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EUFH-Studenten untersuchen ökonomische Auswirkungen der WM

Die Bundeskanzlerin hat während der Fußball-WM in Deutschlands Stadien begeistert in die Hände geklatscht. Aber klatscht jetzt auch unsere Konjunktur mit Begeisterung Beifall? Hat der rollende Ball auch die Wirtschaft so richtig ins Rollen gebracht? Der Frage nach den ökonomischen und gesellschaftlichen Auswirkungen der Fußball-WM geht derzeit ein studentisches Projektteam an der Europäischen Fachhochschule (EUFH) in Brühl unter Leitung von Professor Dr. Helmut Keim mit großem Engagement auf den Grund.

Die Studierenden des Fachbereichs Handelsmanagement untersuchen im Rahmen ihrer VWL-Vorlesung bei Prof. Dr. Keim viele offene Fragen: Wie beurteilen Politiker, Wirtschafts-Weise oder Unternehmer die Auswirkung des Mega-Events auf die Entwicklung der Gesamtwirtschaft, auf bestimmte Branchen und auch auf einzelne Betriebe? Wie beeinflusst ein Großereignis wie die Fußball-WM die volkswirtschaftliche Grundstimmung und damit die Einstellung der Gesellschaft zur Politik oder zur Regierung und den von ihr eingeleiteten wirtschaftspolitischen Maßnahmen? Oder anders: Führt ein Event zu einer positiven Veränderung der Grundstimmung einer Gesellschaft, die sich als Nachfrageimpuls auf die Wertschöpfung, d.h. auf das Inlandsprodukt als Messgröße für die Leistungsfähigkeit einer Volkswirtschaft auswirkt?

Die Projektgruppe beschränkt sich aber nicht auf die rein ökonomischen Fragestellungen. Zugleich analysiert sie die gesellschaftlichen Auswirkungen, beispielsweise die eventuelle Stärkung des Nationalbewusstseins und der Interkulturalität, das Kennen lernen anderer Länder und Kulturen, eine vielleicht größere Aufgeschlossenheit für Internationalisierung und Globalisierung .

Auf die Ergebnisse des Projekts darf man schon jetzt gespannt sein. Sie werden Antworten liefern auf interessante Fragen der kurz-, mittel- und langfristigen ökonomischen Wirkungen gesellschaftlicher Großereignisse von nationaler und internationaler Bedeutung. Die Untersuchung„Fußball WM in Deutschland –ihre ökonomischen und gesellschaftlichen Wirkungen“ versteht sich als Auftaktprojekt der an der EUFH ins Leben gerufenen Initiative „Studenten forschen für die Praxis“.

Das Projekt steht unter dem Oberbegriff „Event-Ökonomie“. Event-Ökonomie befasst sich mit den gesamt- und einzelwirtschaftlichen wie den gesellschaftlichen Auswirkungen medienwirksam inszenierter Aktionen und analysiert die Effekte von Investitionen, Kostenbelastungen, direkten und indirekten Nachfragewirkungen nach Produkten und Dienstleistungen, die von dem Ereignis ausgehen, sowie auch direkte und indirekte Impulswirkungen auf Konjunktur ,Wachstum und Inflation .

„Events, die zu einer positiven Veränderung der Grundstimmung einer Gesellschaft führen, lösen Nachfragewirkungen aus, denen dann eine große Bedeutung beizumessen sind, wenn staatliche Investitionsvorhaben zur Konjunktursteuerung begrenzte Wirkungen zeigen“, betont Prof. Dr. Keim.

Längst kennen Wirtschaftstheorie und –praxis die Wirkungen saisonaler und regionaler Marktereignisse wie Weihnachtsmärkte, Antikmärkte oder Sommerschlussverkäufe und stellen sich mit einem entsprechenden Angebot darauf ein. Das EUFH-Projekt ist der Versuch, solche Wirkungen auch für Mega-Events wie die Fußball WM in Zukunft etwas besser einschätzen zu können. Ein ehrgeiziger Versuch, aber für die Studierenden der Europäischen Fachhochschule in Brühl auf jeden Fall eine spannende Projektarbeit im Rahmen ihres praxisnahen und branchenspezifischen dualen Studiums. Denn wichtig ist eben nicht nur auf´m Platz oder im Hörsaal.

(k.olbrisch)


 


 

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