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Wachstumsbremse Fachkräftemangel

Fehlende Arbeitskräfte gefährden Aufschwung

Erfolgreich wachsen mit eigenem Nachwuchs

Für Heinrich Haas, Betriebsleiter und Mitglied der Geschäftsführung der Kölner Hess Autoteile GmbH, sind solche Erfahrungen schon lange betrieblicher Alltag: "Wir bilden seit vielen Jahren über unseren eigenen Bedarf aus, weil wir zum einen möglichst viele Jugendliche für den Start ins Arbeitsleben vorbereiten wollen, zum anderen natürlich auch, weil wir die besten Azubis übernehmen wollen." In Köln bildet Hess seit über 20 Jahren aus - mittlerweile sind mit 48 ehemaligen Auszubildenden und Praktikanten 20 Prozent der Belegschaft selbst ausgebildet. In anderen Hess-Niederlassungen, die erst seit wenigen Jahren eigenen Nachwuchs ausbilden, liegt die Quote noch bei unter fünf Prozent. Zurzeit bildet Hess in Köln 24 gewerbliche und kaufmännische Nachwuchskräfte aus, ab dem 1. August starten zwölf neue Azubis. Das Unternehmen fährt gut mit diesem Konzept. "Wir können immer aus sehr vielen Bewerbungen die Jugendlichen auswählen, von denen wir glauben, dass sie gut zu uns passen. Und viele unserer Lehrlinge sind schon seit vielen Jahren bei uns, nicht wenige haben sich fortgebildet - auch mit unserer Hilfe - und sind aufgestiegen.

Karriere mit Lehre
So hat der heutige Abteilungsleiter Motorenteile Innendienst 1994 seine Lehre bei Hess begonnen und 1996 mit der Gesamtnote 1 abgeschlossen. Der Abteilungsleiter Verkauf Innendienst hat von 1999 bis 2001 Kaufmann im Groß- und Außenhandel bei Hess gelernt und ist - nach verschiedenen Weiterbildungsseminaren - im April zum Abteilungsleiter befördert worden. "Und auch der ISO-Beauftragte der gesamten Unternehmensgruppe Hess hat 1997 seine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann mit der Note 1 abgeschlossen, ist im Sommer 2002 - nach erfolgreich absolviertem Abendstudium - zum stellvertretenden Abteilungsleiter befördert worden und seit April 2006 als ISO-Beauftragter in dieser Funktion sogar mein Fachvorgesetzter," berichtet Haas. Hess profitiert aber auch von Auszubildenden, die das Unternehmen verlassen haben: "Wir bilden schon seit über zehn Jahren auch den Nachwuchs unserer Kunden mit aus, was sich sehr positiv auf unsere Kundenbeziehungen auswirkt - zumal immer mehr unserer ehemaligen Azubis auch in diesen Unternehmen in verantwortungsvolle Positionen kommen", berichtet Haas. "Unsere Ausbildungspolitik hat auf die positive Entwicklung unseres Unternehmens sicherlich größeren Einfluss als so manche Marketingaktion", ist sich Haas sicher.

Deutschland muss sich für Fachkräfte aus dem Ausland öffnen

Bei aller Freude über die auch für Unternehmen positiven Auswirkungen der betrieblichen Ausbildung ist jedoch klar, dass der demografische Wandel in fünf bis zehn Jahren dafür sorgen wird, dass die Anzahl potenzieller Azubis und Fachkräfte bei weitem nicht mehr ausreichen wird, den Bedarf der Unternehmen nach Fachkräften zu decken. "Wenn wir nicht wollen, dass die Unternehmen die Fertigungen in die Länder verlegen, in denen sie genügend Mitarbeiter aller Qualifikationsebenen bekommen können, müssen wir mehr ausländische Fachkräfte nach Deutschland holen", fasst Püchel die Forderungen der IHK Köln zusammen. Wie andere Staaten auch solle Deutschland die Einwanderung gezielt an den Anforderungen des Arbeitsmarktes orientieren. Püchel: "Neben humanitären und politischen Aspekten muss auch der Arbeitsmarkt ein Kriterium für Zuwanderung sein." Auch müsse es in Zukunft möglich sein, dass die ausländischen Absolventen deutscher Hochschulen in Deutschland arbeiten - und damit auch bleiben dürfen. "Diese Menschen sind meist gut integriert, hervorragend ausgebildet und hoch motiviert", sagt der IHK-Ausbildungsexperte. Fazit: Nach über drei Jahrzehnten Massenarbeitslosigkeit müssen Politik und Wirtschaft mit dem Fachkräftemangel ganz neue Herausforderungen meistern. Investitionen und Bildung, Aus- und Weiterbildung, Forschung und Entwicklung sowie eine mehr nach den Arbeitsmarktbedürfnissen ausgerichtet Zuwanderung sind die Schlüssel zum Erfolg - und Grundlage für weiteres Wachstum und steigenden Wohlstand.

(Redaktion)


 


 

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