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Fehlen Köln Ehrgeiz und Visionen?

Wie schafft Köln den turn around?

Andreas Grosz, Vorstandsmitglied des Rotonda-Business-Clubs sowie Marketing- und Kommunikations-Fachmann, sieht Köln als „schlafenden Riesen“, der sich seiner Chancen weder bewusst sei noch diese wahrnehme. Die Domstadt „verkaufe“ sich im Wettbewerb der Metropolen unter Wert. „Die Stadt hat zu wenig Ehrgeiz“ warf ihr Paul Bauwens-Adenauer vor. Die berühmte kölsche Selbstgefälligkeit und Toleranz ( von ‚Jede Jeck is anders’ bis ‚Watt kütt dat kütt’) hindere die Kölner an der aktiven Selbstvermarktung.

Die Toleranz der Kölner zählt auf der anderen Seite zu den wichtigsten Vorzügen im Streben nach wirtschaftlichen Wachstum. Nach den Thesen des amerikanischen Forschers Richard Florida sind die „drei Ts“, Technology, Talent und Toleranz, entscheidender für starkes Wachstum von Regionen als die billigen Produktionsbedingungen im Osten Europas und in Asien. Erst durch attraktive Lebensbedingungen kann das Lifestyle-Gefühl der kreativen Klasse gefördert und in Produktivität umgesetzt werden. Mit diesen Kriterien lässt sich auch erklären, warum Köln-Bonn zu den besten Wachstumsregionen Deutschlands zählen während andere Städte, auch im Westen, seit Jahren Einwohner verlieren.

Die halbe Stadt abreißen und neu bauen

Die Landesregierung wolle die Region „Rhein-Ruhr“ stärken, weniger die Region Rheinland. Diese Politik behindere den turn around Kölns, warf der IHK-Präsident und Chef eines großen Bauunternehmens in die Debatte. Neue Impulse verspricht er sich auch von der anstehenden architektonischen Erneuerung. „Die halbe Stadt müsste man abreißen, denn die Buden aus den fünfziger-, sechziger Jahren entsprechen nicht mehr dem Standard.“ Doch der Denkmalschutz behindere eine sinnvolle Neugestaltung der Stadt, weil nur Alter, aber nicht Qualität der Architektur als Kriterium für Abriss-Verbote gewertet würden.

Letzter Kritikpunkt an diesem Abend: die Stadt vermarktet sich zu einseitig als Mega-Event-City und wirkt nach wie vor ungepflegt.

Vorschlag des Podiums: die Region braucht einen „Rheinland-Beauftragten“, der auch über genügend Budget verfügt, um national und international zu trumpfen.

(Ulrich Gross)


 


 

Paul Bauwens-Adenauer
IHK köln
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