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Erzieher bestreiken Kitas - Zahlreiche Kindertagesstätten wegen Arbeitskampf geschlossen

(ddp-nrw). Rund 5500 Erzieher haben am Freitag mit Streiks den Betrieb in zahlreichen kommunalen Kindergärten in NRW lahmgelegt. Landesweit folgten die Kita-Beschäftigten in 26 Städten und Gemeinden einem Streikaufruf, wie die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di mitteilte. Auch in anderen Bundesländern traten Erzieher in den Ausstand. Politiker von SPD und Linkspartei solidarisierten sich mit den Streikenden.

Am Montag und Dienstag (18. und 19. Mai) soll es in 31 nordrhein-westfälischen Städten erneut zu Streiks kommen. ver.di erwartet, dass sich dann landesweit rund 6000 Erzieherinnen, Sozialarbeiter und Sozialpädagogen an dem Arbeitskampf beteiligen werden. Die Eltern der betroffenen Kinder seien informiert worden.

«Die hohe Beteiligung am ersten Streiktag zeigt, dass den Kolleginnen und Kollegen der betriebliche Gesundheitsschutz auf den Nägeln brennt», sagte ver.di-Sekretär Jürgen Reichert. Die Beschäftigten wollten mit der Fortsetzung der Streiks in der kommenden Woche «den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen, damit es endlich in Verhandlungen zu einem Gesundheitstarifvertrag kommt».

ver.di-Bundeschef Frank Bsirske sprach in Köln bei einer Kundgebung vor rund 2500 Streikenden. Die Gewerkschaft sei bereit für einen langen Arbeitskampf, sagte Bsirske. Die Arbeitsbedingungen für die Erzieher müssten dringend verbessert werden. 

Die Streiks der Erziehungs- und Sozialdienste am 18. und 19. Mai sind laut ver.di in folgenden Städten geplant: Aachen, Stolberg, Eschweiler, Bielefeld, Gütersloh, Bochum, Herne, Dortmund, Schwerte, Lünen, Castrop-Rauxel, Düsseldorf, Hilden, Duisburg, Marl, Gelsenkirchen, Essen, Köln, Mönchengladbach, Oberhausen, Mülheim, Ahlen, Remscheid, Solingen, Kreuztal, Siegen, Siegen-Wittgenstein, Hagen, Lüdenscheid, Wuppertal und Troisdorf. 

ver.di fordert einen Tarifvertrag zur betrieblichen Gesundheitsförderung für die bundesweit rund 220 000 Beschäftigten im Sozial - und Erziehungsdienst. ver.di und die Lehrergewerkschaft GEW hatten die Verhandlungen über einen Gesundheitstarifvertrag Ende April für gescheitert erklärt. Die Arbeitgeber hätten sich nicht bewegt, hieß es. Der Verband der kommunalen Arbeitgeber (VKA) wies dies zurück. In den vergangenen Wochen war es bereits vereinzelt zu Warnstreiks gekommen. 

Die SPD zeigte Verständnis für den Ausstand. «Die Erzieherinnen haben zu Recht die Nase voll», sagte die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Britta Altenkamp. In NRW sei die Lage in den Kitas besonders schwierig. Mit dem Kinderbildungsgesetz (Kibiz) versuche die schwarz-gelbe Landesregierung, sich aus der Verantwortung für die landesweite Steuerung zu stehlen. «Sie schiebt den Schwarzen Peter den Kommunen und Trägern zu», kritisierte die SPD-Politikerin.

«Trotz der vollmundigen Versprechungen unserer Familienpolitiker, die Kinderbetreuungsstrukturen in Deutschland auf einen besseren Stand zu bringen und insbesondere für unter dreijährige Kinder auszubauen, droht zunehmend eine Schmalspurverwahrung unserer Kinder zwecks Kostenersparnis in den Kitas», sagte die kinderpolitische Sprecherin der Linkspartei in NRW, Carolin Butterwegge.

(Weitere Quellen: ver.di in Mitteilung; Meerkamp im ARD-«Morgenmagazin»; Altenkamp und Butterwegge in Mitteilungen)
Von Sabine Meuter und Martin Teigeler

(ddp)


 


 

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