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Interview

Felix Holzapfel: „In keiner anderen Stadt würde ich mich so pudelwohl fühlen!”

Felix Holzapfel ist Gründer und geschäftsführender Gesellschaft der conceptbakery GmbH & Co. KG. Der 36-Jährige ist mit 18 Jahren nach Köln gezogen und fühlt sich mittlerweile so sehr als Kölner, dass er sogar Mitgründer eines Karnevalsvereins ist. Weiter verriet der gebürtige Hesse, was ihn an Cat Ballou begeistert und warum Köln für ihn ein „schlafender Riese“ ist.

Business-on.de: Sind Sie gebürtig aus dem Rheinland?

Felix Holzapfel : Nein. Ich bin in Darmstadt geboren und aufgewachsen. Mit 18 Jahren bin ich nach Köln umgezogen. Somit lebe ich inzwischen ziemlich genau die Hälfte meines Lebens in dieser wunderschönen Stadt am Rhein. Dank vieler toller Erlebnisse und Menschen ist Köln allerdings zu meiner Wahlheimat geworden.

Business-on.de: In welcher Branche sind Sie tätig und seit wann?

Felix Holzapfel: Ich bin im Bereich Marketing tätig. Der Schwerpunkt liegt dabei auf digitalen Medien. Offen gesagt bin ich durch einen puren Zufall bereits 1997 noch während meiner Schulzeit in diesem Bereich gelandet. Mein damaliger Chef hat mich relativ schnell stark gefördert und lange Zeit als eine Art Mentor fungiert. Auch heute sind wir noch gut befreundet und tauschen uns gerne sowohl beruflich als auch privat aus.

Business-on.de: Wie viele Mitarbeiter beschäftigt Ihr Unternehmen?

Felix Holzapfel: Aktuell beschäftigen wir 21 Mitarbeiter.

Business-on.de: Ihre Meinung zum berüchtigten Kölner Klüngel

Felix Holzapfel: Solange der Klüngel in „gesunden Bahnen“ verläuft und unter „Netzwerken“ getreu dem Motto „man kennt sich, man hilft sich“ verbucht werden kann, habe ich damit überhaupt kein Problem. Was mir allerdings sauer aufstößt ist, wenn Aufträge nicht an den Besten vergeben werden, sondern ausschließlich aufgrund persönlicher Verbindungen. Doch dies ist keinesfalls ein Kölner Problem, sondern das beobachten wir unabhängig von der Region leider immer wieder – selbst bei großen Konzernen. Dort bestehen zwar in der Regel entsprechende Compliance Regelungen, welche eine saubere Vergabe sicherstellen sollten. Wie man immer wieder hinter vorgehaltener Hand erfährt, ist dies aber leider all zu oft nicht wirklich der Fall. Stattdessen findet sich doch immer wieder ein Hintertürchen für unlauteren Klüngel, Spezlwirtschaft, Vetternwirtschaft oder wie auch immer man das Kind genau nennen mag.

Business-on.de: Sind Sie im Karneval aktiv?

Felix Holzapfel: Als Kind habe ich schon immer gerne „Fasching“ gefeiert. So heisst das in meiner hessischen Heimat. Den „echten Karneval“ habe ich erst in Köln kennen und lieben gelernt und von Anfang an fest ins Herz geschlossen. Zum Ende des letzten Jahres hatte ich das Glück mich an der Gründung der KG Ponyhof e.V. beteiligen zu dürfen. Dabei handelt es sich um einen jungen Karnevalsverein mit Sitz im Alteburger Hof in der Kölner Südstadt. Dort versuchen wir ein Umfeld für jene Jecken zu schaffen, die sich weniger mit den Strukturen und Regularien klassischer Karnevalsvereine identifizieren, aber trotzdem gerne das Brauchtum feiern möchten. Bereits innerhalb weniger Monaten haben wir dabei schon wesentlich mehr erreicht als wir uns erträumt hätten. Zum Beispiel die Planung und Umsetzung diverser komplett ausverkaufter Karnevalsveranstaltungen, die Teilnahme am Südstadtzug oder die Gewinnung von circa 80 aktiven Mitgliedern. Darunter wirklich tolle Menschen, mit denen man viel Spaß haben kann und die mein Leben selbst schon nach sehr kurzer Zeit erheblich bereichern. Wer mehr darüber erfahren möchte kann entweder die Website www.kg-ponyhof.de oder unseren Stammtisch besuchen, der jeden zweiten Mittwoch im Monat im Alteburger Hof stattfindet.

