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EU-Kommission zwingt WestLB zu Schrumpfkur

(ddp-nrw). Die angeschlagene Düsseldorfer WestLB muss sich von wichtigen Beteiligungen trennen und Standorte schließen. In Nordrhein-Westfalen sollen in den kommenden zwei Jahren die Standorte Münster, Bielefeld, Köln und Dortmund geschlossen werden, wie die WestLB am Dienstag mitteilte. Außerdem werde die Bank unter anderem die Westdeutsche Immobilienbank AG, die Readybank, die Weberbank und die WestLB International in Luxemburg verkaufen. Die WestLB machte keine Angaben, wie viele Mitarbeiter von den Schließungen betroffen sind.

Die Landesbank kommt damit Auflagen der Europäischen Kommission nach, die die milliardenschweren Hilfen für das Düsseldorfer Geldinstitut genehmigt hat. Die Staatshilfen in Höhe von fünf Milliarden Euro sowie die Begleitmaßnahmen seien vor dem Hintergrund des vorgelegten Umstrukturierungsplans vertretbar, teilte die Kommission in Brüssel nach Abschluss der im Herbst begonnenen eingehenden Prüfung mit. Im Gegenzug muss die Bank ihr Geschäft radikal neu aufstellen.

Die Neuausrichtung der Bank sieht eine Beschränkung auf weniger risikoreiche Geschäfte vor. Ganze Tätigkeitsbereiche werden aufgegeben, darunter der Eigenhandel. Insgesamt muss die Bank dadurch ihr Geschäftsvolumen halbieren. Fortan bleiben der WestLB mit der Abwicklung des Zahlungsverkehrs, der Kreditvergabe an Unternehmen sowie dem Handel mit Finanzinstrumenten und der Finanzierung von Großprojekten noch drei Kerngeschäftsfelder. Zudem muss die Bank bis 2011 im Zuge eines öffentlichen Bieterverfahrens an einen neuen Eigentümer verkauft werden.

Der vorgelegte umfassende Umstrukturierungsplan gewährleiste ein Überleben der rentablen Teile der Bank, erklärte EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes laut Mitteilung. Die Entscheidung eröffne zudem die «Möglichkeit für eine umfassendere Umstrukturierung der deutschen Landesbanken». 

Ende April vergangenen Jahres hatte die Kommission den Risikoschirm als befristete Rettungsbeihilfe genehmigt. Danach hatte Deutschland eine Verlängerung beantragt und die Begleitmaßnahmen angemeldet.

Seit 2007 steckt die WestLB durch Fehlspekulationen und die Auswirkungen der Finanzkrise in Schwierigkeiten. Die WestLB-Eigentümer haben im Frühjahr 2008 einen eigenen Schutzschild in Höhe von fünf Milliarden Euro über die Bank gespannt, um faule Kredite zu entschärfen. Zugleich wurden Wertpapiere im Volumen von rund 23 Milliarden Euro in eine Zweckgesellschaft ausgelagert. Eigentümer der Bank sind mehrheitlich die beiden Sparkassenverbände Rheinland und Westfalen-Lippe sowie das Land Nordrhein-Westfalen.

Von Jürgen Wutschke und Sabine Meuter

(ddp)


 


 

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