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Erfolgsformel Erotik

Uhse, Hefner & Wollersheim: Übers Rotlicht zur Millionen

Zwar lässt sich in der Werbeindustrie mehr und mehr ein Wandel von früher einmal beinahe pornografischen Motiven hin zu harmloser Kuschelromantik erkennen, doch nach wie vor lässt sich mit Produkten rund um Erotik und Sexualität das meiste Geld verdienen – sofern die plumpe Wahrheit interessant verpackt bleibt. Prominente Beispiele zeigen verschiedene Wege, wie es sich mit der Erotik reich und berühmt werden lässt.

Es war einmal in Amerika. Ein junger Bursche hat gerade seinen Bachelor of Sciene abgeschlossen und arbeitet als Werbetexter für verschiedene Magazine. Trotz gutem Gehalt will er unabhängig sein und träumt von seinem eigenen Unternehmen. Der Zweite Weltkrieg liegt noch nicht lange zurück und mit Sicherheit formte sich die Idee zu einem neuwertigen Männermagazin bereits während seiner eigenen Zeit bei der Army. Artikel und Illustrationen zu seinem Projekt hat er schnell entworfen. Um an das benötigte Startkapital für die Umsetzung seiner Idee zu gelangen, verkauft der ambitionierte Träumer seine Möbel für 600 Dollar und leiht sich von verschiedenen Bekannten weitere 10.000. Für das Geld ließ er 50.000 Exemplare drucken, in die er seine ganze Zukunft legte. Auf dem Titel stand kein Datum, noch nicht einmal das Jahr, weil der Jungunternehmer nicht wusste, ob es überhaupt jemals eine zweite Auflage geben würde. Auf dem Cover war stattdessen nur eine Blondine in freizügiger Pose zu sehen. Ein Foto, das mitsamt dem Magazin in die Geschichte eingehen sollte.

Die Rede ist von Hugh Hefner, Gründer und Herausgeber des legendären Playboys. Die Dame, deren Foto sich Hefner für 500 Dollar als Titelbild erkaufte, war keine geringere als Marilyn Monroe, die dadurch zum bekanntesten Pin-Up der Welt wurde.

Eine andere Geschichte erzählt von einer jungen Frau, geboren in Deutschland zum Ende des Ersten Weltkrieges. Nach einer Ausbildung in Hauswirtschaft machte sie im Alter von 18 Jahren ihren Flugschein und ging als Deutschlands erste und einzige Stunt-Pilotin in die Geschichte ein. Bekanntheit erlangte sie aber als „Eheberaterin“. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam sie durch Gespräche mit anderen Hausfrauen, die über den Konflikt zwischen dem Wunsch nach Sexualität und Zukunftsungewissheit sowie der damit verbunden Angst vor einer Schwangerschaft sprachen, auf die Idee, eine Broschüre über Verhütungsmethode nach Knaus-Ogino herauszubringen. Die Schrift verkaufte sich gut und ermöglichte der „Aufklärerin“ den Versand, zu dem noch der Verkauf von Kondomen und Büchern zum Thema Sexualität und Hygiene kam, auf andere deutsche Städte auszudehnen.
Hier ist die Rede von Beate Uhse, die aus ihrem 1947 gegründeten „Betu-Versand“ 1951 das „Versandhaus Beate Uhse“ machte, welches 1962 mit dem „Fachgeschäft für Ehehygiene“ in der Eröffnung des ersten Sexshops der Welt mündete.

Das schlüpfrige Geschäft mit der Freizügigkeit

Sowohl Hugh Hefner als auch Beate Uhse waren ihrer Zeit weit voraus. Die neuen Wege führten zu Ruhm und Geld, nährten jedoch – wie so oft – den Boden für negative Reaktionen. Hefner löste im konservativen Amerika eine sexuelle Revolution aus und wurde Feindbild einer ganzen Frauen-Generation, die sich zu einer neuen Feminismus-Bewegung formten.
Gegen Beate Uhse wurden bis 1992 über 2.000 Anzeigen eingereicht.
Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels verweigerte ihrem Stephenson Verlag den Eintritt „wegen sittlicher Bedenken“ und der Flensburger Tennisclub wollte sie wegen „allgemeiner Bedenken“ nicht als Mitglied akzeptieren (www.wikipedia.de).
Dennoch gelten Uhse und Hefner als Wegbereiter einer neuen Geschäftsidee. Wenngleich das Geschäft mit der Erotik so alt ist wie die Menschheit selbst, haben sie dieses doch in einem bis Dato neuem, perfektioniertem Maße umgesetzt. Als sich der Sturm an Protesten so langsam legte, erkannte man, dass sich mit dem Erotik-Gewerbe schnell viel Geld verdienen lässt. Die darauf folgende sexuelle Revolution der 60er und 70er Jahre motivierte viele auf den Zug der neuen Freizügigkeit aufzuspringen. So manchen kostete es seine moralische Würde. Gewonnen haben sie aber alle, selbst dann, wenn der Ruhm nur von kurzer Dauer war.

Ein prominentes Beispiel ist Michaela Schaffrath-Wanhoff, die als Pornodarstellerin unter dem Pseudonym Gina Wild bekannt wurde. 1997 entdeckt, erhielt sie bereits 1999 den Venus-Award als beste Porno-Newcomerin und wurde 2000 als beste Darstellerin gefeiert, verkündete aber nach gerade Mal zwei erfolgreichen Gina-Wild Jahren den Rücktritt aus dem Pornogeschäft und versucht sich seitdem als seriöse Schauspielerin.
Nicht nur Schaffrath gelang der Durchbruch mittels einer Kombination aus extremer Magerkur, Silikonbusen und Blondierung. Auch Nora Baumberger alias Dolly Buster verdankt ihre Berühmtheit ihrem künstlichen Vorbau. Bis Buster 1997 als Produzentin und Regisseurin hinter die Kamera wechselte, spielte sie in knapp zehn Jahren in über 50 Pornofilmen mit und betreibt eine eigene Erotikshop-Kette.


 


 

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2 Kommentare

von Charly Wächter
15.01.10 21:11 Uhr
Falsch ! Frau Olbrisch

Falsch ! Frau Olbrisch ! Jemand der ein oder sei es auch mehrere Bordelle betreibt, ist noch lange kein Zuhälter. Ich verfolge schon seid Jahren den TV Werdegang des Herrn Wollersheim und komme zu der Erkenntniss der er einen sehr guten PR-Berater hat, ansonsten lassen sich diese TV-Formate nicht erklären. Wir "Konsumer" können getäuscht werden aber nicht über so einen langen Zeitraum. Man sollte mit diesem Begriff Betitelung vorsichtig sein, denn Wollersheim hat uns doch gezeigt wie sauber die käufliche Liebe sein kann ohne diesen Job zu verherrlichen.
mfg
Charly

von K.Olbrisch
19.01.10 15:46 Uhr
@Charly

Danke für Ihr Kommentar.
Ich war der Meinung, „Zuhälter“ oder auch „Bordellbesitzer“ seien allgemeine Berufsbezeichnung, die sich über die individuellen Einstellungen zum Gewerbe hinwegsetzen. Dennoch wollte ich mit der Betitelung weder Herr Wollersheim noch andere seiner Berufskollegen in irgendeiner Form beleidigen oder degradieren. Falls dies in meinem Bericht so verstanden wurde, entschuldige ich mich natürlich. Pauschalisierungen oder gar verletzende Äußerungen waren nicht meine Absicht!

MfG
Katharina Olbrisch

 

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