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EU will europäischen Markt für Investmentfonds forcieren

Die EU-Kommission will Banken und Fondsgesellschaften die Auflegung und den Vertrieb europaweit anlegender Fonds erleichtern. Zeitungsberichten zufolge will die Kommission im kommenden Monat einen umfassenden Bericht über den europäischen Fondsmarkt vorlegen.

Darin, so wird aus dem noch unveröffentlichten Bericht zitiert, kritisiert die EU-Kommission die Vielzahl bürokratischer Hürden bei der Initiierung grenzüberschreitender Anlageprodukte.

Insbesondere kritisieren die Finanzexperten der Kommission die große Anzahl relativ kleiner, dafür aber relativ teurer Fondsprodukte auf den europäischen Märkten. Vor dem Hintergrund der steigenden Bedeutung solcher Finanzanlagen zur Vorsorge will die Kommission in naher Zukunft einen Gesetzesvorschlag zur Vereinfachung der Verfahren einbringen. Der erneute Vorstoß der EU-Kommission ist ein weiterer Anlauf, einen europaweiten Markt für Investmentfonds zu etablieren. Die Mitgliedstaaten hatten sich bereits vor Jahren auf ein Regelwerk für europaweit investierende Fonds geeinigt.

So gibt es bereits heute eine Art „Europa-Pass“ für Investmentfonds. Doch in der Praxis muss eine Fondsgesellschaft vor der Zulassung in einem anderen Mitgliedsstaat der EU ein bürokratisches Prozedere über sich ergehen lassen. Nach Angaben betroffener Gesellschaften kann das schon mal mehrere Jahren dauern.

Für den Anleger könnte das eine deutliche Senkung der Fondsgebühren bedeuten. Verschiedene Studien britischer und US-amerikanischer Forschungsinstitute belegen, dass die durchschnittlichen Verwaltungsgebühren europäischer Fonds fast doppelt so teuer waren wie die Gebühren von US-Investmentfonds. Insbesondere Vertreter von Anlegerschutzorganisationen wie der SdK (Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger) begrüßen den erneuten Vorstoß der Kommission. So könnten bei schneller Umsetzung die recht teuren Fondsgebühren für Anleger deutlich sinken.

Auch auf Seiten der Banken sieht man Potential. Vorausgesetzt, die europäische Gesetzesinitiative der Kommission wird durchgesetzt, sind für die Emittenten Einsparpotenziale in Millionenhöhe möglich. Angesichts der Tatsache, dass die Gesamtzahl aller in EU-Staaten zugelassener Fonds der Studie zufolge bei inzwischen rund 28.000 liegt, lässt sich daraus schnell ein Milliardenbetrag errechnen. Eine Gesetzesinitiative, die die Grenzen innerhalb der EU-Staaten im Bereich der Fondsprodukte abbauen kann, käme damit beiden Seiten – der Anbieter und der Nachfrager – zugute. Das bereits in den Maastrichter Verträgen festgelegte Ziel einer Wirtschafts- und Währungsunion käme zudem einen wichtigen Schritt voran. Immerhin beläuft sich die Anlagesumme all dieser Fondsprodukte inzwischen auf mehreren Billionen Euro.

(Redaktion)


 


 

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