es allerdings, den Deckel hinter sich zu schließen, denn wirklich viel Platz scheint der Tank, trotz der zwei Meter Länge und etwa 1,50 Meter Breite nicht zu bieten. Ich entscheide mich dafür, den Deckel vorerst offen zu lassen und versuche, mich auf Knien langsam in den hinteren Bereich zu schieben. Bereits nach wenigen Zentimetern schnellen meine Beine nach oben und schon schwebe ich völlig losgelöst wie im Weltraum dahin. Arme und Beine weit ausbreitend, den Kopf ein wenig starr nach oben gerichtet, gleite ich durch den Raum, wo Lichtstrahlen an der Wasseroberfläche spielen und unter Wasser meditative Musik plätschert. Nun sollte die Entspannung beginnen, was sich als weitaus schwieriger herausstellt, als angenommen.

Energie – Flash fürs Gehirn

Erwartungsvoll warte ich auf den angepriesenen Samadhi – Augenblick, damit ist ein bestimmter Bewusstseinszustand gemeint, der über Wachen, Träumen und Tiefschlaf hinausgeht und in dem das Denken aufhört. Denn der Tank soll dabei helfen, entscheidende Eindrücke, wie Licht, Schall, Temperatur oder soziale Kontakte, die unter den Normalzuständen des Alltags entweder zusammen oder einzeln gegeben sind, weg zu nehmen. So läuft das Gehirn während einer Floating – Session auf Hochtouren und konzentriert sich mit einem Mal intensiv auf den eigenen Körper und den eigenen Emotionen. „Unser Gehirn ist den ganzen Tag damit beschäftigt, uns aufrecht gehen zu lassen und die ständig auf uns wirkende Außenreize zu verarbeiten“, erklärt mir Manfred Keller, Eigentümer des Kölner Samudras später. Durch die Abgeschiedenheit bliebe nichts anderes übrig, als sich auf sein Inneres zu konzentrieren, was zu einer „außergewöhnlich tiefen physischen und psychischen Entspannung führt“.

Während des hin – und her Paddelns, erinnere ich mich an die Einweisung der Mitarbeiterin: „Einen richtigen Effekt bringt das Floating nur, wenn alle Außenreize auch wirklich draußen bleiben“ und entschließe mich dafür, den Deckel doch zu schließen und die Unterwassermusik auszustellen. In vollkommener Dunkelheit fällt es in der Tat leichter, seine Muskeln zu entspannen und sich fallen zu lassen. Trotzdem begreife ich allmählich, was mit der Aussage „Das Floaten bedarf einiger Übung und ein Maß an Routine“ gemeint ist. Vielleicht ist es ein natürlicher Instinkt oder ganz simpel eine Art Anpassung an den hektischen Alltag, die uns ständig das Gefühl gibt, sich mit irgend etwas beschäftigen zu müssen. Auf jeden Fall summe ich vorerst vor mich hin und beobachte die Wasserspiele an der Pooldecke.

Neues Leben durch Dornröschen Schlaf

Nach einiger Zeit fallen die Augen doch zu und die Gedanken von mir ab. Wie lange oder ob ich überhaupt geschlafen habe, ist nicht zu sagen; doch als mich das aufsprudelnde Wasser weckt, kommt es mir wie ein Jahrhundertschlaf vor. Verwirrt und ein wenig erschöpft kämpfe ich mich in Richtung Ausgang – mein Rücken knackt, ich spüre jeden meiner Knochen und meine Beine scheinen auf einmal unerträglich schwer. Den Rest des Tages fühle ich mich - wenn auch etwas nachdenklich - ungewohnt frisch, ausgeglichen und ausgeschlafen. Auch Keller meint, dass Floaten Schlaf ersetzen kann: „Eine Stunde floating ist so wertvoll wie drei Stunden Schlaf." Ein extrem positiver Nebeneffekt, der mittlerweile bei immer mehr Menschen mit zu vollem Terminkalender Anklang findet. „Wir verzeichnen inzwischen bis zu 450 Floatings pro Monat“, freut sich der Eigentümer. Das mache einen Zuwachs von fast 40 Prozent zu den Anfangsjahren. Kein Wunder, denn der schwerelose Zauber hilft nicht nur bei Stress, sondern auch bei Schmerz, Angst und Depressionen, wird von Sportlern zur Visualisierung von Bewegungsabläufen genutzt, hilft bei der Reduzierung von Körpergewicht und sogar bei der Verinnerlichung von komplexen Lerninhalten. Egal für welchen Zweck man den Salztank auch nutzen möchte, ein Erlebnis ist das Floating allemal – in erster Linie um innerhalb der 60 magischen Minuten seine Kraftreserven aufzutanken, für sich zu sein und dem Joballtag entfliehen zu können.

(Olbrisch Katharina)


 


 

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