„Fehler haben mich zu dem gemacht, was ich bin.“

Business-on.de: Wie beurteilen Sie die Zukunft Ihrer Branche in der Region?

Felix Holzapfel: Die super trendigen Hotspots in unserer Branche sind wohl eher Berlin und Hamburg. Köln ist in diesem Bereich eher ein schlafender Riese. Nichtsdestotrotz schaue ich zuversichtlich in die Zukunft was unsere Branche hier in Köln betrifft. Warum? Einerseits gibt es zahlreiche wirtschaftlich starke Unternehmen in der Region, die als interessante Kunden für unsere Branche gelten. Dabei liegt unser großer Vorteil in der regionalen Nähe. Aufgrund der Digitalisierung können natürlich viele Abstimmungen über die Ferne erfolgen. Aber diese ersetzen keinesfalls den persönlichen Kontakt. Und in vielen Fällen ist es eben doch hilfreich sich mal „eben schnell“ persönlich zusammensetzen zu können. Paradoxerweise gilt dies insbesondere bei Projekten in den digitalen Medien, da hier oft alles besonders schnell gehen muss. Und das kann man eben nur liefern, wenn man auch in der Region sitzt. Andererseits gibt es auch in unserer Branche diverse innovative Unternehmen in der Region. Diese nutzen das etwas ruhigere und weniger hippe Umfeld in Köln sehr gut, um nachhaltig erfolgreiche Angebote und Unternehmen aufzubauen.

Business-on.de: Wenn Sie mit Ihrem heutigen Wissensstand und Erfahrungsschatz beruflich noch mal von vorne anfangen könnten, welche Entscheidungen würden Sie revidieren?

Felix Holzapfel: Sowohl als Mensch als auch als Unternehmer habe ich natürlich schon zahlreiche Fehlentscheidungen getroffen. Würde ich diese revidieren, wenn ich es könnte? Teilweise wäre es natürlich verlockend. Nichtsdestotrotz lautet meine Antwort Nein. Denn aus vielen dieser Fehler habe ich wichtige Lehren gezogen. Das hat mich zu dem gemacht, was ich heute bin. Da ich mit dem Ergebnis recht zufrieden bin, würde ich es wieder genau so machen wollen.

Business-on.de: Würde es beim Rheinland bleiben?

Felix Holzapfel: Ich habe dieser Stadt und Region viel zu verdanken. Sowohl beruflich als auch privat. Daher würde ich immer wieder nach Köln gehen. Man könnte diese Frage auch mit der Zeile eines Liedes von Cat Ballou beantworten: „Et gitt kei Wood, dat sage künnt, wat ich föhl, wenn ich an Kölle denk, wenn ich an ming Heimat denk!“ Damit sollte eigentlich alles gesagt sein. Ach ja, und Cat Ballou ist am Karnevalssonntag auf einer der KG Ponyhof e.V. Veranstaltungen im Alteburger Hof aufgetreten. Die Jungs waren echt ein Knaller und ich kann nur empfehlen, mal eines ihrer Konzerte zu besuchen oder sie direkt für eine eigene Veranstaltung zu buchen.

Business-on.de: Beenden Sie diesen Satz: „Wenn ich nicht in Köln wäre, dann wäre ich in …“

Felix Holzapfel: …Einer Stadt, in der ich mich unmöglich so pudelwohl fühlen könnte, wie hier. Es gäbe für mich keinen FC mit dem man hautnah mitfiebern, leiden und feiern kann. Keinen Karneval, bei dem die komplette Stadt auf dem Kopf steht. Und ich würde viele tolle Menschen missen, egal ob Freunde, Kollegen oder Kunden, die ich in einer anderen Stadt so wohl nie kennengelernt hätte.

(Christian Weis)


 


 

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