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Fehlen Köln Ehrgeiz und Visionen?

Verschläft Köln seine Chancen im Wettbewerb der Metropolen in der globalisierten Welt? Zu wenig Ehrgeiz und fehlende Visionen wurden den Domstädtern bei der Podiumsdiskussion „Die Rheinmetropole Köln – Zugpferd für NRW?“ von hochkarätigen Diskussionsteilnehmern vorgeworfen.

„Man könnte Köln fünf Milliarden Euro schenken, die Stadt wüsste nicht, was sie damit sinnvolles anfangen sollen“. So kritisch sieht Paul Bauwens-Adenauer, Präsident der Industrie- und Handleskammer zu Köln, die Ratlosigkeit im Rathaus. Der oberste Repräsentant der Kölner Wirtschaft findet nicht viel Positives an der Stadt. Die IHK bezahlt die Kosten für einen Masterplan, der auflisten soll, in welche Richtung die Entwicklung der Stadt in welchen Schritten und mit welchem Investitionsaufwand gehen soll.

Im Business-Club „Rotonda“ moderierte Stefan Baron (Chefredakteur der ‚Wirtschaftswoche’) eine Runde mit hochqualifizierten Experten, die nicht zu den „üblichen Verdächtigen“ und städtischen „opinion leadern“ gehören. „Kann das Rheinland der ‚Big Apple’ von NRW werden? Ist Köln dann Manhattan? Und Düsseldorf vielleicht die Bronx?“ fragte er – und erntete für diese Zuspitzung der Situation natürlich das wohlwollende Lächeln der Kölner. Mit seinen Thesen, die wirtschaftliche Entwicklung finde zunehmend in Stadt-Regionen und nicht in eng umgrenzten Kommunen statt, legte er das Fundament für die Diskussion. Die Nationalökonomie werde mehr und mehr durch eine Ökonomie der Regionen abgelöst.

Diese Sicht unterstützte die Bonner Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann, die für eine enge Kooperation mit Köln plädiert. Sie habe den Zusammenschluss der beiden Sparkassen gefördert. Bei der Immobilienmesse MIPIM in Cannes sei der Köln-Bonner Gemeinschaftsstand optimal gewesen. Mit vielen ausländischen Bonn-Besuchern mache sie auch einen Ausflug nach Köln, um nicht nur ihre Stadt sondern die Vorteile der ganzen Region zu erklären.

Zweckverband Rheinland als starke Region

Für eine polyzentrische Region will sich der IHK-Präsident einsetzen. Er schlägt vor, den Markennamen „Rheinland“ stärker zu promoten. Das könne dann ein Gegengewicht zu „Bayern“ bilden, die Stellung unseres Landes in Deutschland, Europa, der Welt stärken. Mit dem Begriff Rheinland könnten sich auch die Bürger von Bonn, Leverkusen, Aachen und Düsseldorf identifizieren. Man solle einen Zweckverband der Städte und Gemeinden mit eigenen Steuern gründen, um die Region zu optimieren.

Wie man einen „turn around“ schaffen kann, das zeigen nach Ansicht des Intendanten der Philharmonie, Louwrens Langevooort, die Flamen im belgischen Flandern. Der gebürtige Holländer erinnerte daran, wie noch vor 20, 30 Jahren die frankophonen Wallonen und Brüsseler in dem Königreich wirtschaftlich und politisch über die niederländisch sprechenden Flamen dominierten. „Die Flamen waren die Underdogs“, sagte er. Doch dann hätten diese innovative und moderne Industrie und Dienstleister angesiedelt und sich als Region sehr positiv entwickelt.

Der These von der Marke „Rheinland“ von Paul Bauwens-Adenauer widersprach Dr. Hermann H. Hollmann, Vorstandsmitglied der Ford AG. Dieser Begriff sei in Übersee kaum bekannt zu machen. Als einzige „Marke“ könne man dort mit „Cologne“ was erreichen. Wichtiger sei für Unternehmen wie Ford die exzellente Verkehrslage, die ausgezeichnete Forschungsstruktur der Region einschließlich Aachen, Düsseldorf und den Landkreisen rund um die Großstädte.


 


 

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